Pflegegeld

In unserem Ratgeber zum Thema Pflegegeld beantworten wir Ihnen gerne die wichtigsten zehn Fragen. Nutzen Sie auch unseren Pflegegeldrechner, um sofort online zu ermitteln, wie viel Pflegegeld Ihnen in einem konkreten Fall zustehen würde:

Pflegegeldrechner 2016 und 2017 starten

Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Pflegegeld

  • 01.

    Was ist Pflegegeld?

    Pflegebedürftige, die keine Pflegehilfe eines Pflegedienstes beanspruchen, erhalten durch die Pflegepflichtversicherung ein monatliches Pflegegeld. Dadurch soll die ehrenamtliche Pflege und Pflege von Angehörigen unterstützt werden.

  • 02.

    Wie hoch ist das Pflegegeld

    Ab 1.1.2017 werden im Zuge des Zweiten Pflege­stär­kungs­gesetz (PSG II) die drei bisherigen Pflegestufen durch neu definierte fünf Pflegegrade ersetzt. Diese Pflegegrade werden durch den medizinischen Dienst im Rahmen eines neuen Verfahrens festgestellt. Allerdings besteht Bestandsschutz für alle Pflegebedürftigen, die bereits 2016 eine anerkannte Pflegestufe haben. Für diese wird also kein neues Gutachten erstellt, sondern es erfolgt eine automatische Umwandlung der Pflegestufen in die neuen Pflegegrade gemäß folgender Tabelle:

    Neue Definition der Pflegegrade ab 2017
    Pflegestufe......wird zu Pflegegrad
    Pflegestufe 0 mit eingeschränkter AlltagskompetenzPflegegrad 2
    Pflegestufe 1Pflegegrad 2
    Pflegestufe 1 mit eingeschränkter AlltagskompetenzPflegegrad 3
    Pflegestufe 2Pflegegrad 3
    Pflegestufe 2 mit eingeschränkter AlltagskompetenzPflegegrad 4
    Pflegestufe 3Pflegegrad 4
    Pflegestufe 3 mit eingeschränkter AlltagskompetenzPflegegrad 5

    Je nach Pflegestufe und abhängig davon, ob dauerhaft eingeschränkte Alltagskompetenz (e. A.) besteht bzw. ab 2017 je nach Pflegegrad, gibt es einen Anspruch auf folgende Beträge.

    Pflegegeld für häusliche Pflege
    Pflegestufe2016Pflegegrad2017
    Pflegegrad 10 €
    Pflegestufe 0 mit e. A.123 € Pflegegrad 2316 €
    Pflegestufe 1244 € Pflegegrad 2316 €
    Pflegestufe 1 mit e. A.316 € Pflegegrad 3545 €
    Pflegestufe 2458 € Pflegegrad 3545 €
    Pflegestufe 2 mit e. A.545 € Pflegegrad 4728 €
    Pflegestufe 3728 € Pflegegrad 4728 €
    Pflegestufe 3 mit e. A.728 € Pflegegrad 5901 €

  • 03.

    Wie werden die Pflegestufen / Pflegegrade zugeordnet?

    Die Pflegestufe ist abhängig vom Grad des Pflegebedarfs und kann mit Hilfe des Pflegestufenrechners ermittelt werden. Ebenso, allerdings über ein geändertes Feststellungsverfahren werden ab 1.1.2017 die Pflegegrade festgestellt. Die Feststellung der Pflegebedürftigkeit und die Zuordnung zu einer der Pflegestufen I, II oder III (bzw. zu den Pflegegraden 1 bis 5) erfolgt durch die zuständige Pflegekasse mit Hilfe des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung. Von "Pflegestufe 0" ist umgangssprachlich die Rede, wenn zwar ein Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung besteht, der aber nicht das (zeitliche) Ausmaß der Pflegestufe I erreicht.

  • 04.

    Was ist dauerhaft eingeschränkte Alltagskompetenz?

    Dazu zählen je nach Schweregrad Personen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Ebenso wie die Pflegestufenzuordnung, wird auch diese Eigenschaft gutachterlich durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung ermittelt. Diese Eigenschaft ist eng mit dem Begriff der Pflegestufen verknüpft, so dass es immer eine Pflegestufe jeweils mit oder ohne eingeschränkte Alltagskompetenz gibt. Ab 1.1.2017 wird der Begriff der Pflegestufen durch die Definition von fünf Pflegegraden ersetzt, die die eingeschränkte Alltagskompetenz implizit berücksichtigen.

  • 05.

    Werden Leistungen eines häuslichen (ambulanten) Pflegedienstes erstattet?

    Je nach Pflegestufe und abhängig davon, ob dauerhaft eingeschränkte Alltagskompetenz besteht bzw. je nach Pflegegrad ab 2017, gibt es einen Anspruch auf Übernahme der Kosten für einen ambulanten Pflegedienst, der die häusliche Pflege übernimmt.

    Kostenübernahme für ambulante Pflege
    Pflegestufe2016Pflegegrad2017
    Pflegegrad 1125 €
    Pflegestufe 0 mit e. A.231 € Pflegegrad 2689 €
    Pflegestufe 1468 € Pflegegrad 2689 €
    Pflegestufe 1 mit e. A.689 € Pflegegrad 31.298 €
    Pflegestufe 21.144 € Pflegegrad 31.298 €
    Pflegestufe 2 mit e. A.1.298 € Pflegegrad 41.612 €
    Pflegestufe 31.612 € Pflegegrad 41.612 €
    Pflegestufe 3 mit e. A.1.612 € Pflegegrad 51.995 €

  • 06.

    Werden Leistungen der teilstationären Pflege, also Tages- oder Nachtpflege erstattet?

    Je nach Pflegestufe jedoch nicht abhängig davon, ob dauerhaft eingeschränkte Alltagskompetenz besteht, gibt es nach Prüfung durch den medizinischen Dienst einen Anspruch auf Erstattung von Kosten für teilstationäre Pflege. In folgender Tabelle sind auch die Erstattungen für teilstationäre Pflege ab 2017 anhand der dann gültigen Pflegegrade aufgeführt.

    Kostenübernahme für teilstationäre Pflege
    Pflegestufe2016Pflegegrad2017
    Pflegegrad 10 €
    Pflegestufe 0 mit e. A.231 € Pflegegrad 2689 €
    Pflegestufe 1468 € Pflegegrad 2689 €
    Pflegestufe 1 mit e. A689 € Pflegegrad 31.298 €
    Pflegestufe 21.144 € Pflegegrad 31.298 €
    Pflegestufe 2 mit e. A1.298 € Pflegegrad 41.612 €
    Pflegestufe 31.612 € Pflegegrad 41.612 €
    Pflegestufe 3 mit e. A1.612 € Pflegegrad 51.995 €

  • 07.

    Wird das Pflegegeld gekürzt, falls man einen häuslichen Pflegedienst oder Tagespflege beansprucht?

    Ja. Weil das Pflegegeld als Aufwandsentschädigung für die Eigenleistung bei der täglichen Pflege des Angehörigen konzipiert ist, wird es bei der Inanspruchnahme von professioneller Hilfe entsprechend gekürzt oder fällt sogar ganz weg, je nach Umfang der externen Leistungen.

  • 08.

    Was versteht man unter Kombinationsleistungen?

    Erfolgt die Pflege zu einem Teil durch Angehörige und zu einem anderen Teil durch einen Pflegedienstleister, werden Kombinationsleistungen durch die Pflegeversicherung geleistet. Es besteht also ein kombinierter Anspruch auf Übernahme der Kosten für den Pflegedienst (Sachkosten) und auf Pflegegeld für die Eigenleistung, falls der Maximalbetrag der Sachkosten nicht voll ausgeschöpft wird.

  • 09.

    Wie hoch ist das Pflegegeld in Kombination mit der Inanspruchnamhe eines häuslichen Pflegedienstes?

    Die häusliche Pflege erfolgt zu einem Teil durch Angehörige in Eigenleistung und zu einem anderen Teil mit der Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes. Dann besteht weiterhin ein Anspruch auf anteiliges Pflegegeld. Der maximale Anspruch auf Pflegegeld wird dabei um den Prozentsatz gekürzt, mit dem durch den ambulanten Pflegedienst dessen Maximalbetrag ausgeschöpft wird.
    Beispiel: Wird z.B die maximale Kassenleistung in Höhe von 1100 € bei Pflegestufe 2 durch den Pflegedienst zu 60% (= 660 €) aufgezehrt, so bleibt ein Anteil von 40% des maximalen Pflegegelds als Ausgleich für die Eigenleistungen. Es werden 40% von 440 € (= 176 €) ausgezahlt.

  • 10.

    Wie hoch ist das Pflegegeld in Kombination mit der Inanspruchnamhe eines häuslichen Pflegedienstes und teilstationärer Pflege?

    Vor 2015 wurde die gleichzeitige Inanspruchnahme von teilstationärer und ambulanter Pflege zum Teil aufeinander angerechnet, so dass es nur zu anteiligen Leistungen kam. Seit 2015 ist dies anders: Wer ambulante Sachleistungen und/oder Pflegegeld bekommt, kann nun Tages- und Nachtpflege daneben ohne Anrechnung voll in Anspruch nehmen.
    Beispiel: 2014 wurden in Pflegestufe III für die Kombination von Tagespflege und ambulanter Pflege maximal 2.325 Euro erstattet. Seit 2015 erhöht sich dieser Betrag auf bis zu 3.224 Euro, da die volle Inanspruchnahme des teilstationären Dienstes nicht mehr den Leistungen der ambulanten Pflege angerechnet werden.

Pflegegeldrechner 2016 und 2017 starten

Das Thema 'Pflegegeld' finden Sie in den folgenden Rubriken

Pflege, Medizin & Gesundheit