Krankengeldrechner 2017

Krankengeld ist eine Entgeltersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung bei Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit. Nachdem die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall des Arbeitgebers endet, also meistens nach 6 Wochen, erhalten Sie Krankengeld. Mit Hilfe des Krankengeldrechners können Sie anhand Ihrer letzten Gehälter berechnen, wie hoch Ihr Anspruch auf diese Leistung ist. Die grafische Ausgabe veranschaulicht die Versorgungsücke zwischen Ihrem gewohnten Nettogehalt und der Höhe des Krankengeldes der Krankenkasse. Außerdem machen zahlreiche Zusatzinformationen im Ergebnis die Berechnung des Krankengeldanspruchs und der Nettolücke transparent und nachvollziehbar.

Hinweise zur Nutzung des Krankengeldrechners

Geben Sie bitte zunächst Ihr für die Krankenversicherung beitragspflichtiges Bruttogehalt des letzten Monats vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit ein. Falls das monatliche Gehalt nicht immer gleich hoch ist, tragen Sie bitte das durchschnittliche Bruttoeinkommen der letzen drei Monate ein. Zum Bruttoeinkommen zählen auch Sach­bezüge, vermögens­wirksame Leistungen und Mehrarbeits­vergütungen. Ein­malig gezahl­te Arbeits­entgelte, wie z.B. Urlaubs- oder Weih­nachts­geld bitte hier nicht eintragen. Der beitragspflichtige Teil des Bruttogehalts ist der Teil, der zur Beitrags­berech­nung für die Kranken­ver­sicherung zugrunde gelegt wurde. Beitragsfreie Bezüge bleiben hingegen bei der Berechnung des Krankengeldes unberücksichtigt.

Als nächstes geben Sie bitte Ihr monatliches Nettoeinkommen des letzten Monats vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit an. Das Nettogehalt ist das um die Steuern sowie um die Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung verminderte Brutto­Arbeitsgehalt. Auch hier werden Einmalzahlungen, wie z.B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld nicht berücksichtigt.

Die Angabe der Einmalzahlungen erfolgt als nächstes: Geben Sie bitte den beitragspflichtigen Teil Ihrer erhaltenen Einmalzahlungen der letzten 12 Monate vor Beginn der Arbeits­unfähig­keit an. Einmalzahlungen sind z.B. Urlaubsgeld, Weih­nachts­geld oder Gewinnbeteiligungen. Der beitragspflichtige Teil der Einmal­zah­lun­gen ist der Teil, der zur Beitrags­berech­nung für die Kranken­ver­sicherung zugrunde gelegt wurde. Beitragsfreie Bezüge bleiben hingegen bei der Berechnung des Krankengeldes unberücksichtigt. Die Einmalzahlungen werden bei der Krankgengeldberechnung dem monatlichen Gehalt anteilig hinzugerechnet und somit berücksichtigt.

Schließlich ist noch die Angabe erforderlich, ob Sie älter als 23 Jahre und kinderlos sind. Denn Kinder­lose ab dem 24. Lebens­jahr müssen einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung zahlen. Sie haben einen Beitragsanteil in Höhe von 1,525% statt 1,275% (Stand 2017). Diese Prozentsätze fließen in die Berechnung des Krankengeldes ein.

Beispiel für die Berechnung des Krankengeldes

Herr Meyer, verheiratet und ein Kind, verfügt über ein monatliches Bruttogehalt von 3.000 Euro. Netto beträgt sein Arbeitsentgelt 2.000 Euro. Zudem hat er in den vergangenen 12 Monaten Weihnachstgeld und Urlaubsgeld in Höhe von zusammen 3.600 Euro erhalten. Aufgrund einer länger andauernden Krankheit erhält er zunächst von seinem Arbeitgeber die sechswöchige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Im Anschluss hat er Anspruch auf Krankengeld von seiner Krankenkasse.

Kumuliertes Brutto

Anhand Herrn Meyers bisheriger Einkünfte ergibt sich das durchschnittliche beitragspflichtige Bruttogehalt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit in Höhe von 3.300 €. Es setzt sich zusammen aus seinem laufenden Brutto-Monatsgehalt sowie anteilig aus den für die Krankenversicherung beitragspflichtigen Einmalzahlungen, nämlich seinem Weihnachts- und Urlaubsgeld. Dieses kumulierte Brutto ist in § 47 SGB V "Höhe und Berechnung des Krankengeldes" als Regelentgelt definiert. Dieses Regelentgelt ist für die Berechnung des Krankengeldes durch die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung nach oben mit 4.350 € je Monat begrenzt (Stand 2017). Das Regelentgelt ist demnach der kleinere der beiden Beträge, also bei der vorliegenden Rechnung 3.300 €.

Kumuliertes Netto

Analog zur Bestimmung des kumulierten Bruttogehalts erfolgt die Berechung des kumulierten Nettogehalts. Es beträgt bei Herrn Meyer 2.200 € und setzt sich zusammen aus den monatlichen 2.000 € zuzüglich der "auf netto herunter gerechneten" Einmalzahlungen. Hierzu wird das Verhältnis zwischen monatlichem Brutto- und Nettogehalt auch auf die Einmalzahlungen angewandt. Anteilig ergeben sich aus den Einmalzahlungen also hier 200 € je Monat netto.

Krankengeld (brutto)

Die Berechnung des monatlichen Krankengeldes von Herrn Meyer unterliegt folgenden drei Regeln gemäß § 47 SGB V:

  • Das Krankengeld beträgt 70%, also 2.310 € seines kumulierten Bruttos.
  • Das Krankengeld darf zudem 90%, also 1.980 € seines kumulierten Nettogehalts nicht überschreiten.
  • Das Krankengeld darf 100%, also 2.000 € des Monatsgehalts netto (also ohne Einmalzahlungen) nicht überschreiten.

Der kleinste dieser Werte, also 1.980 € ist Herrn Meyers Anspruch auf Krankengeld, von dem allerdings noch Beiträge zur Sozialversicherung abzuziehen sind.

Beiträge zur Sozialversicherung

Von Herrn Meyers Tagessatz an Brutto-Krankengeld werden noch die hälftigen Beitragsanteile zur Sozialversicherung einbehalten. Die andere Hälfte zahlt die Krankenversicherung. Diese hälftigen Anteile betragen derzeit (2017) 9,35% für die Rentenversicherung, 1,50% für die Arbeitslosenversicherung und 1,275% für die Pflegeversicherung. Sie werden prozentual vom Krankengeld (brutto) berechnet. Hätte Herr Mayer kein Kind, müsste er zusätlich einen Zuschlag zur Pflegeversicherung in Höhe von 0,25 Prozent von 80 Prozent des kumulierten Bruttos tragen. Für die Krankenversicherung besteht während des Bezuges von Krankengeld Beitragsfreiheit. Somit werden 12,125% des täglichen Brutto-Krankengeldes von Herrn Meyer einbehalten.

Krankengeld (netto)

Schließlich erhält Herr Meyer ein tägliches Krankengeld in Höhe von 58,00 € bzw. monatlich 1.740,00 €

Netto-Lücke bzw. Versorgungslücke

Herr Meyer erhält somit nach Ablauf der sechswöchigen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall monatlich 460,00 € weniger als er vorher kumuliert zur Verfügung hatte.

Tipps zum Krankengeldrechner

Tipp 1: Krankentagegeldversicherung abschließen

Schließen Sie eine Krankentagegeldversicherung ab, um die Versorgungslücke nach Ablauf der sechswöchigen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall günstig abzusichern.

Tipp 2: Weitere Entgeltersatzleistungen

Zahlreiche Informationen und die passenden Rechner zu weiteren Entgeltersatzleistungen finden Sie in unserem Themenwelten Übergangsgeld und Verletztengeld.


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Medizin & Gesundheit, Arbeit & Soziales