Auswirkungen der Gehaltserhöhung auf das Nettogehalt

Aktualisiert am von Michael Mühl

Mit Hilfe des Gehaltserhöhungs-Rechners können Sie ermitteln, wie sich eine Erhöhung Ihres Bruttogehalts auf das künftige Nettogehalt auswirkt. Im Ergebnis der Berechnung erhalten Sie einen Überblick über Steuern und Sozialabgaben vor der Lohnerhöhung und ebenso über die entsprechende Zusammensetzung von Steuerbelastung und Sozial­versicherungs­beiträgen nach der Gehaltserhöhung. Die prozentuale Steigerung des Bruttogehalts wird mit dem Zuwachs des Nettogehalts verglichen. Anhand der errechneten Charts können Sie auf einen Blick erkennen, ob sich eine Gehaltserhöhung für Sie lohnt.

Was ist im Zusammenhang mit einer Gehaltserhöhung die "Kalte Progression"?

Kalte Progression beschreibt den Effekt, dass mit einer Bruttogehaltserhöhung z.B. in Höhe der allgemeinen Inflationsrate eine prozentual geringere Nettogehaltserhöhung einhergeht. Der Gehaltsempfänger hat letztlich real weniger Geld zur Verfügung. Dies hängt damit zusammen, dass bei steigenden Einkommen auch steigende Steuersätze gelten. Somit erhöht sich bei einer Gehaltserhöhung der dafür fällige Steuersatz, wodurch das Gehalt prozentual netto geringer steigt als brutto. Dieser Effekt wirkt sich bei Gering- bis Mittelverdienern sogar stärker aus als bei Spitzenverdienern.

Ein Beispiel für "Kalte Progression"

Für dieses Beispiel wird hier das Steuerjahr 2015 zugrunde gelegt: Sie stehen gerade in Gehaltsverhandlungen und möchten zumindest einen Ausgleich der Inflationsrate von 2 Prozent erzielen. Ihr derzeitiges Bruttoeinkommen beträgt 3.000 Euro. Eine Gehaltserhöhung um 2 Prozent würde zu einem Brutto von 3.060 Euro führen. Die abzuführenden Steuern inklusive Solidaritätzzuschlag und Kirchensteuer (z.B. 8 Prozent in Baden-Würtemberg) steigen dann von 521,04 Euro auf 539,58 Euro. Das heißt, die Steuern steigen um rund 3,56 Prozent, während die Sozialabgaben genau wie das Bruttogehalt um 2 Prozent steigen. Das Nettogehalt steigt demanch aufgrund der höheren Steuerlast nur um 1,57 Prozent. Der Effekt der kalten Progression zeigt sich also auch hier. Bei einer Inflationsrate von 2 Prozent haben Sie mit einer Erhöhung des Nettogehalts um nur 1,57 Prozent real weniger Geld in der Tasche. Die Auswirkungen der kalten Progression sollten Sie also für anstehende Gehaltsverhandlungen berücksichtigen und darauf achten, dass möglichst Ihr Nettogehalt die Inflation ausgleicht.

Rechner zum Thema Kalte Progression

Nutzen Sie auch unseren Rechner zum Thema Kalte Progression. Dieser Rechner veranschaulicht Ihnen die Auswirkung der Kalten Progression sehr anschaulich. Gerne können Sie sich auch zu den 10 wichtigsten Fragen rund um die Kalte Progression informieren.

Den Gehaltserhöhungs-Rechner finden Sie in diesen Rubriken

Arbeit & Soziales, Steuerrechner

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Gehaltserhöhung" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 28.08.2018

Die Seiten der Themenwelt "Gehaltserhöhung" wurden zuletzt am 28.08.2018 redaktionell überprüft durch Michael Mühl. Sie entsprechen alle dem aktuellen Stand.

Vorherige Änderungen am 21.12.2017

  • Anpassung unseres Gehaltserhöhungsrechners sowie aller Texte an die Gehaltsberechnung für 2018
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt