ICD-Schlüssel - bestimmen Sie die passende Diagnose

Ihr behandelnder Arzt muss Diagnosen z.B. auf Ihrer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verschlüsseln. Hier können Sie sich den vollständigen Diagnosetext, dazugehörige Synonyme und die entsprechende Einordnung in die Hierarchie der internationalen ICD-Klassifikation anzeigen lassen. Umgekehrt ermöglicht der ICD-Rechner eine Freitextsuche, um anhand einer unverschlüsselten Diagnose oder anhand von Krankheitbegriffen aus dem gewöhnlichen Sprachgebrauch die passenden ICD-Codes zu finden.

Allgemeines zur ICD-Verschlüsselung

In Deutsch­land müssen Diag­nosen in der statio­nären und in der ambu­lanten vertrags­ärzt­lichen Ver­sor­gung nach ICD-10-GM ver­schlüsselt werden. Die ICD-10-GM (German Modification) ist eine an die Erfor­der­nisse des deutschen Gesund­heits­wesens angepasste Fassung der aktuellen inter­nationalen Fassung ICD-10-WHO. Dabei steht die Abkürzung ICD für "Inter­national Statis­tical Classifi­cation of Diseases and Related Health Problems". Diese Klassi­fikation wird durch die WHO heraus­gegeben und ist das wichtigste, welt­weit anerkannte Diagnose­klassi­fika­tions­system der Medizin. Herausgeber der deutschen Fassung ist das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) .

Eingabehilfe zum Rechner

ICD-Code bzw. Diagnosetext

Bitte geben Sie einen ICD-Code (z.B. "A01.1") ein, um den dazu­gehörigen Diagnose­text zu berechnen. Oder geben Sie einen Diagnose­text ein (ggf. mehrere durch Frei­zeichen getrennte (Teil-)Such­begriffe), um die dazu­gehörenden ICD-Codes zu erhalten. Dabei werden genau die Codes gefunden, in deren Diagnosetext alle Suchbegriffe vorkommen. Den ICD-Code finden Sie z.B. auf der Arbeits­unfähig­keits­beschei­nigung. Der ICD-Rechner erkennt dabei automatisch, ob Sie anhand eines ICD-Schlüssels den entsprechenden Diagnosetext berechnen möchten oder ob die Eingabe zu einer Volltextsuche für die Berechnung eines ICD-Schlüssels dienen soll.

Struktur des ICD-Schlüssels

Jeder Diagnose wird ein bis zu 5-stelliger Code zugeordnet. Der Code hat das Format X00.00, wobei X für einen Buchstaben von A-Z und die Nullen für eine Ziffer von 0-9 stehen. Die ersten drei Stellen kodieren eine grobe Diagnose, die vierte und fünfte Stelle dienen der weiteren Unterteilung bzw. Verfeinerung.

Beispiel für den Aufbau eines ICD-Schlüssels

Der ICD-Schlüssel E11.75 für die Diagnose "Diabetes mellitus, Typ 2: Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, als entgleist bezeichnet" setzt sich folgendermaßen zusammen:

Herleitung E11.75
E11      Diabetes mellitus, Typ 2
---.7    Mit multiplen Komplikationen
---.-5   Mit diabetischem Fußsyndrom, als entgleist bezeichnet

Struktur der ICD Daten

Die ICD-10-GM Klasssi­fikation besteht hauptsächlich aus einem system­atischen und einem alpha­betischen Teil.

Systematik

Das system­atische Ver­zeich­nis (System­atik) der ICD-Klassifikation bildet die hierar­chisch geord­nete Liste aller ICD-Codes sowie deren dazu­gehör­ige Diag­nose­texte. Dabei sind die einzelnen ICD-Codes mit ihren korrespondierenden Diagnosetexten jeweils einer Gruppe zugeordnet, die wiederum einem bestimmten Kapitel zugeordnet ist. Es gibt ca. 16.000 verschiedene ICD-Kodes, rund 250 übergeordnete Gruppen sowie 22 darüber liegende Kapitel.

Beispiel für Systematik
ICD-Schlüssel E.11.7 "Diabetes mellitus, Typ 2: Mit multiplen Komplikationen"   
   => Code-Gruppe E.11 "Diabetes mellitus, Typ 2"   
         => Code-Bereich E10-E14 "Diabetes mellitus"   
               => Kapitel IV "Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten"   

Alphabet

Das alphabetische Verzeichnis (Alphabet) der ICD-Klassifikation umfasst eine umfang­reiche Samm­lung ver­schlüssel­ter Diag­nosen aus dem Sprach­gebrauch, denen der je­weilige ICD-Kode zu­geordnet ist. Die EDV-Fassung ent­hält über 78.000 sol­cher Texte. Das früher Diagnosen­thesaurus genannte Alpha­bet entsteht nicht einfach aus einer Alpha­beti­sierung der Ein­träge des system­atischen Ver­zeich­nisses. Es besteht aus weit­aus mehr Ein­trägen, denn es ent­hält zahl­reiche syno­nyme Bezeich­nungen zu den im system­atischen Ver­zeichnis vor­kommen­den Diag­nose­texten. Daneben sind oft auch ungenaue und möglicher­weise veraltete Bezeich­nungen auf­genommen, weil diese noch in ärzt­lichen Auf­zeich­nungen vor­kommen können.

ICD-10-GM als Daten­grund­lage für den ICD-Rechner

Daten­grund­lage ist die ICD-10-GM (Inter­natio­nale sta­tis­tische Klassi­fika­tion der Krank­heiten und verwan­dter Gesund­heits­probleme, 10. Revision, German Modi­fication). Sie ist die amt­liche Klassi­fika­tion zur Ver­schlüs­selung von Diag­nosen in der ambu­lanten und statio­nären Ver­sorgung in Deutsch­land. Die jähr­lich neue Ver­sion von ICD-10-GM wird grund­sätz­lich zum Anfang eines Jahres wirk­sam. Dabei erfolgt die Weiter­entwick­lung der Daten über ein trans­parentes Vor­schlag­ver­fahren, bei dem sich alle Mit­wir­kenden des Gesund­heits­wesens betei­ligen können. Ein­gehende Vor­schlä­ge werden von authori­sierten Fach­leuten auf­bereitet. Die Um­setzung in eine neue Ver­sion erfolgt in einem auf­wendigen Bearbei­tungs- und Abstimmungs­prozess, der alle Betei­ligten am Ent­gelt­system mit einschließt. Pünkt­lich zum nächsten Gültig­keits­termin wird obiger ICD-Rechner auto­matisch mit der dann aktuellen Datei gekop­pelt.

Berechnungsbeispiel bei Eingabe eines ICD-Codes

Frau Schäfer erhält von ihrem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Einreichung bei ihrer Krankenkasse. Ihr Arzt hat die Diagnose mit dem ICD-Code H72.9 verschlüsselt. Nach Eingabe des Codes erhält Frau Schäfer den Diagnosetext "Trommelfellperforation, nicht näher bezeichnet". Unter Synonyme listet ihr der ICD-Rechner weitere passende Bezeichnungen auf, wozu auch der für sie besser verständliche Begriff "Trommelfelldefekt" gehört. Außerdem erhält Frau Schäfer weitere Informationen darüber, wie Ihre Krankheit im ICD-System eingeordnet ist: Sie gehört zum Code-Bereich H65-H75: "Krankheiten des Mittelohres und des Warzenfortsatzes" in Kapitel VIII: "Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes".

Berechnungsbeispiel bei Eingabe eines Diagnosetextes

Frau Schäfer möchte interessehalber wissen, welche Diagnosen eventuell auch zu ihrem Leiden gehören könnten und gibt den Suchbegriff "Trommelfell" ein. Der ICD-Rechner berechnet ihr dann die entsprechenden ICD-Schlüssel nebst Diagnosetext, die den Suchbegriff enthalten, worunter natürlich auch wieder der ursprüngliche ICD-Code H72.9 aufgelistet ist.


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Medizin & Gesundheit