Mindestlohn

Mindestlohn-Rechner 2023

Thema Mindestlohn ﹣ Rechner

Der Mindestlohn-Rechner berechnet Ihr Monatsgehalt anhand Ihres Stundenlohns und Ihrer Arbeitszeit. Umgekehrt können Sie Ihren Stundenlohn anhand des Monatsgehalts errechnen. Dabei wird auch stets die Differenz zum Mindestlohn ausgegeben und in einem grafischen Chart anschaulich verdeutlicht. Aktueller Mindestlohn: 12,00 Euro. Der gesetzliche Mindestlohn 2023 beträgt, wie bereits im vierten Quartal des Vorjahres 12 Euro.

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Die wichtigsten Themen zum Mindestlohn-Rechner

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Wie hoch ist der gesetzliche Mindestlohn?

Zum 1. Januar 2015 wurde der erste gesetzliche Mindestlohn durch die Bundesregierung beschlossen. Seitdem müssen Arbeitgeber mindestens diesen Lohn je Stunde zahlen. "Gesetzlich" bedeutet u.a., dass auch ein freiwilliger Lohnverzicht des Arbeitnehmers nicht erlaubt ist. Der Mindestlohn wird alle zwei Jahre durch eine Kommission geprüft und ggf. angepasst.

Dadurch soll verhindert werden, dass Arbeitnehmer trotz Vollzeitbeschäftigung nicht in der Lage sind, ihre Lebenshaltungskosten zu decken.

Allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland
20158,50 €
20168,50 €
20178,84 €
20188,84 €
20199,19 €
20209,35 €
1. Halbjahr 20219,50 €
2. Halbjahr 20219,60 €
1. Halbjahr 20229,82 €
3. Quartal 2022 (Juli-Sep.)10,45 €
4. Quartal 2022 (Okt.-Dez.)12,00 €
202312,00 €
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Was ist "Verstetigtes Monatsgehalt"?

Die einzelnen Monate haben bekanntermaßen unterschiedlich viele Werktage. Um einen gleichmäßigen Monatslohn anhand des Mindestlohnes - der ja als Stundenlohn definiert ist - zu gewährleisten, kann offiziell das sogenannte verstetigte Monatsgehalt herangezogen werden. Dieses beruht auf einer monatlichen durchschnittlichen Arbeitstundenzahl. Bei dem im Mindestlohnrechner berechneten Brutto-Monatsgehalt bzw. bei der Angabe Ihres Brutto-Monatsgehalts handelt sich um ein verstetigtes Monatsgehalt. Dies ist ein jeden Monat gleichbleibendes Gehalt auf Basis einer fest angenommenen durchschnittlichen Stundenzahl. Weil nämlich die Anzahl der Arbeitstage und damit die geleisteten Arbeitsstunden von Monat zu Monat variieren, wird ein Durchschnitt für die monatliche Stundenzahl berechnet und für das verstetigte Monatsgehalt zugrunde gelegt. Die Rentenversicherung des Bundes akzeptiert als Basis zur Berechnung der mittleren monatlichen Stundenzahl die Formel

Wöchentliche Arbeitszeit × 13 / 12 × 4

Bei einer 40-Stunden-Woche ergeben sich somit 173,33 Stunden/Monat.

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Wie wird der Mindestlohn aus verstetigtem Monatsgehalt berechnet?

Seit dem 1. Januar 2022 stand grundsätzlich allen abhängig Beschäftigten ein Anspruch auf eine Vergütung von wenigstens 9,82 Euro brutto je Arbeitsstunde zu. Im zweiten Halbjahr 2022 wurde dieser Betrag auf 10,45 Euro und ab Oktober 2022 nochmals auf 12 Euro erhöht. Diese 12 Euro bilden auch den gesetzlich festgelegten Mindestlohn für 2023. Nach Ansicht des Bundesministeriums für Arbeit uns Soziales ist es zulässig, die Arbeitnehmer in gleichen Monatsraten zu vergüten, wenn dabei der Stundenlohn - auf das ganze Jahr gerechnet - dem Mindestlohn entspricht. Ein verstetigtes Monatsgehalt wird also akzeptiert. Bei einer regelmäßigen Arbeitszeit von 40 Stunden wöchentlich ergibt sich 2023 ein verstetigtes monatliches Mindest-Gehalt in Höhe von 2.080 € (12,00 € × 173,33 Stunden/Monat).

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Beispiel Mindestlohn: Berechnung Monatsgehalt

Mindestlohn-Rechner Monatsgehalt Bei einem Brutto-Stundenlohn von 10 Euro und einer 40stündigen Arbeitswoche ergibt sich ein Monatsgehalt von 1.733 Euro. Gemäß obiger Formel beinhaltet ein durchschnittlicher Monat 173,33 Arbeitsstunden (40 Stunden * 13/12 * 4 Wochen) und somit 10 Euro mal 173,33 Stunden = 1.733 Euro. Dieses Monatsgehalt liegt z.B. 31,20 Euro oberhalb des Mindestlohns für das 1. Halbjahr 2022 (1.702,13 Euro bei 40 Wochenstunden), jedoch 346,67 Euro unterhalb des Mindestlohns 2023. (2.080 Euro bei 40 Wochenstunden).

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Beispiel Mindestlohn: Berechnung Stundenlohn

Mindestlohn-Rechner Stundenlohn Umgekehrt erhält man nach Eingabe eines monatlichen Bruttoeinkommens in Höhe von beispielsweise 2.000 Euro einen Stundenlohn von 11,54 €. Auch dies wurde gemäß obiger Formel berechnet, nach der ein Monat durchschnittlich 173,33 Arbeitsstunden beinhaltet (2.000 Euro geteilt durch  173,33 Stunden = 11,54 €). Dieser Stundenlohn liegt z.B. 1,72 Euro oberhalb des Mindestlohns (9,82 Euro), der zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2022 galt. Er liegt aber 0,46 Euro unterhalb des Mindestlohns von 12 Euro, welcher 2023 maßgebend ist.

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Berechnung bei Gehaltsvereinbarungen

Viele Unternehmer vereinbaren mit ihren Arbeitnehmern eine feste Vergütung, ein Gehalt also. Zusätzlich wird dann festgehalten, wie viele Arbeitsstunden dafür zu leisten sind. Üblich sind also Regelungen wie "Bruttogehalt 2.200 Euro bei 40 Arbeitsstunden je Woche". Auch hier muss überprüft werden, ob damit der Mindestlohn verdient wird. Ausgangspunkt können die durchschnittlichen 173,33 Arbeitsstunden des Monats sein, es ergibt sich dann ein Entgelt von 12,69 Euro je Stunde (2.200 Euro / 173,33 Stunden). Der 2023 geltende Mindestlohn von 12,00 Euro wird also hier gezahlt.

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Wie wird Mindestlohn bei Teilzeit berechnet?

Arbeiten in Teilzeit, also mit weniger Wochenstunden als 40 Stunden, bietet vor allem jungen Eltern eine gute Möglichkeit, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Für sie gelten Rechte und Pflichten wie für Arbeitnehmer in Vollzeit, das betrifft auch den Mindestlohn. Bei einer Gehaltsvereinbarung muss das Entgelt dann auf die Arbeitsstunden angepasst werden: 173,33 durchschnittliche Arbeitsstunden Vollzeit × 50 Prozent (20 Wochenstunden) × 12,00 € (Mindestlohn 2023) = Mindestgehalt 1.039,98 € je Monat.

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Wie wird Mindestlohn bei Minijobs berechnet?

Im Dienstleistungssektor und im Handel sind Minijobs beliebt – diese geringfügigen Beschäftigungen sind auf ein Entgelt von 520 Euro (450 Euro bis einschließlich September 2022) begrenzt. Doch Arbeitgeber dürfen keinesfalls eine zeitlich unbegrenzte Arbeitsleistung fordern. Denn neben der Vergütungsgrenze ist auch der Mindestlohn zu beachten. Umgekehrt heißt das: Wenn der Mindestlohn jetzt schrittweise angehoben wird, die Verdienstmöglichkeit im Minijob jedoch nicht, dann müssen die Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit verkürzen.

Maximale Stundenzahl von Minijobbern aufgrund des Mindestlohns

JahrMindestlohnArbeitszeit im Monat
20209,35 € je Stunde48,13 Stunden
2021 1. Halbjahr9,50 € je Stunde47,36 Stunden
2021 2. Halbjahr9,60 € je Stunde46,87 Stunden
2022 1. Halbjahr9,82 € je Stunde45,82 Stunden
2022 3. Quartal10,45 € je Stunde43,06 Stunden
2022 4. Quartal12,00 € je Stunde43,33 Stunden *)
202312,00 € je Stunde43,33 Stunden 

*) Erhöhung der Minijob-Entgeltgrenze von 450 auf 520 Euro seit 4. Quartal 2022

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Wer hat alles Anrecht auf einen Mindestlohn?

Der Mindestlohn in Deutschland gilt für alle Arbeitnehmer über 18 Jahren. Mittlerweise sind auch alle Übergangsfristen, mit denen einzelne Tarifverträge noch Ausnahmen von der Mindest­entgeltzahlung gestattet waren, ausgelaufen. Auch Praktikanten haben Anspruch auf die Mindestvergütung, allerdings nur dann, wenn das Praktikum länger als drei Monate dauert. Außerdem gibt es weitere Ausnahmen:

  • Für Arbeitsverträge mit Jugendlichen unter 18 Jahren ohne Berufsabschluss gibt es keinen Mindestlohn. Damit soll die Ausbildungs­bereitschaft gefördert werden. Schulabgänger sollen nicht aus Verdienst­gründen einen Job annehmen und die Ausbildung vernachlässigen.
  • Mindestlohn muss auch für Ausbildungs­verhältnisse nicht gezahlt werden. Damit wird honoriert, dass die Jugendlichen noch sehr viel Unterstützung benötigen und dafür auch bei Arbeitgebern Kosten entstehen. Aber es gibt die Mindest­ausbildungs­vergütung, an die sich die Unternehmer halten müssen.
  • Langzeit­arbeitslose haben in den ersten sechs Monaten noch keinen Anspruch auf Mindestlohn. Unternehmen sollen so ermutigt werden, auch Langzeit­arbeitslose einzustellen und ihnen eine Eingewöhnungs­zeit zuzugestehen. Auch Ehrenamtler erhalten keinen Mindestlohn. Auch dann nicht, wenn sie eine 520-Euro-Vereinbarung (450 Euro vor dem 1.10.2022) unterzeichnet haben. Sie dürfen damit auch mehr als die oben schon genannten Stunden im Monat tätig sein.

Fragen unserer Nutzer und Antworten der Redaktion

  • Hat ein Monat bei einer 40-Stunden-Woche 173,2 oder 173,33 Stunden?

    Unser Nutzer h.....g.de hatte am 20.01.2022 folgende Frage:
    Guten Tag,

    es geht bei uns um die Frage, auf welcher tatsächlichen Basis der Mindestlohn berechnet wird. Bisher sind wir bei einer 40 h Woche von 173,2 h pro Monat ausgegangen, so wie uns das unser Steuerberater erklärt hatte.

    (40 x 4,33 = 173,2 h).

    In Ihrer Kalkulation über den Smart Rechner wird jedoch von 173,33 Stunden ausgegangen, mit der Formel (Wochenarbeitszeit x 13/12 x 4)… Nun sind wir verwirrt, da wir seit 15 Jahren von einer hiervon abweichenden Grundlage ausgegangen sind. Können Sie uns die GESETZLICHE GRUNDLAGE für die Berechnung der Stundenanzahl beim Mindestlohn mitteilen? Warum weicht diese von den 173,2 h ab? Wir wären Ihnen sehr verbunden wenn Sie uns hier helfen…

    Freundliche Grüße, Holger B.
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 20.01.2022:
    Sehr geehrter Herr B.,

    vielen Dank für Ihre Anfrage. Allen Berechnungen liegt das sogenannte verstetigte Monatsgehalt zugrunde. Die einzelnen Monate haben bekanntermaßen unterschiedlich viele Werktage. Um daher einen gleichmäßigen Monatslohn anhand des Mindestlohnes - der ja als Stundenlohn definiert ist - zu gewährleisten, kann offiziell das sogenannte verstetigte Monatsgehalt herangezogen werden. Dieses basiert auf der Formel

    "Wöchentliche Arbeitszeit × 13 / 12 × 4“ oder gekürzt auch
    "Wöchentliche Arbeitszeit × 13 / 3“ bzw.
    "Wöchentliche Arbeitszeit × 4,33333333…"

    Der Mindestlohn-Rechner unter https://www.smart-rechner.de/mindestlohn/rechner.php verwendet die Formel und rundet den so ermittelten Monatslohn schließlich auf ganze Cent ab.

    Der Mindestlohn-Rechner des Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter https://www.bmas.de/DE/Arbeit/Arbeitsrecht/Mindestlohn/Mindestlohnrechner/mindestlohnrechner.html rechnet offenbar mit 4,333 statt mit 4,333333333….

    Der Rat Ihres Steuerberaters basiert auf 4,33 (statt 4,333 bzw. 4,333333333….)

    Auf zahlreichen anderen namhaften Webseiten, wie z.B. von Haufe wird ebenfalls 4,33333333… in den Beispielen verwendet.

    Eine gesetzliche Grundlage existiert meines Wissens nicht. Es ist daher von einer gängigen Praxis auszugehen, nach der die Finanzämter ein verstetigtes Monatsgehalt anerkennen. Im Zweifel werden sowohl die Berechnung mittels 4,33 als auch 4,333 oder 4,33333333… durch die Finanzämter anerkannt. Dies müsste Ihr Steuerberater aus der Praxis heraus am besten wissen und Ihnen mitteilen können. Ich würde mich über ein Feedback freuen.

    Mit herzlichen Grüßen, Stefan Banse
  • Mindestlohn brutto oder netto?

    Unser Nutzer cg....r.de hatte am 09.02.2020 folgende Frage:
    Hallo ich bin ein Gastronom und ich arbeite jeden Tag 8 Stunden. Das sind 48 Stunden die Woche Aber ich möchte gerne wissen, ob der aktuelle Mindestlohn derzeit 9,35 Euro brutto oder netto zu verstehen sind. Viele dank
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 09.02.2020:
    Sehr geehrter Herr P.,
    vielen Dank für Ihre Anfrage.
    Der Mindestlohn in Höhe von derzeit 9,35 Euro ist der Bruttolohn.
    Viele Grüße
  • Was passiert, wenn ich 130 Euro über den Mindestlohn bin?

    Unser Nutzer se.....com hatte am 10.12.2019 folgende Frage:
    Guten Tag,
    ich bin ca. 130 Euro über den Mindestlohn pro Monat, aber das heißt nicht, dass mir nur dieser Betrag abgezogen wird oder?
    Ich verdiene monatlich zwischen 1700-1800 Euro, 11 Euro Stundenlohn. Ich müsste Steuerklasse 1 sein, da ich ledig bin und ich wohne übrigens alleine. Kirchensteuer zahle ich nicht ein.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sümeyye S.
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 10.12.2019:
    Sehr geehrter Herr T.,

    vielen Dank für Ihre Anfrage. Wieviel Steuern Sie zahlen müssen, hängt nicht direkt damit zusammen, wieviel Sie über dem Mindestlohn verdienen. Nutzen Sie am besten den Gehaltsrechner unter https://www.smart-rechner.de/gehalt/rechner.php.

    Mit besten Grüßen
    Stefan Banse
  • FrageHaben Sie auch eine Frage zum Thema Mindestlohn?

    Sie können Sich mit Fragen gerne an unseren Kundenservice wenden. Beachten Sie aber bitte, dass wir keinen Steuerberater, Rechtsanwalt oder sonstigen Fachexperten ersetzen können.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Mindestlohn" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 28.11.2022

Die letzten Änderungen in der Themenwelt "Mindestlohn" wurden am 28.11.2022 umgesetzt durch Stefan Banse. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • 01.10.2022: Anpassung des Mindestlohns auf 12,00 Euro für das vierte Quartal 2022 und für 2023 im Mindestlohnrechner.
  • 01.07.2022: Anpassung des Mindestlohns auf 10,45 Euro für das dritte Quartal 2022 im Mindestlohnrechner.
  • 23.02.2022: Einpflegen des neuen Mindestlohns von 12 Euro ab dem 1. Oktober 2022 im Mindestlohnrechner und den dazugehörigen Texten gemäß Kabinettsbeschluss vom 23. Februar 2022.
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt
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