Übergangsgeld berechnen

Übergangsgeld ist eine Entgeltersatzleistung der gesetzlichen Rentenversicherung für die Teilnahme an Maßnahmen zur medizinischen Rehabilitation (Kur) bzw. für behinderte Menschen, die an einer beruflichen Bildungsmaßnahme teilnehmen. Mit dem Übergangsgeld-Rechner können Sie den Anspruch auf diese Leistung anhand Ihres Einkommens berechnen. Die grafische Ausgabe veranschaulicht die Versorgungsücke zwischen Ihrem gewohnten Nettogehalt und der Höhe des Übergangsgeldes der Rentenkasse. Zahlreiche Informationen im Ergebnis machen die Berechnung des Übergangsgeldanspruchs und der Nettolücke transparent und nachvollziehbar.

Hinweise zur Nutzung des Übergangsgeldrechners

Geben Sie bitte im ersten Feld das für die Rentenversicherung beitragspflichtige Bruttogehalt des letzten Monats vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit ein. Sollte das monatliche Gehalt nicht immer gleich hoch ist, tragen Sie bitte das durchschnittliche Bruttoeinkommen der letzen drei Monate ein. Zum Bruttoeinkommen zählen auch Sach­bezüge, vermögens­wirksame Leistungen und Mehrarbeits­vergütungen. Ein­malig gezahl­te Arbeits­entgelte, wie z.B. Urlaubs- oder Weih­nachts­geld bitte hier nicht eintragen. Beitragspflichtig ist der Teil des Bruttogehalts, der für die Beitrags­berech­nung zur Rentenver­sicherung herangezogen wurde. Die beitragsfreien Bezüge werden bei der Berechnung des Übergangsgeldes nicht berücksichtigt.

Im weiteren können Sie Ihr Nettomonatseinkommen des letzten Monats vor Beginn der Arbeits­unfähig­keit angeben. Das Nettogehalt ist das um Steuern sowie um Sozial­versicherungsbeiträge ver­min­derte Brutto­arbeits­gehalt.

Im nächsten Feld geben Sie bitte den beitragspflichtigen Teil Ihrer erhaltenen Einmalzahlungen des letzten Jahres vor Beginn der Arbeits­unfähig­keit an. Dazu zählen z.B. Weih­nachts­geld, Urlaubsgeld oder auch Gewinnbeteiligungen. Der beitragspflichtige Teil der Einmal­zah­lun­gen ist wiederum der Teil, der für die Beitrags­berech­nung zur Rentenver­sicherung herangezogen wurde. Beitragsfreie Bezüge bleiben bei der Berechnung des Übergangsgeldes unberücksichtigt. Die Einmalzahlungen werden bei der Übergangsgeldberechnung dem monatlichen Gehalt anteilig hinzugerechnet und somit berücksichtigt.

Geben Sie im folgenden bitte an, ob Sie hinsichtlich Ihrer gesetzlichen Rentenversicherung dem Beitrittsgebiet West oder Ost angehören. Das beim Übergangsgeld höchstens zu berücksichtigende Einkommens wird durch die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nach oben begrenzt. Diese liegt aktuell (2017) für das Beitrittgebiet West bei 6.350 € und für Ost bei 5.700 € monatlich.

Schließlich können Sie noch angeben, ob Sie mindestens ein Kind haben, für das Sie kindergeldberechtigt sind oder ob Ihr Lebenspartner eine Erwerbstätigkeit nicht ausüben kann, weil dieser Sie pflegt oder selbst der Pflege bedarf und keinen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung hat. In diesem Fall erhalten Sie ein höheres Übergangsgeld als die übrigen Leistungsempfänger.

Beispiel für die Berechnung des Übergangsgeldes

Herr Schulze, verheiratet und zwei Kinder, wohnt in Köln und hat ein monatliches Bruttogehalt von 4.000 Euro. Sein Netto-Arbeitsentgelt beträgt 3.000 Euro. Außerdem hat er in den vergangenen 12 Monaten Weihnachstgeld und Urlaubsgeld in Höhe von zusammen 6.000 Euro erhalten. Aufgrund ständiger Bandscheibenprobleme nimmt er an einer Maßnahme zur medizinischen Rehabilitation (früher Kur) teil. Er hat für die Zeit dieser Maßnahme Anspruch auf Übergangsgeld von der gesetzlichen Rentenversicherung, das sich wie folgt berechnet:

Kumuliertes Brutto

Anhand Herrn Schulzes Einkünfte ergibt sich das durchschnittliche beitragspflichtige Bruttogehalt vor Beginn der Rehamaßnahme in Höhe von 4.500 €. Es setzt sich zusammen aus seinem laufenden Brutto-Monatsgehalt sowie anteilig aus den für die Rentenversicherung beitragspflichtigen Einmalzahlungen, nämlich seinem Weihnachts- und Urlaubsgeld. Dieses kumulierte Brutto ist in § 46 SGB IX "Höhe und Berechnung des Übergangsgelds" als Regelentgelt definiert. Dieses Regelentgelt ist für die Berechnung des Übergangsgelds durch die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nach oben mit 6.350 € (West) bzw. 5.700 € (Ost) im Jahr 2017 je Monat begrenzt. Das Regelentgelt ist demnach der kleinere der beiden Beträge, also bei der vorliegenden Rechnung 4.500 €.

Kumuliertes Netto

Analog zur Bestimmung des kumulierten Bruttoentgelts wird die Berechung des kumulierten Nettoentgelts berechnet. Dieses beträgt für Herrn Schulze 3.375 € und setzt sich zusammen aus den monatlichen 3.000 € zuzüglich der "auf netto herunter gerechneten" Einmalzahlungen. Hierzu wird das Verhältnis zwischen monatlichem Brutto- und Nettogehalt auch auf die Einmalzahlungen angewandt. Anteilig ergeben sich aus den Einmalzahlungen also hier 375 € je Monat netto.

Übergangsgeld (brutto)

Die Berechnung des monatlichen Übergangsgeldes von Herrn Schulze unterliegt folgenden Regeln gemäß § 46 SGB IX:

  • Die Berechnungsgrundlage für das Übergangsgeld bilden 80%, also 3.600 € seines kumulierten Bruttos.
  • Diese Berechnungsgrundlage darf zudem das kumulierte Nettogehalt in Höhe von 3.375 € nicht überschreiten.
  • Das Übergangsgeld beträgt 75% der gerade ermittelten Berechnungsgrundlage, also 2.531,25 €, da Herr Schulze Kinder hat. Hätte er keine kindergeldberechtigte Kinder, würde er nur ein geringeres Übergangsgeld von 68% durch den Rentenversicherungsträger erhalten.

Beiträge zur Sozialversicherung

Im Unterschied zu anderen Entgeltersatzleistzngen wie z.B. Krankengeld oder Verletztengeld, übernimmt der Leistungserbringer, also die Rentenkasse, die gesanmten Beiträge zur Sozialversicherung.

Übergangsgeld (netto)

Schließlich erhält Herr Schulze ein tägliches Übergangsgeld in Höhe von 84,38 € bzw. monatlich 2.531,25 €

Netto-Lücke bzw. Versorgungslücke

Herr Schulze erhält somit während seiner Rehamaßnahme monatlich 843,75 € weniger als er vorher kumuliert zur Verfügung hatte.

Tipps

Tipp1: Kurtagegeld-Versicherung abschließen

Schließen Sie eine Kurtagegeldversicherung ab, um die Versorgungslücke während der Maßnahme zur medizinischen Rehabilition günstig abzusichern.

Tipp2: Weitere Entgeltersatzleistungen

Zahlreiche Informationen und die passenden Rechner zu weiteren Entgeltersatzleistungen finden Sie in unserem Themenwelten Krankengeld und Verletztengeld.


Diesen Rechner finden Sie in den folgenden Rubriken

Arbeit & Soziales, Medizin & Gesundheit