Wohngeldreform - Änderungen beim Wohngeld 2021 und 2020

Aktualisiert am von Stefan Banse

Das Bundes­kabinett hatte im Mai 2019 den Gesetzentwurf zur Wohngeld­reform ("Wohngelds­tärkungs­gesetz") beschlossen. Der Bundestag hatte der Wohngeld­reform am 18. Oktober 2019 zugestimmt. Im Einzelnen sah diese Reform folgende Regelungen ab 1. Januar 2020 vor:

  • Anpassung des Wohngeldes an die allgemeine Entwicklung von Mieten und Einkommen.
  • Erhöhung der Reichweite des Wohngeldes. Mit der Wohngeld­reform steigt die Zahl der Empfänger von im Jahr 2020 erwarteten 480.000 Haushalten ohne Reform auf ca. 660.000 Haushalte.
  • Regional gestaffelte Anhebung der Höchstbeträge, bis zu denen die Miete bzw. Belastung berücksichtigt wird.
  • Aktualisierung der Mietenstufen für die Gemeinden und Kreise und Einführung einer neuen Mietenstufe VII, um höhere Mieten in einigen Gemeinden zu berücksichtigen.
  • Dynamisiering des Wohngeldes an die Miet- und Einkommens­entwicklung per Verordnung im Abstand von jeweils zwei Jahren.

In vielen Fällen ist damit eine Erhöhung des Wohngeldes erfolgt.

Zwischenzeitlich weitere Änderungen beim Wohngeld

Höhere Mietstufen für Inseln seit August 2020

Ab August 2020 wurde für Inseln ohne Festlandanschluss einheitlich die Mietenstufe 5 festgesetzt. Damit wurde dem Umstand genüge getan, dass das Mietenniveau auf diesen Inseln erheblich höher als in den zugehörigen Landkreisen ist. Daher gilt für diese Inseln einheitlich die höhere Mietenstufe 5 (15 bis 25 Euro über dem Bundesdurchschnitt der Mieten aller Wohngeldempfänger) gilt.

Neuer Freibetrag bei Grundrente ab 2021

Bei der Ermittlung des Einkommens können Rentner einen neuen Freibetrag von der gesetzlichen Rente abziehen, sofern sie mindestens 33 Jahre an Grundrentenzeiten erreicht haben. Dann bleibt ein Betrag der gesetzlichen Bruttorente von 100 Euro monatlich anrechnungsfrei. Übersteigt die gesetzliche ­Bruttorente diese 100 Euro, werden zusätzlich 30 Prozent des darüberliegenden Betrages nicht zum Einkommen gezählt. Das dürfen 2021 jedoch höchstens 223 Euro (50 Prozent der 2021 geltenden Regelbedarfsstufe 1) sein.

Heizkostenentlastung ab 2021

Ab 2021 gelten beim Wohngeld als Ausgleich für die allgemein zu erwartende Heizkostenerhöhung aufgrund der gesetzlichen CO2-Bepreisung monatlichen Beträge zur Entlastung der Heizkosten. Die Höhe dieser Beträge ist abhängig von der Anzahl der Bewohner des Haushalts. Genaueres finden Sie in unserem Wohngeldrechner.

Wohngeld vor 2020 und ab 2020 berechnen und vergleichen

Die Auswirkungen der Wohngeldreform auf das Wohngeld können Sie mit dem Wohngeldrechner berechnen.

Mietenstufen vor 2020 und ab 2020

Die für das alte und das neue Wohngeld relevanten Mietstufen finden Sie in den Mietstufen-Tabellen der einzelnen Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburgv, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Wohngeld" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 22.11.2020

Die letzten Änderungen in der Themenwelt "Wohngeld" wurden am 22.11.2020 umgesetzt durch Stefan Banse. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • 22.11.2020: Erweiterung um die ab 2021 geltende Heizkostenentlastung beim Wohngeld im Wohngeldrechner und allen Texten
  • 01.08.2020: Berücksichtigung der einheitlichen Mietstufe 5 für Inseln ohne Festlandanschluss.
  • 06.01.2020: Veröffentlichung der neuen Ratgeberseite Anspruch auf Wohngeld
  • 15.11.2019: Korrektur der Wohngeldberechnung für Heimbewohner.
  • 18.10.2019: Anpassungen aufgrund der Zustimmung des Bundestages zur Wohngeldreform 2020
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt
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