Minijob-Rechner 2016

Überlegen Sie einen Minijob anzutreten? Beschäftigen Sie eine Putzhilfe auf 450 Euro-Basis? Wollen Sie geringfügig Beschäftigte in Ihrem Betrieb einstellen? Sie alle möchten wissen, ob hierfür Sozialversicherungsleistungen, Steuern und sonstige Abgaben anfallen. Mit dem Minijob-Rechner erfahren Arbeitgeber und Arbeinehmer im Handumdrehen, welche finanziellen Auswirkungen die Beschäftigung auf 450-Euro-Basis hat. Zahlreiche Informationen verbergen sich auch hinter den Info-Buttons im Ergebnis des Minijob-Rechners. So werden zum Beispiel bei Ausübung im Privathaushalt interessante Steuertipps beim Info-Button Gesamtaufwand eingeblendet.

Synonyme für den Minijob

Minijob bzw 450-Euro-Job sind gebräuchliche Begriffe für den unter § 8 SGB IV geregelten Begriff der "Geringfügigen Beschäftigung". Oft fällt auch noch der Begriff 400-Euro-Job. Dies liegt daran, dass die Geringfügigkeitsgrenze bis zum 31.12.2012 noch 400 Euro betragen hat. Seit dem 01.01.2013 beträgt die Arbeitsentgeltgrenze 450 Euro. Das heißt, bis zu einem monatlichen Lohn in Höhe dieser Grenze gilt eine Beschäftigung als geringfügige Beschäftigung.

Das Besondere am Minijob

Für den Minijobber ist die Beschäftigung bis auf einen Anteil zur gesetzlichen Rentenversicherung sozialversicherungs- und steuerfrei. Von der Beitragspflicht zur Rentenversicherung kann er sich jedoch ohne weiteres befreien lassen. Dann erhält er netto genauso viel wie brutto. Die Anstellung einer Putzfrau bzw. Haushaltshilfe ist für den Arbeitgeber u.a. aufgrund der besonders niedrigen Sozialversicherungsbeiträge und Steuern sehr lukrativ.

Arbeitgeberbelastung beim Minijob

Das trägt der Arbeitgeber Minijob
Betrieb
Minijob
Privathaushalt
Krankenversicherung 13% 5%
Rentenversicherung 15% 5%
Pauschalsteuer (enthält Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) 2% 2%
Umlage U1 - Lohnfortzahlung wg. Krankheit 1,0% 1,0%
Umlage U2 - Mutterschutzaufwendungen 0,3% 0,3%
Umlage U3 - Insolvenzgeldumlage 0,12%  
Unfallversicherung 1.3%* 1,6%**
Abgaben gesamt 32,75%*** 14,90%

*   Bei gewerblichen Minijobs wird ein individueller, vom jeweiligen Gewerbe und Gefahrenklasse abhängiger Satz erhoben. Im Mittel sind dies 1,3% gemäß Angaben der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)
**  Festgelegter Einheitsbeitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung
*** 30,99% zzgl. 1,3% als mittleren Satz für die gesetzliche Unfallversicherung gemäß Angaben der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

Minijobs im Privathaushalt vs. Minijobs im Betrieb

Unterschieden wird, ob der Minijob als Haushaltshilfe bzw. Putzfrau im Privathaushalt oder anderweitig in einem Betrieb durchgeführt wird. Abhängig davon ist, wie viele und welche Steuer- und Sozialabgaben gemacht werden müssen. Grundsätzlich fallen für die Ausübung eines Minijobs in Form haushaltsnaher Dienstleistungen geringere Abgaben an, als bei einer gewerblichen Beschäftigung. Eine haushaltsnahe Dienstleistung ist im Einkommensteuergesetz definiert. Es geht dabei um Arbeiten in privaten Haushalten, die sonst gewöhnlich durch Mitglieder dieses Haushalts erledigt werden. Dazu zählen z.B. Putzen, Fenster putzen, Waschen, Bügeln, Kochen, Nähen, Einkaufen, Backen und auch Gartenarbeiten.

Verzicht auf Rentenversicherungspflicht

Minijobber können sich nach § 6 Abs. 1b SGB VI durch schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber von der Pflicht zur Zahlung von Beiträgen für die gesetzliche Rentenversicherung befreien lassen. Falls der Minijob bereits vor 2013 bestand und die alte 400 Euro-Grenze nach wie vor nicht überschritten ist, besteht ohnehin keine Versicherungspflicht. Seit Anfang 2013 unterliegen neu angetretene Minijobs der Rentenversicherung, so dass der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag in Höhe von 15% bzw. 5% (Minijob in Privathaushalt) trägt. Der Minijobber muss den Beitrag auf die Höhe des allgemeinen Satzes der gesetzlichen Rentenversicherung von 18,7 Prozentpunkten (Stand 2016) aufstocken, so dass er einen Anteil von 3,7% bzw. 13,7% (Minijob in Privathaushalt) hat. Wie erwähnt, können sich Minijobber von dieser Pflicht befreien lassen, der Arbeitgeber muss jedoch in jedem Fall den oben angegebenen Pauschalbetrag in Höhe von 15% bzw. 5% beisteuern.

Achtung: Rentenversicherung kann relativ teuer werden

Grundsätzlich müssen Arbeitnehmer, sofern sie sich nicht von der Beitragspflicht befreien lassen haben, den vom Arbeitgeber getragenen anteiligen Rentenbeitrag aufstocken. Und zwar, wie oben beschrieben auf die Höhe des allgemeinen Satzes der gesetzlichen Rentenversicherung von 18,7% des Bruttoeinkommens (Stand 2016). Der Pflichtbeitrag zur Rentenversicherung wird jedoch immer von mindestens 175 Euro, der sogenannten Mindestbeitragbemessungsgrenze berechnet. Demnach betragen die Rentenbeiträge mindestens 18,7 Prozentpunkte von 175 Euro, also 32,73 Euro. Wenn das Monatsbrutto unterhalb dieser 175 Euro liegt, müssen die Zahlungen des Arbeitgebers nicht nur bis zum allgemeinen Prozensatz der gesetzlichen Rentenversicherung aufgestockt werden, sondern bis zum Mindestbeitrag in Höhe von 32,73 Euro. Denn die Leistungen des Arbeitgebers bleiben von dieser Regelung unberührt. Dies führt bei niedrigen Einkommen bis zu rund 30 Euro zu einem negativen Nettoeinkommen, so dass der Minijobber dies dem Arbeitgeber sogar zu erstatten hat. Dafür sammelt er aber weiter Rentenpunkte...

Der Rechner berücksichtigt diesen Sachverhalt und gibt Ihnen anhand der zahlreichen Info-Button im Ergebnis viele Detailinfos zu Ihren Eingaben.

Minijob und Krankenversicherung

Für den Fall, dass der Minijobber privatversichert ist, muss der Arbeitgeber keine Abgaben für die Krankenversicherung tätigen. Falls er gesetzlich versichert ist - auch über den Partner -, muss der Arbeitgeber pauschal 13% bzw. 5% (bei einem Minijob im Privathaushalt) des Lohns an die Minijob-Zentrale abführen.

20% Steuern sparen mit Putzhilfe

Der Rechner kann noch mehr: Sofern die Ausübung des Minijobs durch eine Putzfrau oder Haushaltshilfe in Ihrem Privathaushalt erfolgt, ermittelt der Minijob-Rechner Ihre mögliche Steuerersparnis. Denn haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie zu einem Anteil von 20% bis zu einem Höchstbetrag von Ihrer Einkommensteuer abziehen lassen.

Beispielrechnung: Sie beschäftigen eine Putzhilfe, die neben den üblichen Putzarbeiten auch Ihre gesamte Wäsche macht. Dafür erhält sie wöchentlich 40 Euro, also monatlich 160 Euro. Der Minijob-Rechner ermittelt für Sie einen monatlichen Gesamtaufwand inkl. aller Abgaben und Steuern von 183,84 Euro. 20% dieses Gesamtaufwands von 183,84 Euro, also rund 37 Euro können Sie als haushaltsnahe Dienstleistung von Ihrer Einkommensteuer abziehen lassen. Damit erhalten Sie einen echten Steuerbonus. Ihr Gesamtaufwand nach Steuern beträgt also nur noch rund 147 Euro. Obwohl sie Steuer- und Sozialabgaben zahlen mussten, haben Sie unterm Strich weniger ausgegeben, als wenn Sie Ihrer Putzhilfe die Entlohnung an der Steuer "vorbei" bezahlt hätten. Dann hätten Sie 160 Euro ausgegeben. Sie sparen also dank Ihrer Steuerehrlichkeit rund 13 Euro. Auch Ihre Haushaltshilfe profitiert: Sie ist z.B. im Falle eines Unfalls besser abgesichert, erhält aber bei Verzicht auf ihre Rentenversicherung-Pflicht trotzdem den gleichen Nettolohn.

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Arbeit & Soziales, Steuerrechner