ICD-Klassifikation zur Diagnoseverschlüsselung

Erfahren Sie hier kompakte Informationnen zur medizinischen Diagnoseverschlüsselung. Mit dem ICD-Rechner können Sie ICD-Kodes entschlüsseln und erhalten den dazu passenden Diagnosetext nebst synonymer Begriffe.

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Die wichtigsten 10 Fragen zum ICD-10-GM

  • 01.

    Was bedeutet der ICD-10-GM?

    Der ICD 10 ist die "Internationale statistische Klassifikation von Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme". Aus dem Englischen übersetzt: "International Classification of Deseases". Das Kürzel GM steht für "German Modicfication". Es ist eine amtliche Klassifikation zur Verschlüsselung von Krankheiten. Dazu gehört nicht nur die ambulante Versorgung, sondern auch die stationäre.

  • 02.

    Wer bringt den ICD 10 heraus?

    Erstellt wurde der ICD 10 von der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) überträgt ihn ins Deutsche und überarbeitet jährlich die Klassifikation im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit.

  • 03.

    Welcher rechtlichen Grundlage unterliegt der ICD-10-GM?

    Verankert ist der ICD-10-GM im Sozialgesetzbuch (SGB V § 295). Darin ist gesetzlich festgelegt, dass alle Diagnosen im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung für Abrechnungsunterlagen und auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zu verschlüssen sind. Werden Diagnosen vom Arzt selbst dokumentiert (beispielsweise für medizinische Zwecke und für die eigenen Unterlagen), müssen diese nicht verschlüsselt werden.

  • 04.

    Wie ist der ICD-10-GM aufgebaut?

    Im ICD-10-GM gibt es zur sogenannten Diagnosekodierung (Verschlüsselung) zwei Verzeichnisse: Im systematischen Verzeichnis befinden sich Krankheiten, Zustände und Verfahren, die in 22 Kapitel gegliedert sind. Darin sind alle Kodes (Verschlüsselungen) aufgeführt mit der entsprechenden Angabe des Diagnosetextes. Ebenfalls können Experten eventuelle Kodiervorgaben erfahren. Dieses Verzeichnis ist maßgeblich für die Verschlüsselung. Das alphabetische Verzeichnis wird auch als "Diagnosethesaurus" bezeichnet. Es umfasst eine grosse Samm­lung ver­schlüssel­ter Diag­nosen aus dem Sprach­gebrauch, denen der je­weilige ICD-Kode zu­geordnet ist. Somit enthält es zahl­reiche syno­nyme Bezeich­nungen zu den im system­atischen Ver­zeichnis vor­kommen­den Diag­nose­texten.
    Die Kodierung setzt sich immer aus einem Buchstaben und einer zweistelligen Zahl zusammen. Nach der zweistelligen Zahl kommt ein Punkt mit einer eventuell weiteren ein - oder zweistelligen Zahl.

  • 05.

    Wozu dient der ICD-10-GM?

    Um zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen eine gute Kommunikation herzustellen, ist es notwendig, eine einfache Sprache anzuwenden. Durch die geregelten und spezifischen Kodierrichtlinien ist dieses gegeben und findet bundeseinheitlich Anwendung. Besonders in der Zeit der elektronischen Datenübermittlung können beispielsweise Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte Patientendokumentationen behandlungsorientiert einfach und detailliert verfassen. Hinzu kommt, dass die Kodes maschinenlesbar sind, damit sie für die Abrechnungen und Statistik anwendbar sind.

  • 06.

    Müssen alle Ärzte die ICD-10-GM-Kodierung anwenden?

    Nein. Einige Mediziner können mit der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung eine Vereinbarung treffen, sich von der Kodierpflicht befreien zu lassen. Dazu zählen beispielsweise Labor- und Nuklearmediziner, Histologen, Zytologen, Pathologen oder Radiologen. Allerdings gibt es in diesem Fall eine Kodierung über einen sogenannten Ersatzkode "UUU". Dieser Ersatzkode ist kein Bestandteil des IDC-10-GM.

  • 07.

    Wie wird eine Diagnose verschlüsselt?

    Um eine Diagnose zu verschlüsseln (zum Beispiel eine Erkältung) kann der Arzt erst einmal in dem alphabetischen Verzeichnis nach dem Wort "Erkältung" suchen. Um die Verschlüsselung zu finden, benötigt er noch zusätzlich Symptome wie beispielsweise Schnupfen. mit dem ICD-Rechner kann so der Kode herausgefunden werden. Der Kode für eine Erkältung mit Schnupfen lautet: J00.

  • 08.

    Wie wird Diabetes mellitus verschlüsselt?

    Wenn ein Patient an einem Diabetes mellitus nach Typ 1 (Zuckerkrankheit mit Autoimmunerkrankung) ohne eine Folgeerkrankung behandelt wird, lautet die Kodierung: E10.90 (Diabetes mellitus Typ 1, ohne Komplikationen, nicht als entgleist bezeichnet). Dies bedeutet, dass der Stoffwechsel des Patienten stabil ist.

  • 09.

    Wie wird ein Herzinfarkt kodiert und auch ausgeschlossen?

    Wenn ein Patient unter Brustenge und plötzlich auftretenden Schmerzen (Angina pectoris) leidet, ist es für den Arzt notwendig, an einen Herzinfarkt zu denken. Eventuell ist es notwendig, einen Notruf zu veranlassen. Damit auch das Krankenhaus alle notwendigen Schritte veranlassen kann, ist auch hier eine einheitliche Sprache durch eine einheitliche Kodierung sinnvoll. Erst einmal erfolgt eine komplexe Abklärung des Arztes. Dazu gehört ein EKG (Elektrokardiogramm). Dieses zeigt Infarktzeichen an. Der Patient wird sofort versorgt und für eine Behandlung in das nächstgelegene Krankenhaus vorbereitet.

    Hier lautet die Kodierung wie folgt:
    I20.0 G - Instabile Angina pectoris
    I25.12 G - Atherosklerotische Herzkrankheit
    I21.0 G - Akuter transmuraler Myokardinfarkt der Vorderwand

    Die weitere Versorgung in diesem akuten Fall erfolgt stationär. Der niedergelassene Arzt stellt trotzdem die Diagnose Herzinfarkt als gesichert, weil das EKG sichere Zeichen zeigt und dies für die Kodierung ausreicht. Die Zusatzkennzeichnung "G" ist für die Diagnosesicherung wichtig. Somit weiß der Arzt im Krankenhaus, dass dies eine sogenannte gesicherte Diagnose ist.

  • 10.

    Wie Sie selbst den Diagnoseschlüssel entschlüsseln können?

    Haben Sie beispielsweise auf Ihrer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einen Diagnoseschlüssel, so können Sie ihn ganz einfach entschlüsseln. Sie können dafür direkt Ihren Arzt fragen. Möchten Sie es ausführlicher können Sie den ICD-Rechner nutzen. Beispiel: E10.90 (Diabetes mellitus). Es werden Ihnen diverse Möglichkeiten angezeigt. Haben Sie kein Internet zur Verfügung, wird Ihnen Ihre Krankenkasse dabei ebenso behilflich sein.

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