Krankengeldrechner 2020

Krankengeldrechner 2020

Krankengeld ist eine Entgeltersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung bei Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit. Nachdem die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall des Arbeitgebers endet, also meistens nach 6 Wochen, erhalten Sie Krankengeld. Mit Hilfe des Krankengeldrechners können Sie anhand Ihrer letzten Gehälter berechnen, wie hoch Ihr Anspruch auf diese Leistung ist. Die grafische Ausgabe veranschaulicht die Versorgungsücke zwischen Ihrem gewohnten Nettogehalt und der Höhe des Krankengeldes der Krankenkasse. Außerdem machen zahlreiche Zusatzinformationen im Ergebnis die Berechnung des Krankengeldanspruchs und der Nettolücke transparent und nachvollziehbar.

Hinweise zur Nutzung des Krankengeldrechners

Wählen Sie bitte zunächst aus, für welches Kalenderjahr die Berech­nung des Krankengeldes durchgeführt werden soll. Abhängig davon werden ggf. unter­­schied­­liche Sozial­­versich­erungs­sätze, Beitrags­­bemessungs­­grenzen oder Bezugs­­größen für die Krankengeld­­berech­nung verwen­det.

Geben Sie bitte dann Ihr für die Krankenversicherung beitragspflichtiges Bruttogehalt des letzten Monats vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit ein. Zum Bruttoeinkommen zählen auch Sach­bezüge, vermögens­wirksame Leistungen und Mehrarbeits­vergütungen. Ein­malig gezahl­te Arbeits­entgelte, wie z.B. Urlaubs- oder Weih­nachts­geld bitte hier nicht eintragen. Der beitragspflichtige Teil des Bruttogehalts ist der Teil, der zur Beitrags­berech­nung für die Kranken­ver­sicherung zugrunde gelegt wurde. Beitragsfreie Bezüge bleiben hingegen bei der Berechnung des Krankengeldes unberücksichtigt.

Als nächstes geben Sie bitte Ihr monatliches Nettoeinkommen des letzten Monats vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit an. Das Nettogehalt ist das um die Steuern sowie um die Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung verminderte Brutto­Arbeitsgehalt. Auch hier werden Einmalzahlungen, wie z.B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld nicht berücksichtigt.

Die Angabe der Einmalzahlungen erfolgt als nächstes: Geben Sie bitte den beitragspflichtigen Teil Ihrer erhaltenen Einmalzahlungen der letzten 12 Monate vor Beginn der Arbeits­unfähig­keit an. Einmalzahlungen sind z.B. Urlaubsgeld, Weih­nachts­geld oder Gewinnbeteiligungen. Der beitragspflichtige Teil der Einmal­zah­lun­gen ist der Teil, der zur Beitrags­berech­nung für die Kranken­ver­sicherung zugrunde gelegt wurde. Beitragsfreie Bezüge bleiben hingegen bei der Berechnung des Krankengeldes unberücksichtigt. Die Einmalzahlungen werden bei der Krankgengeld­berechnung dem monatlichen Gehalt anteilig hinzugerechnet und somit berücksichtigt.

Schließlich ist noch die Angabe erforderlich, ob Sie älter als 23 Jahre und kinderlos sind. Denn Kinder­lose ab dem 24. Lebens­jahr müssen einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung zahlen. Sie haben einen Beitragsanteil in Höhe von 1,775 Prozent statt 1,525 Prozent (Stand 2020). Diese Prozentsätze fließen in die Berechnung des Krankengeldes ein.

Beispiel für die Berechnung des Krankengeldes

Herr Meyer, verheiratet und ein Kind, verfügt 2020 über ein monatliches Bruttogehalt von 3.000 Euro. Netto beträgt sein Arbeitsentgelt 2.000 Euro. Zudem hat er in den vergangenen 12 Monaten Weihnachstgeld und Urlaubsgeld in Höhe von zusammen 3.600 Euro erhalten. Aufgrund einer länger andauernden Krankheit erhält er zunächst von seinem Arbeitgeber die sechswöchige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Im Anschluss hat er Anspruch auf Krankengeld von seiner Krankenkasse.

Kumuliertes Brutto

Anhand Herrn Meyers bisheriger Einkünfte ergibt sich das kumulierte beitragspflichtige Bruttogehalt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit in Höhe von 3.300 Euro. Es setzt sich zusammen aus seinem laufenden Brutto-Monatsgehalt sowie anteilig aus den für die Krankenversicherung beitragspflichtigen Einmalzahlungen, nämlich seinem Weihnachts- und Urlaubsgeld. Dieses kumulierte Brutto ist in § 47 SGB V "Höhe und Berechnung des Krankengeldes" als Regelentgelt definiert. Dieses Regelentgelt ist für die Berechnung des Krankengeldes durch die Beitrags­bemessungs­grenze der Krankenversicherung nach oben mit 4.687,50 Euro je Monat begrenzt (Stand 2020). Das Regelentgelt ist demnach der kleinere der beiden Beträge, also bei der vorliegenden Rechnung 3.300 Euro.

Kumuliertes Netto

Analog zur Bestimmung des kumulierten Bruttogehalts erfolgt die Berechung des kumulierten Nettogehalts. Es beträgt bei Herrn Meyer 2.200 Euro und setzt sich zusammen aus den monatlichen 2.000 Euro zuzüglich der "auf netto herunter gerechneten" Einmalzahlungen. Hierzu wird das Verhältnis zwischen monatlichem Brutto- und Nettogehalt auch auf die Einmalzahlungen angewandt. Anteilig betragen die Einmalzahlungen also hier 200 Euro je Monat netto.

Krankengeld (brutto)

Die Berechnung des monatlichen Krankengeldes von Herrn Meyer unterliegt folgenden drei Regeln gemäß § 47 SGB V:

  • Das Krankengeld beträgt 70 Prozent, also 2.310 Euro seines kumulierten Bruttos.
  • Das Krankengeld darf zudem 90 Prozent, also 1.980 Euro seines kumulierten Nettogehalts nicht überschreiten.
  • Das Krankengeld darf 100 Prozent, also 2.000 Euro des Monatsgehalts netto (also ohne Einmalzahlungen) nicht überschreiten.

Der kleinste dieser Werte, also 1.980 Euro ist Herrn Meyers Anspruch auf Krankengeld, von dem allerdings noch Beiträge zur Sozialversicherung abzuziehen sind.

Beiträge zur Sozialversicherung und Steuern

Von Herrn Meyers Tagessatz an Brutto-Krankengeld werden noch die hälftigen Beitragsanteile zur Sozialversicherung einbehalten. Die andere Hälfte zahlt die Krankenversicherung. Diese hälftigen Anteile betragen derzeit (2020) 9,3 Prozent für die Rentenversicherung, 1,2 Prozent für die Arbeitslosen­versicherung und 1,525 Prozent für die Pflegeversicherung. Sie werden prozentual vom Krankengeld (brutto) berechnet. Hätte Herr Mayer kein Kind, müsste er zusätlich einen Zuschlag zur Pflegeversicherung in Höhe von 0,25 Prozent von 80 Prozent des kumulierten Bruttos tragen. Für die Krankenversicherung besteht während des Bezuges von Krankengeld Beitragsfreiheit. Somit werden 12,025 Prozent des täglichen Brutto-Krankengeldes von Herrn Meyer einbehalten.

Krankengeld ist steuerfrei, muss jedoch bei der Steuererklärung angegeben werden. Es wird zur Berechnung des Steuersatzes herangezogen und unterliegt dem Progressionsvorbehalt, wodurch letztlich doch eine steuerliche Mehrbelastung aufgrund des Krankengeldes entsteht. Die steuerlichen Auswirkungen können mit dem Progressionsvorbehalt-Rechner berechnet werden.

Krankengeld (netto)

Schließlich erhält Herr Meyer ein tägliches Krankengeld in Höhe von 58,06 Euro bzw. monatlich 1.741,80 Euro

Netto-Lücke bzw. Versorgungslücke

Herr Meyer erhält somit nach Ablauf der sechswöchigen Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall monatlich 458,20 Euro weniger als er vorher kumuliert zur Verfügung hatte.

Tipps zum Krankengeldrechner

Tipp 1: Kranken­tagegeld­versicherung abschließen

Schließen Sie eine Kranken­tagegeld­versicherung ab, um die Versorgungslücke nach Ablauf der sechswöchigen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall günstig abzusichern.

Tipp 2: Weitere Entgeltersatz­leistungen

Zahlreiche Informationen und die passenden Rechner zu weiteren Entgeltersatz­leistungen finden Sie in unserem Themenwelten Übergangsgeld und Verletztengeld.

Fragen unserer Nutzer und Antworten der Redaktion

  • Werden Monate mit 31 Tagen auf 30 vergütete Tage gekürzt?

    Unser Nutzer be....l.de hatte am 30.05.2020 folgende Frage:
    Hallo,
    habe folgende Frage: wurde mein Krankengeld falsch berechnet oder wird bei längerer Krankheit für den 31. des Monats kein Krankengeld bezahlt?
    Also, werden Monate mit 31 Tagen auf 30 vergütete Tage gekürzt?
    Freundliche Grüsse
    Betty N.
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 30.05.2020:
    Sehr geehrte Frau N.,
    vielen Dank für Ihre Anfrage. Bezüglich der 30 Tage wurde Ihr Krankengeld korrekt berechnet. Denn nach § 47 Abs. 1 Satz 7 SGB V gilt: Die Zahlung des Krankengeldes erfolgt bei vollen Monaten immer mit 30 Tagen. Ist ein Monat nicht voll mit Krankengeld belegt, sind die restlichen Kalendertage des betreffenden Monats anzusetzen.
    Mit herzlichen Grüßen
  • Wie viel Arbeitstage werden dem Krankengeld zugrunde gelegt

    Unser Nutzer mi.....com hatte am 07.09.2019 folgende Frage:
    Wie viel Arbeitstage werden dem Krankengeld zugrunde gelegt?
    MfG
    Michaele R
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 07.09.2019:
    Sehr geehrte Frau R.,
    vielen Dank für Ihre Anfrage. Meinen Sie mit Ihrer Frage, wie viele Tage dem monatlichen Krankengeld zugrunde gelegt wird?
    Generell wird das Krankengeld tageweise berechnet. Dies wäre der Betrag unter „täglich“ ganz rechts im Ergebnis. Links daneben unter „monatlich“ wird im Rechner der tägliche Anspruch mit 30 multipliziert. Gemäß Gesetz werden unabhängig vom Monat stets 30 Tage zugrunde gelegt.
    Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage damit beantworten und verbleibe mit besten Grüßen
  • Haben Sie auch eine Frage zum Thema Krankengeld?

    Haben Sie fachliche Fragen, dann hilft Ihnen unsere fachliche Beratung gerne weiter.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Krankengeld" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 26.05.2020

Die Seiten der Themenwelt "Krankengeld" wurden zuletzt am 26.05.2020 redaktionell überprüft durch Stefan Banse. Sie entsprechen alle dem aktuellen Stand.

Vorherige Änderungen am 05.11.2019

  • 05.11.2019: Berücksichtigung der geänderten Parameter für die neuen Sozialversicherungs­beiträge, Bemessungsgrenzen und Bezugsgrößen 2020 im Krankengeldrechner.
  • 05.11.2019: Erweitern des Krankengeldrechners um die Auswahl des Berechnungsjahres.
  • 10.11.2018: Anpassung der Logik des Krankengeldrechners an die neuen Sozialversicherungsbeiträge, Bemessungsgrenzen und Bezugsgrößen 2019
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt