Einkommensteuerrechner 2018 und 2017 - Berechnung der Steuer auf Ihr Einkommen

Für Arbeitnehmer ist die Berechnung ihrer Einkommensteuer einfach – das übernimmt der Arbeitgeber für sie. Mit der monatlichen Abrechnung des Bruttolohns oder des Gehalts wird die Lohnsteuer berechnet und auch gleich an das Finanzamt abgeführt. Moderne Software und vereinfachte Verfahren sorgen für korrekte Abläufe. Doch sobald Sie als Steuerpflichtiger andere Einkünfte erzielen oder neben Ihrem Lohn noch etwas dazuverdienen, wird es kompliziert. Unser Einkommensteuerrechner hilft Ihnen, mit wenigen Eingaben die voraussichtliche Steuerbelastung für 2018 und 2017 zu ermitteln.

Das Wichtigste in Kürze

Eingabehilfen zum Einkommensteuerrechner 2018

Steuerjahr

Die Einkommenssteuer ist eine Jahressteuer. Wer die einzelnen Regelungen genau nachlesen möchte, schaut ins Einkommensteuergesetz in der gültigen Fassung von Oktober 2009, zuletzt geändert im Juni 2017. Grundlage für die Ermittlung der persönlichen Steuerschuld ist das Einkommen eines Kalenderjahres. Zur Abgabe verpflichtet sind alle natürlichen Personen, die in Deutschland wohnen oder sich hier aufhalten. Für Arbeitnehmer erledigen die Arbeitgeber mit der Anmeldung der Lohnsteuer bereits die Steuererklärung. Hier werden alle persönlichen Kenndaten wie Bruttoverdienst, Steuerklasse, Kinderfreibeträge und auch Soli-Zuschlag und Kirchensteuer berücksichtigt.

Tipp: Wenn Sie höhere Werbungskosten aufbringen mussten als üblich, lohnt sich eine freiwillige Lohnsteuererklärung für Arbeitnehmer. Sammeln Sie dafür alle Belege!

Alle anderen Steuerpflichtigen müssen die Erklärung per Formular an das Finanzamt senden – heute geht das nur noch elektronisch. Die Einkommensteuererklärung 2017 muss (wie auch die aus dem Jahr 2016) noch bis zum 31. Mai des Folgejahres bei der Finanzbehörde eingehen. Ab der Erklärung 2018 verschiebt sich diese Frist auf den 31. Juli. Wer einen Steuerberater beauftragt, hat in der Regel etwas mehr Zeit.

Zu versteuerndes Einkommen

Die Grundlage für die Ermittlung der persönlichen Einkommensteuer bildet das zu versteuernde Einkommen (oft wird das auch als zvE abgekürzt). Werden Sie als Ehepaar zusammen veranlagt, so geben Sie hier bitte die Summe Ihrer Einnahmen an. Ausgangspunkt ist dabei stets der Bruttobetrag – also ohne Abzug von Steuern und Sozialausgaben! Davon dürfen alle Ausgaben, die für die Erzielung der Einkünfte notwendig waren, vorab abgezogen werden. Bei angestellten Arbeitnehmern sind das die Werbungskosten. Selbständige oder Gewerbetreibende ermitteln ihren Gewinn durch eine Einnahme-Überschussrechnung oder durch die Bilanzierung ihres Unternehmens.

Hinweis: Der Besteuerung unterliegt stets der Gewinn, der in der Unternehmung erzielt wird – nicht die Entnahmen, die im Laufe eines Jahres getätigt werden. Das zu versteuernde Einkommen wird nach diesem Schema ermittelt:

Berechnung Zu versteuerndes Einkommen

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Lohn oder Gehalt, brutto)
+ Einkünfte aus Gewerbebetrieb (Gewinn eines Unternehmens)
+ Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
+ Einkünfte aus selbständiger Arbeit (z. B. Freiberufler)
+ Einkünfte aus Kapitalvermögen (Zinsen oder Beteiligungsgewinne, wenn sie nicht der Abgeltungssteuer unterliegen)
+ Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
= Summe aller Einkünfte

- Altersentlastungsbetrag
- Freibeträge (auch Kinderfreibeträge)
- Anrechenbare Verluste aus Vorjahren
- Sonderausgaben
- Außergewöhnliche Belastungen
= Zu versteuerndes Einkommen

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Zinsen, Dividenden, Aktiengewinne oder Einkünfte aus Beteiligungen gehören zu den Einkünften, für die eine Kapitalertragssteuer erhoben wird. Diese beträgt in Deutschland derzeit 25 Prozent, hinzu kommt der Soli-Zuschlag. Damit sind die Steuern auf diese Einkünfte abgegolten (die Kapitalertragssteuer wird daher oft auch Abgeltungssteuer genannt). Es fällt somit keine Einkommensteuer mehr an.

Anrechnung der Gewerbesteuer

Jede Kommune erhebt von den ortsansässigen Gewerbebetrieben Gewerbesteuer. Ermittelt wird sie aus dem Gewerbeertrag (also eigentlich aus dem Gewinn) des Jahres. Jede Gemeinde darf ihren eigenen Hebesatz festlegen, so dass ihre Einnahmen auch für die Erfüllung ihrer Pflichten ausreichen sollten. Für Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften würde das jedoch zu einer Doppelbesteuerung führen. Ihr Gewinn würde sowohl der Gewerbe- also auch der Einkommensteuer unterworfen. Daher wird die entrichtete Gewerbesteuer bei ihrer Einkommensteuer angerechnet. Der Anrechnungsbetrag wird allerdings auf das 3,8fache des Gewerbemessbetrages beschränkt. In Gemeinden, deren Hebesatz bei 380 Prozent liegen, bleibt also die Gewerbesteuer rechnerisch unberücksichtigt. In Großstädten, die deutlich über 400 Prozent Hebesatz kassieren, ist ein Teil der Gewerbesteuer zusätzlich zur Einkommensteuer zu entrichten.

Kinderfreibeträge oder Kindergeld?

Jedem Steuerpflichtigen, der ein Kind erzieht, steht in der Steuererklärung ein Kinderfreibetrag zu. Im Jahr 2018 beträgt er 7.428 €. Geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern haben anrecht auf einen halben Freibetrag. Die Erziehung von Kindern fördert der deutsche Staat aber auch durch die Zahlung von Kindergeld. In der Einkommensteuererklärung wird automatisch verglichen, welche Möglichkeit für den Steuerzahler günstiger ist.

Sonderausgaben

In der Einkommensteuererklärung wird berücksichtigt, welche Aufwendungen der Steuerpflichtige für seine Gesundheits- und Altersvorsorge aufgebraucht hat. Zu den Sonderausgaben gehören aber auch Unterhaltszahlungen an den geschiedenen Ehepartner, Schulgeld für private Einrichtungen, Spenden und Mitgliedsbeiträge oder auch die Kosten für die erste Ausbildung.

Die Besteuerung von Renten

Seit das Alterseinkünftegesetz im Jahr 2005 in Kraft trat, müssen auch Rentner prüfen, ob sie steuerpflichtig sind. Wer 2017 in Rente geht, muss immerhin schon 74 Prozent seiner Bezüge versteuern! Die Rentenbesteuerung greift nur auf Beträge über dem Grundfreibetrag.

Tipp: Berechnen Sie, wie hoch Ihre steuerpflichtige Jahres-Rente ist. Schauen Sie dazu auch auf Ihren jährlichen Rentenbescheid, den sie nachträglich erhalten. Liegt dieser Betrag über dem Grundfreibetrag (2018 für Alleinstehende bei 9.000 €, für Verheiratete 18.000), müssen Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben!

Regelmäßige Zahlungen, die Rentner aus einer Rentenversicherung oder aus einem Sparplan erhalten, zählen nicht zu ihren steuerbaren Einkünften. Vereinbaren Sie also immer einen langfristigen Entnahmeplan. Anders sieht das aus, wenn die Versicherung mit einer Einmalzahlung endet, dann muss der Ertragsanteil (also die Zinsen) versteuert werden. Noch andere Fallstricke lauern bei den Riester-Renten. Sie werden in der Ansparphase steuerlich gefördert, weil auf diese Beiträge keine Lohnsteuer fällig wird. In der Auszahlungszeit müssen sie dann als Einkünfte der Steuer unterworfen werden.

Tipp: Schließen Sie Altersvorsorge-Versicherungen bzw. –anlagen auch unter dem steuerlichen Gesichtspunkt ab. Achten Sie darauf, welche steuerliche Belastung als Rentner auf Sie zukommt.

Außerordentliche Einkünfte

Hierzu zählen Abfindungen, Jubiläumszuwendungen oder Veräußerungsgewinne. Diese Einkommen unterliegen steuerlich der sogenannten Fünftelregelung und werden vom Einkomenssteuer-Rechner entsprechend berücksichtigt.

Lohnersatzleistungen bzw. Entgeltersatzleistungen

Können Steuerpflichtige kein Einkommen erzielen, so erhalten sie oft andere Leistungen wie Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Mutterschafts- und Elterngeld. Dazu gehören ebenfalls Kurzarbeiter- oder Insolvenzgeld, nicht jeodch "Hartz-IV-Bezüge". Lohnersatzleistungen bleiben bei der Ermittlung des jährlichen Einkommens unberücksichtigt, sind also steuerfrei. Jedoch unterliegen sie dem Progressionsvorbehalt – bei der Ermittlung des persönlichen Steuersatzes spielen sie somit wieder eine wichtige Rolle.

Kirchensteuer

Sowohl die römisch-katholische als auch die evangelische Kirche erhebt in Deutschland Kirchensteuern. Wer dieser Glaubensgemeinschaft angehört, muss in Bayern und Bad-Württemberg 8 Prozent, in den anderen Bundesländern 9 Prozent von der Einkommensteuer versteuern. Wählen Sie im Steuerrechner Ihren konkreten Kirchensteuersatz aus.

Die Steuerberechnung - Grund- und Splittingtarif

Unterschieden wird zwischen der Besteuerung von Alleinverdienern im Grundtarif (Grundtabelle) und zusammenveranlagten Ehepartnern im Splittingtarif (Splittingtabelle). Mit dem Splittingverfahren wird das Einkommen beider Partner addiert, die Eheleute als Wirtschaftsgemeinschaft betrachtet. Nachteile durch eine unterschiedliche Verteilung des Verdienstes, etwa weil ein Partner für die Erziehung der Kinder nur verkürzt arbeitet, sollen so ausgeglichen werden. So entstanden auch die unterschiedlichen Lohnsteuerklassen.

Die Steuerprogression in Deutschland

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) entwickelte als oberste Finanzbehörde in Deutschland ein Steuersystem, das stufenweise aufgebaut ist. Die Steuerlast wird nicht prozentual von Einkommen ermittelt (wie etwa bei der Mehrwertsteuer, wo auf jeden regulären Umsatz 19 Prozent Steuern erhoben werden). In unserem progressiven Steuersystem wird jedem Einkommen ein konkreter Steuersatz zugewiesen wird. Dieser Steuersatz steigt – mit wachsendem Verdienst wird die prozentuale Steuerlast höher. Den Steuersatz, der den Schritt zur nächsten Stufe definiert, nennt man auch Grenzsteuersatz.

Für Geringverdiener gibt es in Deutschland einen Grundfreibetrag, der steuerfrei bleibt. Daher beginnt die Grundtabelle 2018 auch erst bei 9.000 €. Der Eingangssteuersatz beträgt 14 Prozent. Der Spitzensteuersatz ist der höchste Grenzsteuersatz, er liegt im Jahr 2018 bei 42 Prozent und gilt für ein Jahreseinkommen zwischen 54.950 € und 260.532 €. Erst bei einem Verdienst noch darüber hinaus greift die sogenannte Reichensteuer von 45 Prozent (diese Euro-Werte beziehen sich auf die Grundtabelle). Ist also das zvE des Steuerpflichtigen ermittelt, weist ein Blick in die Grund- oder Splittingtabelle den persönlichen Höchst-Steuersatz aus. Berücksichtigt werden nun in der komplexen Berechnung der Einkommenssteuer sowohl das steuerfreie Grundeinkommen als auch die mit unterschiedlichen Steuersätzen belegten Vor-Stufen. Der durchschnittliche Steuersatz, der auf das zvE zu entrichten ist, liegt damit deutlich unter dem individuellen Grenzsteuersatz.

Rechen-Beispiel Einkommensteuer:

Lieschen Müller, nicht verheiratet und kinderlos, erzielt Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit in Höhe von 26.000 €. Außerdem bekommt sie Mieteinnahmen in Höhe von 6.000 €. Das zvE beträgt 32.000 €. Unter Anrechnung des Grundfreibetrages und der unterschiedlichen Steuerstufen bis zu ihrem zvE muss Lieschen Müller 5.977 € Einkommensteuern zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer zahlen.
Stand: 2018

Der Progressionsvorbehalt im deutschen Steuersystem

Obwohl Lohnersatzleistungen ja nicht der Steuerpflicht unterliegen, werden sie für die Steuerberechnung berücksichtigt. Sie werden zum zvE addiert, mit diesem erhöhten Betrag wird dann der persönliche Steuersatz ermittelt.

Unser Beispiel oben:

Zusätzlich zu ihrem Arbeitseinkommen in Höhe von 32.000 € und den Mieteinnahmen von 6.000 € erhielt Lieschen Müller 2.000 € Krankengeld. Für die Steuerberechnung erhöht sich das Einkommen auf 34.000 €. Dafür sind laut Grundtabelle bereits 33 Prozent Steuern fällig. Dieser Steuersatz wird nun auf das tatsächliche zvE angewendet – die Steuerlast beträgt jetzt 6.234 € zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer.
Stand: 2018

Der Solidaritätszuschlag

Der Zuschlag auf alle einkommensabhängigen Steuern wurde ursprünglich erhoben, um den Aufbau der Infrastruktur der neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung Deutschlands zu sichern. Längst ist er umstritten – wird aber weiterhin erhoben. Für das Jahr 2018 beträgt der Soli 5,5 Prozent der Einkommensteuer. Allerdings gibt es eine Freigrenze, die bei 952 € liegt. Auf den Monat gerechnet sind das 81,00 €. Bei einem Betrag darunter wird der Soli also nicht erhoben.

Der Steuerrechner hilft Ihnen, Ihre Steuerbelastung für 2018 zu errechnen. Für die korrekte Ermittlung der Einkommenssteuer verwenden Sie am besten eine entsprechende Steuersoftware. Sie stellt auch die notwendige ELSTER-Schnittstelle für das elektronische Senden an das Finanzamt bereit.


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