Lohnsteuer 2017 - Ihr Lohnsteuer-Ratgeber

Jedem ist sicherlich bekannt, dass der Unterschied zwischen Netto- und Bruttogehalt im wesentlichen aus der Lohnsteuer und den Sozialabgaben liegt. Doch wie hoch ist bei Ihrem Gehalt die anfallende Lohnsteuer? Nutzen Sie unseren Lohnsteuerrechner, um Ihre individuelle Lohnsteuer Belastung zu berechnen.

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Die wichtigsten Fragen zum Thema Lohnsteuer 2017

  • 01.

    Wozu dient die Lohnsteuer?

    Die Lohnsteuer dient als Quellensteuer, die auf Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit an das Finanzamt abgeführt werden muss (§ 41a EStG). Sie wird vom Arbeitgeber bei jeder Lohnabrechnung eines Arbeitnehmers berechnet und von dessen Bruttolohn abgezogen. Für die korrekte Abführung der Lohnsteuer bis zum 15. des Folgemonats an das Finanzamt haftet der Arbeitgeber. Diese einbehaltene Lohnsteuer wird dann bei der nach Ablauf eines Kalenderjahres erfolgenden Einkommensteuerveranlagung, die der Arbeitnehmer abgibt, wie eine Steuervorauszahlung auf die Einkommensteuerschuld angerechnet. Individuelle Merkmale eines Arbeitnehmers wie Familienstand und für ihn geltende Freibeträge, z. B. der Grundfreibetrag, Werbekostenpauschbetrag oder die Vorsorgepauschale, werden mithilfe der verschiedenen Lohnsteuerklassen beim Abzug der Lohnsteuer berücksichtigt.

  • 02.

    Was ist eine elektronische Lohnsteuerkarte?

    Anfang 2011 hat die elektronische Lohnsteuerkarte die bisherige Karte aus Karton ersetzt. Dies ermöglicht ein elektronisches Übermitteln der Angaben zwischen Arbeitgeber und Finanzamt. Vorteile dieser Änderung sind Einsparungen von Papier und Versandgebühren sowie ein vereinfachter Rückgriff der Gehaltsbuchhaltungen auf die Datenbank der Finanzämter, wo sämtliche steuerlich wichtigen Angaben zum Arbeitnehmer gespeichert sind.

  • 03.

    Wodurch unterscheiden sich Lohnsteuer und Einkommensteuer?

    Bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit von Arbeitnehmern spricht man von Lohnsteuer, die eine Form der Einkommensteuer ist. Jeder Arbeitgeber muss die Lohnsteuer vom Lohn seiner Arbeitnehmer einbehalten und an das zuständige Finanzamt abführen. Die Einkommensteuer wiederum wird von Selbstständigen und Freiberuflern gezahlt. Sie basiert auf einer beim Finanzamt abzugebenden Einkommensteuererklärung, auf deren Grundlage die Einkommensteuer ermittelt wird.

  • 04.

    Welche Lohnsteuerklassen gibt es in Deutschland?

    Insgesamt gibt es 6 Steuerklassen. Dabei werden ledige und geschiedene oder dauernd vom Ehepartner getrennt lebende Arbeitnehmer der Steuerklasse 1 zugeordnet, während Steuerklasse 2 für Alleinerziehende gilt. Verheiratete zusammenlebende Arbeitnehmer können sich entweder für die Kombination aus Steuerklasse 3 und 5 entscheiden oder Steuerklasse 4 für beide Partner wählen. Steuerklasse 6 werden Arbeitnehmer zugeordnet, die gleichzeitig von mehreren Arbeitgebern Lohn beziehen. In diesem Fall gilt Steuerklasse 6 für zweite oder weitere Beschäftigungsverhältnisse.

  • 05.

    Muss ein Minijobber Lohnsteuer zahlen?

    Zahlreiche Arbeitnehmer in Deutschland bessern sich zunehmend ihr Einkommen mit einem Zweitjob auf, oft wohl, weil die Einkünfte aus dem Erstjob nicht ausreichen. Die Zahl der "geringfügig Beschäftigten" mit nur einem Job, dem Minijob, geht im Vergleich hierzu zurück. Die 450-Euro-Jobs werden meist pauschal mit 2 Prozent versteuert, die in der Regel der Arbeitgeber zahlt. Allerdings haben Minijobber auch die Möglichkeit, ihren Verdienst selbst zu versteuern. Arbeitnehmer, die zusätzlich zu ihrem Minijob noch weitere Einnahmen haben, die über den Sparer-Pausch-Betrag hinausgehen, müssen sich selbst kranken- und pflegeversichern. In diesem Fall ist es finanziell günstiger, ganz normal Steuern zu zahlen und die pauschale Besteuerung von 2% nicht in Anspruch zu nehmen.

  • 06.

    Was ist ein Lohnsteuerfreibetrag?

    Zuviel gezahlte Steuern bieten dem Staat ein zinsloses Darlehen und bedeuten für den Arbeitnehmer weniger Einkommen. Der Lohnsteuerfreibetrag wird mit dem Formular "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" beantragt und, falls stattgegeben, in die Lohnsteuerkarte eingetragen. Er wird vom zu versteuernden Brutto-Einkommen abgezogen, bevor dieses versteuert wird. Infolgedessen erhält der Arbeitnehmer monatlich ein höheres Nettogehalt.

  • 07.

    Welche Freibeträge gibt es für Arbeitnehmer?

    Neben den Grundfreibeträgen, den Werbekosten und Versicherungsbeiträgen gibt es für den Arbeitnehmer die Möglichkeit, durch die auf seiner Lohnsteuerkarte eingetragenen individuellen Freibeträge seine Lohnsteuer zu reduzieren. Zu diesen möglichen Freibeträgen zählen der Kinderfreibetrag (alternativ zum Kindergeld), der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende mit mindestens einem Kind, der der Steuerklasse 2 entspricht, der Ausbildungsfreibetrag, der für ein in Ausbildung stehendes Kind beantragt werden kann, der Behindertenpauschbetrag (alternativ zu Steuerermäßigungen bei außergewöhnlichen Belastungen), Freibeträge für Werbungskosten über der Arbeitnehmerpauschale und für Sonderausgaben (z. B. für Spenden sowie Unterhaltszahlungen an geschiedene Partner) sowie die Entfernungspauschale (Pendlerpauschale).

  • 08.

    Sollte man einen Freibetrag in seine Lohnsteuerkarte eintragen lassen?

    Mit einem in die Lohnsteuerkarte eingetragenen Freibetrag kann man sofort Steuern sparen und erhält monatlich ein höheres Nettoeinkommen. Die Steuern für nicht eingetragene Freibeträge werden erst mit dem Lohnsteuerjahresausgleich zurückerstattet.

  • 09.

    Bis wann muss eine Steuererklärung abgegeben werden?

    Die Steuererklärung muss bis spätestens zum 31. Mai des entsprechenden Kalenderjahres beim Finanzamt abgegeben werden. Verlängern lässt sich diese Frist durch ein schriftlich begründetes Ersuchen beim Finanzamt, das normalerweise einer Verlängerung bis zum 30. September zustimmt. Alternativ können Sie einen Teil des Antrags fristgerecht einreichen und fehlende Belege nachliefern - auch eine mangelhafte Steuererklärung gilt als abgegeben. Sollten Sie die Abgabefrist versäumt haben, werden Sie ein Mahnschreiben des Finanzamtes erhalten, und falls Sie darauf nicht reagieren, können ein vom Finanzamt festgesetztes Zwangsgeld und ein Verspätungszuschlag drohen.

  • 10.

    Wer kann das Faktorverfahren nutzen?

    Ehe- bzw. Lebenspartner, die nicht dauerhaft getrennt leben und beide Arbeitseinkommen beziehen, haben seit dem Veranlagungszeitraum 2010 die Möglichkeit, die Steuerklassenkombination 4-Faktor/4-Faktor zu nutzen statt wie dahin nur die Kombination 3 (normalerweise für den Höherverdienenden)/5 bzw. 4/4. Diese zusätzliche Möglichkeit ist eingerichtet worden, da in Steuerklasse 3 die steuerlichen Entlastungen (vor allem der doppelte Grundfreibetrag) angerechnet werden, während der mit Steuerklasse 5 veranlagte Partner mit einer verhältnismäßig hohen Lohnsteuerbelastung rechnen muss. Das Faktorverfahren hat den Vorteil, dass bei jedem der beiden Partner zumindest die individuell zustehenden Steuerentlastungen wie Grundfreibetrag, Vorsorgepauschale und Kinder angerechnet werden.

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