Mutterschaftsgeld berechnen

Der Mutterschaftsgeld-Rechner ermöglicht Ihnen die finazielle Planung für die Wochen vor und nach der Geburt. Denn während der Fristen zum Mutterschutz steht Ihnen das sogenannte Mutterschaftsgeld zu. Meist entspricht dies dem vollen Nettolohn, der bis zur Geburt bezahlt wurde. Jedoch gibt es auch Konstellationen, die zur Berechnung eines anderen Mutterschaftsgelds führen.

Grundsätzliches

Der Mutterschaftsgeld-Rechner ermittelt für verschiedene Berufsgruppen und anhand des Krankenversicherungs-Status, ob und in welcher Höhe ein Anspruch auf Mutterschaftsgeld besteht. Im Ergebnis erhalten Sie detaillierte Informationen darüber, wie sich das Mutterschaftsgeld zusammensetzt und von wem Sie es erhalten. Es werden auch Beschäftigungsarten berücksichtigt, für die zwar kein Mutterschaftsgeld, dafür aber beispielsweise die Fortzahlung der bisherigen Bezüge vorgesehen ist.


Schnell-Übersicht

Anspruchsbezieher Anspruchshöhe Zuständig
Arbeitnehmerinnen in der GKV Bis 13 € täglich und Arbeitgeberzuschuss Krankenkasse und Arbeitgeber
Arbeitnehmerinnen in der PKV Einmalig bis 210 € und Arbeitgeberzuschuss Bundesversicherungsamt und Arbeitgeber
Arbeitnehmerinnen, familienversichert Einmalig bis 210 € und Arbeitgeberzuschuss Bundesversicherungsamt und Arbeitgeber
Geringfügig Beschäftigte in der GKV Bis 13 € täglich und Arbeitgeberzuschuss Krankenkasse und Arbeitgeber
Geringfügig Beschäftigte in der PKV Einmalig bis 210 € und Arbeitgeberzuschuss Bundesversicherungsamt und Arbeitgeber
Geringfügig Beschäftigte, familienversichert Einmalig bis 210 € und Arbeitgeberzuschuss Bundesversicherungsamt und Arbeitgeber
Selbstständige, freiwillig in GKV mit Krankengeld Mutterschaftsgeld wie Krankengeld, also 70% vom Netto Krankenkasse
Selbstständige, freiwillig in GKV ohne Krankengeld Kein Mutterschaftsgeld
Selbstständige PKV Kein Mutterschaftsgeld
Selbstständige, familienversichert Kein Mutterschaftsgeld
Beamtinnen/Soldatinnen Kein Mutterschaftsgeld, aber Fortzahlung Bezüge Dienstherr
ALG I-Empfängerinnen Mutterschaftsgeld in Höhe des Arbeitlosengeldes Krankenkasse
ALG II-Empfängerinnen Kein Mutterschaftsgeld, aber Fortzahlung Arbeitslosengeld (ab 13. Woche 17% Mehrbedarf) Agentur für Arbeit (Jobcenter)
Hausfrau Kein Mutterschaftsgeld

Mutterschaftsgeld für Arbeitnehmerinnen

Mutterschaftsgeld für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmerinnen

Als gesetzlich versicherte Arbeitnehmerin erhält man während der Mutterschutzfristen je Kalendertag ein Dreißigstel des bisherigen täglichen Nettolohns der letzten drei Monate vor Beginn der Mutterschutzfrist. Die Schutzfristen beginnen sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und enden acht Wochen (bei Früh- oder Mehrlingsgeburten 12 Wochen) nach der Geburt. Das Mutterschaftsgeld wird anteilig mit 13 € je Kalendertag durch die Krankenkasse geleistet. Die restlichen Nettobezüge zahlt der Arbeitgeber als Arbeitgeberzuschuss.

Übrigens wird dem Arbeitgeber dieser Zuschuss im Rahmen des sogenannten U2-Umlageverfahrens von der Krankenkasse erstattet. Das U2-Verfahren entspricht einer Art "Pflichtversicherung" des Arbeitgebers, um die finanziellen Belastungen im Zusammenhang mit dem Mutterschutz aufzufangen. Monatlich muss der Arbeitgeber hierzu für jeden Beschäftigten einen vom Gehalt abhängigen Beitrag - die Umlage U2 - an die Krankenkassen zahlen.

Mutterschaftsgeld für privat krankenversicherte Arbeitnehmerinnen

Für den Zeitraum der Mutterschutzfristen erhält man als privat versicherte Arbeitnehmerin einmalig 210 € Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt (BVA). Dies ist weniger als das Mutterschutzgeld von täglich bis zu 13 €, wie es gesetzlich versicherte Arbeitnehmerinnen durch ihre Krankenkasse erhalten. Der Arbeitgeberzuschuss ist jedoch genauso hoch, wie bei den gesetzlich Versicherten. Er beträgt die Differenz zwischen deren täglich durch die Krankenkasse erstatteten 13 € und dem bisherigen täglichen Netto.

Mutterschaftsgeld für familienversicherte Arbeitnehmerinnen

Genau wie als privat versicherte Arbeitnehmerin erhält man einmalig 210 € Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt (BVA), was wiederum weniger als das Mutterschutzgeld von täglich bis zu 13 € ist, wie es gesetzlich versicherte Arbeitnehmerinnen durch ihre Krankenkasse erhalten. Aber auch der Arbeitgeberzuschuss ist immerhin genauso hoch, wie bei den gesetzlich Versicherten, denn auch hier beträgt er die Differenz zwischen deren täglich durch die Krankenkasse erstatteten 13 € und dem bisherigen täglichen Netto.

Netto-Lücke von rund 330 € für privat und familienversicherte Arbeitnehmerinnen

Aufgrund der Einmalzahlung von 210 € statt der täglichen 13 € bei gesetzlich Versicherten entsteht für privat und familienversicherte Arbeitnehmerinnen unterm Strich eine Lücke zum vorherigen Netto, wie folgendes Beispiel bei einem angenommenen Monats-Netto von 2.000 € verdeutlicht: Findet die Entbindung genau am errechneten Termin statt, so erhält man - außer bei einer Mehrlingsgeburt - exakt für 99 Tage (6+8 Wochen zzgl. dem Entbindungstag) Mutterschaftsgeld. DerBetrag von einmalig 210 € beträgt bei 99 Tagen täglich 2,12 €. Zusammen mit dem Zuschuss des Arbeitgebers von je 53,67 € erhält man somit ein tägliches Mutterschaftsgeld von 55,79 €. Damit ergibt sich gegenüber dem täglichen Netto von 2.000/30=66,67 € eine Lücke in Höhe von 10,88 €. Monatlich sind dies 326,40 €.

Mutterschaftsgeld für geringfügig Beschäftigte (Minijobber)

Für geringfügig Beschäftigte werdende Mütter gelten die gleichen Regelungen, wie für die gerade genannten Arbeitnehmerinnen. Auch in diesem Fall erhalten gesetzlich versicherte Minijobber ein Mutterschaftsgeld von täglich bis zu 13 € plus Arbeitgeberzuschuss und privat bzw. familienversicherten Minijobbern stehen einmalig 210 € zuzüglich Arbeitgeberzuschuss. Auch bei bei letztgenannten ergibt sich wieder eine monatliche Lücke aufgrund der Einmalzahlung statt der täglichen bis zu 13 €.

Mutterschaftsgeld für Selbsständige

Mutterschaftsgeld für freiwillig gesetzlich krankenversicherte Selbsständige

Als freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige mit Anspruch auf Krankengeld erhält man Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes. Somit werden 70% des Einkommens gezahlt, welches vor Beginn der Mutterschutzfrist für die Berechnung der Beiträge zugrunde lag. Gesetzlich krankenversicherte Selbstständige haben einen Anspruch auf Krankengeld, wenn sie statt des für sie möglichen ermäßigten Beitragssatzes den normalen Beitragssatz bezahlen. Sie erhalten dann, wie Arbeitnehmer auch, nach der sechsten Krankheitswoche Krankengeld. Dazu muss man als Selbsständiger gegenüber seiner Kasse eine formlose, schriftliche Wahlerklärung abgeben. An diese Entscheidung ist man drei Jahre gebunden. Als freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige ohne Anspruch auf Krankengeld hat man hingegen keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld.

Mutterschaftsgeld für privat krankenversicherte Selbsständige

Als privat versicherte Selbstständige erhält man kein Mutterschaftsgeld.

Mutterschaftsgeld für über die Familie krankenversicherte Selbsständige

Als familienversicherte Selbstständige erhält man kein Mutterschaftsgeld.

Mutterschaftsgeld für Beamtinnen

Als Beamtin erhält man während der Mutterschutzfristen die normalen Dienst- und Anwärterbezüge. Da auf diese Weise kein Verdienstausfall entsteht, besteht bei Beamtinnen, unabhängig vom Versicherungsverhältnis, auch kein gesonderter Anspruch auf Mutterschaftsgeld.

Mutterschaftsgeld für Soldatinnen

Als Soldatin erhält man während der Mutterschutzfristen die normalen Dienstbezüge. Da auch hier, wie bei Beamtinnen kein Verdienstausfall entsteht, besteht auch bei Soldatinnen, unabhängig vom Versicherungsverhältnis, kein gesonderter Anspruch auf Mutterschaftsgeld.

Mutterschaftsgeld für ALG I-Empfängerinnnen

Als Empfängerin von ALG I erhält man Mutterschaftsgeld in Höhe der monatlichen Arbeitslosengeldzahlungen von der Krankenkasse. Finanziell ändert sich also nichts. Nur der Ansprechpartner ist ein anderer, denn statt vom Arbeitsamt empfängt man nun die Zahlungen durch die Krankenkasse.

Mutterschaftsgeld für ALG II-Empfängerinnnen

Als Empfängerin von ALG II werden weiterhin die Arbeitslosengeldzahlungen durch die Agentur für Arbeit geleistet. Tipp: ALG II-Empfänger können zusätzlich ab der 13. Schwangerschaftswoche Mehrbedarf wegen Schwangerschaft in Höhe von 17 % des Regelsatzes bei der Agentur für Arbeit anmelden. Ebenso ist die Beantragung weiterer Einzelleistungen - zum Beispiel für die Babyerstausstattung - möglich.

Mutterschaftsgeld für Hausfrauen

Für Hausfrauen gibt es kein Mutterschaftsgeld. Da kein Einkommen bezogen wird, kann es auch keinen Ersatz dafür während der Mutterschutzfristen geben.


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Arbeit & Soziales, Medizin & Gesundheit