Pflegegeldrechner 2018

Mit dem Pflegegeldrechner können Sie Ihren Anspruch auf Pflegegeld berechnen. Unter Berücksichtigung der seit Anfang 2017 geltenden fünf Pflegegrade mit den aktuell gültigen Pflegegeld-Sätzen wird die Höhe Ihres monatlichen Pflegegelds berechnet. Falls Sie neben Pflegemaßnahmen durch Angehörige in Eigenleistung auch die Hilfe eines häuslichen Pflegedienstes oder teilstationäre Tages- bzw. Nachtpflege in Anspruch nehmen, werden diese sogenannten Kombinationsleistungen bei der Berechnung des Pflegegelds entsprechend berücksichtigt. Anhand der Info-Buttons im Ergebnisfenster erhalten Sie eine exakte Herleitung Ihrer individuellen Berechnung, so dass Sie alle Rechenschritte bequem nachvollziehen können.

Eingabehilfen zum Rechner

Die Berech­nung des Pflege­gelds erfolgt seit Anfang 2017 anhand neu defi­nierte Pflege­grade, die aufgrund des Zweiten Pflege­stär­kungs­gesetz (PSG II) die bis dahin geltenden Pflege­stufen ablösten.

Pflegegrad

Die Pflege­grade ersetzen seit 2017 die bis dahin gültigen Pfleges­tufen. Der Pflege­grad ist abhängig vom Grad des Pflege­bedarfs. Die Fest­stellung der Pflege­bedürf­tig­keit und die Zuordnung zu einem der Pflege­grade 1 bis 5 erfolgt durch die zustän­dige Pflege­kasse mit Hilfe des medi­zin­ischen Dienstes der Kranken­ver­sich­erung. Dabei wird anhand mehrerer Module eine Punktebewertung vorgenommen, die zu folgender Einteilung führt:

  • Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (ab 12,5 bis unter 27 Punkte)
  • Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (ab 27 bis unter 47,5 Punkte)
  • Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (ab 47,5 bis unter 70 Punkte)
  • Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (ab 70 bis unter 90 Punkte)
  • Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (ab 90 bis unter 100 Punkte)

Damit haben die Pflegegrade die vorherigen Pflegestufen abgelöst. Die Pflegestufe war abhängig vom Grad des Pflegebedarfs und konnte mit Hilfe des Pflegestufenrechners ermittelt werden. Die Zuordnung zu einer der Pflegestufen I, II oder III erfolgte ebenfalls durch die zuständige Pflegekasse mit Hilfe des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung.

Anspruch auf ambulanten (häuslichen) Pflegedienst

Abhängig vom Pflegegrad gibt es einen Anspruch auf Übernahme von Kosten für einen ambulanten bzw. häuslichen Pflegedienst, der die Pflege übernimmt. Man spricht hier von Sachleistungen. Sofern diese Leistung nicht oder nur teilweise in Anspruch genommen wird, besteht für die Eigenleistung ein Anspruch auf anteilige Auszahlung von Pflegegeld, was Ihnen der Rechner exakt berechnet.

Berechnung des Pflegegeldes

Pflegebedürftige, die keine Pflegehilfe oder nur geringe Hilfe eines Pflegedienstes beanspruchen, erhalten durch die Pflegeversicherung ein monatliches Pflegegeld. Hierdurch wird die ehrenamtliche Pflege und Pflege von Angehörigen unterstützt. Auch für die professionelle Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst und für die teilstationäre Pflege (Tages- oder Nachtpflege) gibt es staatliche Unterstützung. Die Höhe des Pflegegeldes ist zum einen abhängig von der Pflegestufe und zum anderen vom Umfang der Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes. Je mehr Leistungen durch einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch genommen werden, umso geringer wird der Anteil des monatlichen Pflegegeldes. Leistungen für die teilstationäre Pflege werden hingegen seit 2015 dank des "ersten Pflegestärkungsgesetzes" nicht mehr negativ dem Pflegegeld angerechnet. Diese können also bei Bedarf voll ausgeschöpft werden.

Berechnung des Pflegegeldes für 2018: Statt Pflegestufen seit 2017 Pflegegrade

Im Zuge des Zweiten Pflege­stär­kungs­gesetz (PSG II) wurden seit Anfang 2017 die drei bisherigen Pflegestufen durch die seither neu definierten fünf Pflegegrade ersetzt. Ebenso, wie bis dahin die Pflegestufen, werden auch die Pflegegrade durch den medizinischen Dienst festgestellt. Alle Pflegebedürftigen, die bereits vor 2017 eine anerkannte Pflegestufe hatten, genießen hierbei "Bestandsschutz". Für diese wird also kein neues Gutachten erstellt, sondern es erfolgt eine automatische Umwandlung der Pflegestufen in die neuen Pflegegrade, wie es in folgender Tabelle dargestellt wird:

Neue Definition der Pflegegrade für 2017 und 2018
Pflegestufe......wird zu Pflegegrad
Pflegestufe 0 mit eingeschränkter AlltagskompetenzPflegegrad 2
Pflegestufe 1Pflegegrad 2
Pflegestufe 1 mit eingeschränkter AlltagskompetenzPflegegrad 3
Pflegestufe 2Pflegegrad 3
Pflegestufe 2 mit eingeschränkter AlltagskompetenzPflegegrad 4
Pflegestufe 3Pflegegrad 4
Pflegestufe 3 mit eingeschränkter AlltagskompetenzPflegegrad 5

Grundsätzlicher Pflegegeldeanspruch

Der Anspruch auf Pflegegeld ist abhängig von der Pflegestufe bzw. vom Pflegegrad. Zudem wurde bei den noch 2016 geltenden Pflegestufen unterschieden, ob eingeschränkte Alltagskompetenz besteht. Den vollen Anspruch haben bzw. hatten Sie dann, wenn Sie keine Leistungen für die häusliche Pflege durch einen Pflegedienst beanspruchen. In den folgenden Tabellen steht "e. A." für "eingeschränkte Alltagskompetenz".

Pflegegeld für häusliche Pflege
Pflegestufebis Ende 2016Pflegegrad2017/2018
Pflegegrad 10 €
Pflegestufe 0 mit e. A.123 € Pflegegrad 2316 €
Pflegestufe 1244 € Pflegegrad 2316 €
Pflegestufe 1 mit e. A.316 € Pflegegrad 3545 €
Pflegestufe 2458 € Pflegegrad 3545 €
Pflegestufe 2 mit e. A.545 € Pflegegrad 4728 €
Pflegestufe 3728 € Pflegegrad 4728 €
Pflegestufe 3 mit e. A.728 € Pflegegrad 5901 €

Anspruch auf Leistungen durch einen ambulanten Pflegedienst

Oft kann die Pflege nicht komplett in Eigenleistung durchgeführt werden, so dass ein häuslicher Pflegedienst zu Hause unterstützt. Wiederum in Abhängigkeit vom Pflegebedarf werden hierfür folgende Leistungen durch die Pflegepflichtversicherung erbracht.

Kostenübernahme für ambulante Pflege
Pflegestufebis Ende 2016Pflegegrad2017/2018
Pflegegrad 1125 €
Pflegestufe 0 mit e. A.231 € Pflegegrad 2689 €
Pflegestufe 1468 € Pflegegrad 2689 €
Pflegestufe 1 mit e. A.689 € Pflegegrad 31.298 €
Pflegestufe 21.144 € Pflegegrad 31.298 €
Pflegestufe 2 mit e. A.1.298 € Pflegegrad 41.612 €
Pflegestufe 31.612 € Pflegegrad 41.612 €
Pflegestufe 3 mit e. A.1.612 € Pflegegrad 51.995 €

Anspruch auf Leistungen für die teilstationäre Pflege (Tages- oder Nachtpflege)

Unter teilstationärer Pflege versteht man die zeitweise Betreuung im Tagesverlauf in einer Pflegeeinrichtung. Falls Sie berechtigt sind, teilstationäre Pflege in Anspruch zu nehmen, bekommen Sie monatliche Kosten bis zu den in der Tabelle aufgeführten Beträgen durch die Pflegekasse ersetzt. Es werden dabei nur die Kosten ersetzt, die rein für den pflegerischen Aufwand, die soziale Betreuung und die medizinische Behandlungspflege anfallen. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen privat getragen werden. Anspruch auf teilstationäre Pflege besteht dann, wenn häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann oder wenn dies zur Ergänzung oder Stärkung der häuslichen Pflege erforderlich ist. Auch eine Kombination mit den Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes und häuslicher Pflege in Eigenregie (Pflegegeld) ist möglich. Dabei wird die Inanspruchnahme von Leistungen für die teilstationäre Pflege seit 2015 nicht mehr den anderen Leistungen negativ angerechnet. D.h. diese Leistung kann voll ausgeschöpft werden, ohne Einbußen bei den anderen Leistungen hinnehmen zu müssen.

Kostenübernahme für teilstationäre Pflege
Pflegestufebis Ende 2016Pflegegrad2017/2018
Pflegegrad 10 €
Pflegestufe 0 mit e. A.231 € Pflegegrad 2689 €
Pflegestufe 1468 € Pflegegrad 2689 €
Pflegestufe 1 mit e. A689 € Pflegegrad 31.298 €
Pflegestufe 21.144 € Pflegegrad 31.298 €
Pflegestufe 2 mit e. A1.298 € Pflegegrad 41.612 €
Pflegestufe 31.612 € Pflegegrad 41.612 €
Pflegestufe 3 mit e. A1.612 € Pflegegrad 51.995 €

Anspruch auf Leistungen für die vollstationäre Pflege (Pflegeheim)

Falls Sie berechtigt sind, vollstationäre Pflege in Anspruch zu nehmen, bekommen Sie monatliche Kosten bis zu den in der Tabelle aufgeführten Beträgen durch die Pflegekasse ersetzt.

Kostenübernahme für vollstationäre Pflege (Pflegeheim)
Pflegestufebis Ende 2016Pflegegrad2017/2018
Pflegegrad 10 €
Pflegestufe 0 mit e. A.0 € Pflegegrad 2770 €
Pflegestufe 11.064 € Pflegegrad 2770 €
Pflegestufe 1 mit e. A1.064 € Pflegegrad 31.262 €
Pflegestufe 21.330 € Pflegegrad 31.262 €
Pflegestufe 2 mit e. A1.330 € Pflegegrad 41.775 €
Pflegestufe 31.612 € Pflegegrad 41.775 €
Pflegestufe 3 mit e. A1.612 € Pflegegrad 52.005 €

Beispiel für die Berechnung des Pflegegeldes

Herr Müller ist pflegebedürftig mit Pflegegrad 3. Seine Frau hat die tägliche Pflege, soweit es geht übernommen. Unterstützend erhält Familie Müller Hilfe durch einen häuslichen Pflegedienst. Die monatlichen Kosten für den Pflegedienst betragen 400 Euro. Herr Müller hätte Anspruch auf ein monatliches Pflegegeld bis zu 545 Euro, sofern die Pflege komplett in Eigenleistung erbracht würde. Er hat jedoch Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes zu einem Anteil von 30,82 % der dafür vorgesehenen max. Leistungen von 1.298 Euro ausgeschöpft, wodurch das Pflegegeld um denselben Prozentsatz gekürzt wird. In seinem Fall hat er also einen Anspruch auf 69,18 % des max. Pflegegelds von 545 Euro (= 377,05 Euro). Falls Herr Müller berechtigt wäre, teilstationäre Pflege in Anspruch zu nehmen, bekäme er auch hierfür bis zu 1.298 Euro monatlich durch die Pflegekasse ersetzt. Neu ist bereits seit 2015, dass eine mögliche Inanspruchnahme der Leistungen für die teilstationäre Pflege seinem Pflegegeld nicht negativ angerechnet werden.

News zum Pflegegeldrechner

01.01.2015 : Das erste Pflegestärkungsgesetz tritt in Kraft
Zahlreiche Änderungen sollen zu Verbesserungen im Pflegebereich führen. Unter anderem wurde das Pflegegeld, sowie die Leistungen für ambulante und teilstationäre Pflege für alle Pflegestufen erhöht (siehe Tabellen). Leistungen der teilstationären Pflege werden nun nicht mehr dem Pflegegeld angerechnet. Sie können also voll ausgeschöpft werden, ohne dabei das Pflegegeld zu mindern. Finanziert werden diese verbesserten Leistungen über eine Erhöhung des Beitrags zur Pflegepflichtversicherung von 2,05 % in 2014 auf 2,35 % ab dem Jahr 2015.


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