HbA1c zur Diabetes-Therapie

Der Blutwert HbA1c dient der Langzeitkontrolle von Zuckerkranken bzw. der Diagnose von Diabetes. Er gibt Auskunft über die durchschnittlichen Blutzuckerwerte der letzten acht Wochen und wird somit auch als Langzeit-Blutzucker bzw. als Blutzuckergedächtnis bezeichnet. Nutzen Sie unseren Rechner, um diesen Meßwert einzuordnen:

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Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema HbA1 und Diabetes

  • 01.

    Was ist HbA1c?

    Der HbA1c-Wert ist bei der Diabetes-Diagnose sowie bei der Diabetes-Behandlung von großer Bedeutung. Als HbA1c (Glykohämoglobin) wird der mit Zuckermolekülen (Glukose) verbundene rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) bezeichnet. HbA1c entsteht durch eine chemische Reaktion, die Glykierung genannt wird. Es handelt sich bei HbA1c also um glykiertes Hämoglobin. Der "Zuckerguss" löst sich beim gesunden Menschen wieder vom Hämoglobin, wenn der Blutzucker sinkt. Bei Diabetikern jedoch heften sich diese Traubenzuckermoleküle fest an und sind noch Wochen später in einem Test, dem Langzeitblutzucker, nachweisbar, weil die roten Blutkörperchen im Durchschnitt eine Lebenszeit von 120 Tagen besitzen. Der gemessene HbA1c-Wert zeigt also an, wie hoch der Anteil an glykiertem Hämoglobin im Blut ist.

  • 02.

    Was ist Langzeitblutzucker?

    Bei Diabetes mellitus liegt ein erhöhter Blutzuckerspiegel vor. Neben der regelmäßigen täglichen Blutzuckerkontrolle muss bei dieser Erkrankung auch ein Langzeitwert erstellt werden, um die Diabeteseinstellung zu beurteilen. Unter Langzeitblutzucker versteht man die Messung des Blutzuckerlangzeitwertes HbA1c im Blut. Das Testergebnis zeigt den durchschnittlichen Blutzuckerwert der vergangenen 8-12 Wochen. Man spricht hier auch von einem Blutzuckergedächtnis. Das heißt, je höher der Blutzuckerspiegel über eine längere Zeit, desto höher ist der HbA1c-Wert.

  • 03.

    Wie entstehen Diabetes Typ 1 und 2?

    Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung, bei der ein zu hoher Blutzuckerspiegel entsteht, der behandelt werden muss. Die genauen Ursachen für Typ-1-Diabetes sind noch nicht restlos geklärt. Die Erkrankung, die meist im Kindes- oder Jugendalter zum ersten Mal auftritt, besteht darin, dass das Abwehrsystem des Körpers die eigenen Insulin erzeugenden Zellen der Bauchspeicheldrüse allmählich zerstört. Dies führt schließlich zu einem Erliegen der Insulinerzeugung. Zwar ist der Typ-1-Diabetes nicht heilbar, jedoch lässt er sich gut durch Spritzen von Insulin und eine gesunde Ernährung behandeln. Die optimale Einstellung des Blutzuckers spielt eine zentrale Rolle, um akute Stoffwechselentgleisungen (z. B. Unterzuckerung) oder Langzeitfolgen zu verhindern. Regelmäßigen sowie Langzeit-Blutzuckermessungen kommt hierbei eine wesentliche Rolle zu. Typ-2-Diabetes liegt vor, wenn der Körper das blutzuckersenkende Hormon Insulin in nicht ausreichender Menge oder unzureichender Wirksamkeit produziert. Infolgedessen erhöhen sich die Blutzuckerwerte. Die Dunkelziffer liegt bei dieser Erkrankung sehr hoch, denn viele Diabetiker haben lange Zeit keine Symptome. Häufig wird Diabetes erst dann diagnostiziert, wenn Spätfolgen wie Nerven- oder Nierenschäden oder ein Herzinfarkt auftreten. Veranlagung, zu wenig Bewegung, Übergewicht sowie eine ungesunde Ernährung zählen zu den Risikofaktoren, die eine Entstehung vonTyp-2-Diabetes begünstigen.

  • 04.

    Wie wird Diabetes diagnostiziert?

    Während Typ-1-Diabetes auf Grund von deutlichen Symptomen wie Harndrang, Durst und Müdigkeit rasch bemerkt wird und diagnostiziert werden kann, bleibt Typ-2-Diabetes oft lange unentdeckt. Erste Hinweise liefert eine Blutzuckermessung, bei der der Nüchternblutzucker bestimmt wird. Aussagekräftig sind weiterhin die Ergebnisse des Gelegenheitsblutzuckertests, des oralen Glukosetoleranztests und des HbA1c-Tests.

  • 05.

    Warum sollten Diabetiker langfristige Blutzuckerwerte messen?

    Die Anlagerung von Zuckermolekülen ist ein allmählicher Prozess. In den HbA1c-Messwert, der die Blutzuckereinstellung der letzten 8-12 Wochen widerspiegelt, fließen keine kurzfristigen hohen Blutzuckerwerte oder nachfolgenden Unterzuckerungen mit ein. Dieser Wert wird also nicht durch kurzzeitige Blutzuckeränderungen beeinflusst, was fälschlicherweise eine gute Einstellung anzeigen könnte.

  • 06.

    Welche HbA1c-Werte sind anzustreben?

    Der HbA 1c-Wert liegt bei einem gesunden Menschen zwischen 4,5 und 6,5 Prozent. Der Wert bei Patienten mit gut eingestelltem Diabetes liegt zwischen 6,5 und 7,5 Prozent. Ein HbA1c über 7,5% deutet auf einen schlecht eingestellten Diabetes hin. In diesem Fall sollte die Einstellung mit dem behandelnden Arzt oder der Diabetesberatung überarbeitet werden.

  • 07.

    Welchen Vorteil hat es, seinen HbA1c-Wert zu wissen?

    An Diabetes erkrankte Menschen können ihre Behandlung aktiver handhaben, wenn sie ihren HbA1c-Wert wissen. Dies ermöglicht es ihnen beispielsweise, ihren Behandlungsplan gemeinsam mit Arzt oder Diabetesberatung umzustellen, sollte der Wert über 7,5% liegen und somit der Blutzucker ungenügend eingestellt sein.

  • 08.

    Wie häufig sollte der HbA1c-Wert gemessen werden?

    Die Messung sollte in regelmäßigen, etwa vierteljährlichen Abständen erfolgen.

  • 09.

    Welche Folgeerkrankungen können bei Typ-2-Diabetes auftreten?

    Die Glykierung ist eine der Hauptursachen für die Entwicklung von diabetesbedingten Folgeerkrankungen, da eine "Verzuckerung" die betroffenen Zellen in ihren Funktionen im Lauf der Zeit immer stärker beeinträchtigen kann. Zu den möglichen Langzeitkomplikationen des Diabetes gehören Durchblutungsstörungen in Beinen, Augenhintergrund und Niere sowie Schlaganfall und Herzinfarkt. Das diabetische Fußsyndrom wird ebenfalls von Durchblutungsstörungen verursacht und kann schlimmstenfalls eine Amputation erforderlich machen. Eine große Studie zur Therapie des Typ-2-Diabetes (UKPD) hat jedoch gezeigt, dass schon durch eine geringfügige Senkung des HbA1c-Wertes das Risiko für die gefährlichen Folgeerkrankungen erheblich gesenkt werden kann.

  • 10.

    Wie senkt man den Blutzuckerspiegel langfristig?

    Während an Typ-1-Diabetes Erkrankte sich ihr Leben lang Insulin spritzen müssen, ist die Typ-2 Variante besser handhabbar, im Idealfall sogar heilbar. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, die häufig übergewichtig sind, stehen Bewegung und Ernährungsumstellung - und damit Gewichtsverlust - an erster Stelle, wenn sie Medikamente und Insulin verringern möchten. Körperliche Aktivität lässt den Blutzuckerspiegel sinken, da die Muskeln den für ihre Funktion benötigten Zucker (Glukose) aus dem Blut entnehmen. Eine ausgeglichene, gesunde und kalorienarme Ernährung spielt in der Senkung des Blutzuckerspiegels ebenfalls eine zentrale Rolle.

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