ICD-Schlüssel - bestimmen Sie die passende Diagnose

Aktualisiert am von Stefan Banse

Ihr behandelnder Arzt muss Diagnosen z.B. auf Ihrer Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung verschlüsseln. Hier können Sie sich den vollständigen Diagnosetext, dazugehörige Synonyme und die entsprechende Einordnung in die Hierarchie der internationalen ICD-Klassifikation anzeigen lassen. Umgekehrt ermöglicht der ICD-Rechner eine Freitextsuche, um anhand einer unverschlüsselten Diagnose oder anhand von Krankheitbegriffen aus dem gewöhnlichen Sprachgebrauch die passenden ICD-Codes zu finden.

Allgemeines zur ICD-Verschlüsselung

In Deutsch­land müssen Diag­nosen in der statio­nären und in der ambu­lanten vertrags­ärzt­lichen Ver­sor­gung nach ICD-10-GM ver­schlüsselt werden. Die ICD-10-GM (German Modification) ist eine an die Erfor­der­nisse des deutschen Gesund­heits­wesens angepasste Fassung der aktuellen inter­nationalen Fassung ICD-10-WHO. Dabei steht die Abkürzung ICD für "Inter­national Statis­tical Classifi­cation of Diseases and Related Health Problems". Diese Klassi­fikation wird durch die WHO heraus­gegeben und ist das wichtigste, welt­weit anerkannte Diagnose­­klassi­fika­tions­­system der Medizin. Herausgeber der deutschen Fassung ist das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) .

Eingabehilfe zum Rechner

ICD-Code bzw. Diagnosetext

Bitte geben Sie einen ICD-Code (z.B. "A01.1") ein, um den dazu­gehörigen Diagnose­text zu berechnen. Oder geben Sie einen Diagnose­text ein (ggf. mehrere durch Frei­zeichen getrennte (Teil-)Such­begriffe), um die dazu­gehörenden ICD-Codes zu erhalten. Dabei werden genau die Codes gefunden, in deren Diagnosetext alle Suchbegriffe vorkommen. Den ICD-Code finden Sie z.B. auf der Arbeits­unfähig­keits­beschei­nigung. Der ICD-Rechner erkennt dabei automatisch, ob Sie anhand eines ICD-Schlüssels den entsprechenden Diagnose­text berechnen möchten oder ob die Eingabe zu einer Volltextsuche für die Berechnung eines ICD-Schlüssels dienen soll.

Struktur des ICD-Schlüssels

Jeder Diagnose wird ein bis zu 5-stelliger Code zugeordnet. Der Code hat das Format X00.00, wobei X für einen Buchstaben von A-Z und die Nullen für eine Ziffer von 0-9 stehen. Die ersten drei Stellen kodieren eine grobe Diagnose, die vierte und fünfte Stelle dienen der weiteren Unterteilung bzw. Verfeinerung.

Beispiel für den Aufbau eines ICD-Schlüssels

Der ICD-Schlüssel E11.75 für die Diagnose "Diabetes mellitus, Typ 2: Mit multiplen Komplikationen: Mit diabetischem Fußsyndrom, als entgleist bezeichnet" setzt sich folgendermaßen zusammen:

Herleitung E11.75
E11      Diabetes mellitus, Typ 2
---.7    Mit multiplen Komplikationen
---.-5   Mit diabetischem Fußsyndrom, als entgleist bezeichnet

Struktur der ICD Daten

Die ICD-10-GM Klassi­fikation besteht hauptsächlich aus einem system­atischen und einem alpha­betischen Teil.

Systematik

Das system­atische Ver­zeich­nis (System­atik) der ICD-Klassifikation bildet die hierar­chisch geord­nete Liste aller ICD-Codes sowie deren dazu­gehör­ige Diag­nose­texte. Dabei sind die einzelnen ICD-Codes mit ihren korrespondierenden Diagnosetexten jeweils einer Gruppe zugeordnet, die wiederum einem bestimmten Kapitel zugeordnet ist. Es gibt ca. 16.000 verschiedene ICD-Kodes, rund 250 übergeordnete Gruppen sowie 22 darüber liegende Kapitel.

Beispiel für Systematik
ICD-Schlüssel E.11.7 "Diabetes mellitus, Typ 2: Mit multiplen Komplikationen"   
   => Code-Gruppe E.11 "Diabetes mellitus, Typ 2"   
         => Code-Bereich E10-E14 "Diabetes mellitus"   
               => Kapitel IV "Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten"   

Alphabet

Das alphabetische Verzeichnis (Alphabet) der ICD-Klassifikation umfasst eine umfang­reiche Samm­lung ver­schlüssel­ter Diag­nosen aus dem Sprach­­gebrauch, denen der je­weilige ICD-Kode zu­geordnet ist. Die EDV-Fassung ent­hält über 78.000 sol­cher Texte. Das früher Diagnosen­thesaurus genannte Alpha­bet entsteht nicht einfach aus einer Alpha­beti­sierung der Ein­träge des system­atischen Ver­zeich­nisses. Es besteht aus weit­aus mehr Ein­trägen, denn es ent­hält zahl­reiche syno­nyme Bezeich­nungen zu den im system­atischen Ver­zeichnis vor­kommen­den Diag­nose­­texten. Daneben sind oft auch ungenaue und möglicher­weise veraltete Bezeich­nungen auf­genommen, weil diese noch in ärzt­lichen Auf­zeich­nungen vor­kommen können.

ICD-10-GM als Daten­grund­lage für den ICD-Rechner

Daten­grund­lage ist die ICD-10-GM (Inter­natio­nale sta­tis­tische Klassi­fika­tion der Krank­heiten und verwan­dter Gesund­heits­probleme, 10. Revision, German Modi­fication). Sie ist die amt­liche Klassi­fika­tion zur Ver­schlüs­selung von Diag­nosen in der ambu­lanten und statio­nären Ver­sorgung in Deutsch­land. Die jähr­lich neue Ver­sion von ICD-10-GM wird grund­sätz­lich zum Anfang eines Jahres wirk­sam. Dabei erfolgt die Weiter­entwick­lung der Daten über ein trans­parentes Vor­schlag­ver­fahren, bei dem sich alle Mit­wir­kenden des Gesund­heits­wesens betei­ligen können. Ein­gehende Vor­schlä­ge werden von authori­sierten Fach­leuten auf­bereitet. Die Um­setzung in eine neue Ver­sion erfolgt in einem auf­wendigen Bearbei­tungs- und Abstimmungs­­prozess, der alle Betei­ligten am Ent­gelt­system mit einschließt. Pünkt­lich zum nächsten Gültig­keits­termin wird obiger ICD-Rechner auto­matisch mit der dann aktuellen Datei gekop­pelt.

Berechnungsbeispiel bei Eingabe eines ICD-Codes

Frau Schäfer erhält von ihrem Arzt eine Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung zur Einreichung bei ihrer Krankenkasse. Ihr Arzt hat die Diagnose mit dem ICD-Code H72.9 verschlüsselt. Nach Eingabe des Codes erhält Frau Schäfer den Diagnosetext "Trommelfell­perforation, nicht näher bezeichnet". Unter Synonyme listet ihr der ICD-Rechner weitere passende Bezeichnungen auf, wozu auch der für sie besser verständliche Begriff "Trommelfelldefekt" gehört. Außerdem erhält Frau Schäfer weitere Informationen darüber, wie Ihre Krankheit im ICD-System eingeordnet ist: Sie gehört zum Code-Bereich H65-H75: "Krankheiten des Mittelohres und des Warzen­fortsatzes" in Kapitel VIII: "Krankheiten des Ohres und des Warzen­fortsatzes".

Berechnungsbeispiel bei Eingabe eines Diagnosetextes

Frau Schäfer möchte interessehalber wissen, welche Diagnosen eventuell auch zu ihrem Leiden gehören könnten und gibt den Suchbegriff "Trommelfell" ein. Der ICD-Rechner berechnet ihr dann die entsprechenden ICD-Schlüssel nebst Diagnosetext, die den Suchbegriff enthalten, worunter natürlich auch wieder der ursprüngliche ICD-Code H72.9 aufgelistet ist.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "ICD-Diagnose" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 18.10.2018

Die letzten Änderungen in der Themenwelt "ICD-Diagnose" wurden am 18.10.2018 umgesetzt durch Stefan Banse. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • Hinterlegen der endgültigen Fassung der ICD-10-GM Version 2019 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification). Diese Version wird im ICD-Schlüssel-Rechner automatisch ab 1. Januar 2019 verwendet.
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt