Steuerklassenrechner 2016 - Berechnen Sie Ihre optimale Steuerklasse

Wenn zwei Menschen heiraten, steht ihnen eine Wahlmöglichkeit bezüglich der Steuerklassen offen. Je nach der Kombination innerhalb des Ehepaares werden andere Regeln der Berechnung genutzt. Durch die Zusammenlegung von Freibeträgen oder strikte Trennung der Einkommen kann je nach Einkommensunterschied gespart werden. Mit unserem Steuerklassenrechner können Sie erfahren, welche Kombination in Ihrem Fall die Günstigste ist.

So funktioniert der Steuerklassenrechner

Zunächst geben Sie für beide Ehepartner das Bruttoeinkommen im Rechner an. Die dann folgenden Einträge sind die Haupteinflussfaktoren für die Berechnung der für das jeweilige Einkommen zu zahlenden Lohnsteuer. Für beide Partner ermittelt der Rechner sodann anhand der Angaben die monatliche Lohnsteuer für die unterschiedliche Steuerklassen. Dabei werden genau jene Steuerklassen berücksichtigt, die bei einer Zusammenveranlagung möglich sind, nämlich Steuerklasse III, IV und V. Die wiederum möglichen Kombinationen dieser Steuerklassen werden aufgelistet und der gemeinsame monatliche Steueraufwand in Relation gesetzt.

Die Eingaben

Neben der Angabe des des Steuerjahrs und des Bruttoeinkommens für beide Ehepartner, können für die Berechnung der monatlichen Lohnsteuer folgende, die Steuer beeinflussende Eingaben gemacht werden.

Das Geburtsjahr

Wer vor Beginn eines Jahres 64 ist, hat ab diesem Jahr Anspruch auf den Altersentlastungsfreibetrag. Dieser betrug 2005 40% des Lohnes aber max. 1.900 Euro. Durch das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) vom Juli 2004 wird dieser Freibetrag ab 2005 jedes Jahr kontinuierlich gekürzt (2006: 38,4% und max. 1864 Euro) bis 2040 dieser Freibetrag ganz entfällt. Da Bestandsschutz besteht, ist zukünftig für die Höhe des Freibetrages das Erstberechtigungsjahr maßgebend. Deshalb wird hier anhand des Geburtsjahres ermittelt, ab welchem Jahr man bezugsberechtigt war. Wenn das Erstberechtigungsjahr vor 2005 liegt, gilt der Freibetrag von 2005.

Bundesland der Arbeitsstätte

Danach richtet sich die Beitragsbemessungsgrenze der Renten- (und Arbeitslosen-) Versicherung. Die westdeutschen Länder haben eine höhere Bemessungsgrenze. In Sachsen arbeitende Arbeitnehmer müssen zudem einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung tragen. Der Arbeitgeber wird dort entlastet. Dafür haben die Sachsen einen arbeitsfreien Tag mehr (Buß- und Bettag)

Kinder

Kinderlose ab 24 Jahren zahlen einen etwas höheren Beitrag zur Pflegepflichtversicherung.

Rentenversicherungspflicht

Löhne von rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern werden nach der Allgemeinen Tabelle versteuert. Personen, die keiner Renteversicherungspflicht unterliegen, wie z.B. Beamte und Gesellschafter-Geschäftsführer, werden nach der Besondere Tabelle besteuert, die eine geringere Vorsorgepauschale berücksichtigt.

Krankenversicherung

Seit 2015 ist der Krankenkassen-Einheitstarif von der Bundesregierung auf 14,6% zzgl. Zusatzbeitrag (siehe unten) festgelegt. Dies ist der normale Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernehmen jeweils die Hälfte davon. Der ermäßigte Satz beträgt 14,0% zzgl. Zusatzbeitrag und gilt für Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben. Dazu gehören z.B. Vorruhestandsgeldbezieher und Arbeitnehmer die eine Rente oder eine Pension beziehen. Auch in diesem Fall wird der Beitrag zur Hälfte vom Arbeitnehmer geleistet. Nach Auswahl von "privat versichert " erhalten Sie weitere Eingabefelder zur Angabe Ihrer monatlichen Beiträge zur privaten Krankenversicherung.

Kassenindividueller Zusatzbeitrag

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer müssen seit 2015 zudem einen von den gesetzlichen Krankenkassen erhobenen Zusatzbeitrag leisten. Der durchschnittliche kassenindividuelle Zusatzbeitrag beträgt 2016 gemäß Bundesanzeiger 1,1 Prozent (2015: 0,9 Prozent) und gilt als Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze. In den Steuerjahren vor 2015 gab es diesen kassenindividuellen Zusatzbeitrag nicht. Stattdessen musste der Arbeitnehmer generell einen um 0,9 Prozentpunkte höheren Beitragsanteil leisten. Die durchschnittlichen Sätze von 0,9 %, 1,1 % bzw. der zuvor fixe Satz von 0,9 % werden hier abhängig vom gewählten Steuerjahr automatisch bei der Berechnung berücksichtigt.

Jahres-Freibetrag aus Lohnsteuerkarte

Auch dieser beeinflusst natürlich die Höhe der monatlich zu entrichtenden Steuer.

Das Ergebnis der Steuerklassen-Berechnung

Der Rechner liefert als Ergebnis Ihrer Eingaben für jede mögliche Steuerklassen-Kombination in den ersten drei Spalten die monatliche steuerliche Belastung für Sie, Ihren Partner und für beide zusammen. Die rechte Spalte zeigt die Differenz zur voraussichtlichen Einkommensteuer. Hieran können Sie ablesen, ob Sie bei Ihrem nächsten Lohnsteuer-Jahresausgleich eher mit einer Steuererstattung rechnen können oder zu einer Steuernachzahlung (bei negativem Wert) aufgefordert werden. Ob Sie die Wahl Ihrer Steuerklassen dabei so ausrichten, um eine Steuererstattung bzw. Steuernachzahlung zu minimieren oder zu maximieren, entscheiden Sie selbst. Sie sollten für Ihre persönliche Situation entscheiden, welche Kombination der Steuerklassen für Sie die günstigste ist. Am Ende des Jahres zahlen Sie ohnehin eine von der Wahl der Steuerklasse unabhängige Einkommensteuer. Das heißt, der monatliche Effekt der Steuerklassenwahl spielt für die jährliche Einkommensteuerschuld keine Rolle. Unterm Strich zahlt man gleich viel.

Die möglichen Steuerklassenkombinationen im Überblick

III/V bzw. V/III

Die Kombination der Steuerklasen III/V wird meist gewählt, wenn ein Ehepartner deutlich mehr als der andere verdient. Der besser verdienende erhält dann Steuerklasse III, während der geringer verdienende Ehepartner in Klasse V eingestuft wird. In Klasse III fallen verhältnismäßig wenig Steuern an, in V relativ viel. Somit wird die regelmäßige Steuerlast zunächst minimiert.

IV/IV

Die Kombination IV/IV ist vorteilhaft, wenn beide Ehepartner ungefähr gleich viel verdienen.

IV/IV mit Faktor

Seit 2010 besteht bei Steuerklasse IV die Möglichkeit, das Faktorverfahren zu wählen. Das zuständige Finanzamt ermittelt auf Antrag den Faktor, der das Verhältnis der beiden Lohnsteuerbeträge widerspiegelt. Mit diesem Faktor werden die errechneten Lohnsteuern multipliziert. Dadurch wird die stärkere Belastung in Steuerklasse IV gemildert und Nachzahlungen vermieden.

Tipp 1 zum Steuerklassenrechner : Gemeinsame Steuererklärung ist nicht immer die beste Wahl

Das sogenannte Ehegattensplitting soll die Steuerlast für verheiratete Paare auf einem verträglichen Level halten. Bei der Einführung dieser Regelung war der Alleinversorger einer Familie das übliche Modell. Da ein einzelnes Einkommen für zwei Personen reichen sollte, wurde auch die Steuerlast auf beide Personen aufgeteilt. Bei Paaren, die beide berufstätig sind, zeigt sich jedoch immer häufiger, dass die getrennte Berechnung der Steuerlast günstiger ausfallen kann. Als Faustregel gilt, je höher der Einkommensunterschied ist, desto vorteilhafter ist die Steuerklassenkombination III/V.

Tipp 2 zum Steuerklassenrechner : Günstigere Kombination bringt auch Verpflichtungen

Wenn die Einkommenssituation die gemeinsame Steuererklärung sinnvoll macht, müssen beide Partner die entsprechende Steuerklasse beantragen. Wird die Beantragung versäumt, werden die Steuern weiterhin für beide nach Steuerklasse IV berechnet. Wenn der finanzielle Vorteil des Wechsels nur gering ist, bleibt die Überlegung, den Wechsel nicht zu beantragen. In Steuerklasse IV ist ein Arbeitnehmer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Diese Verpflichtung besteht jedoch bei der Kombination aus den Klassen III und V. Ein Wechsel der Steuerklassen wäre also nur sinnvoll, wenn die zu erwartenden Steuerrückzahlungen auch nach Abzug eventueller Kosten für einen Steuerberater noch relevant sind. Der Steuerklassenrechner teilt aus diesem Grund nicht nur die empfohlene Steuerklassenkombination mit, sondern berechnet auch, mit welchen Steuerlasten bei den verschiedenen Modellen zu rechnen ist. Im Formular können daher für beide Ehepartner detailliert alle steuerlich relevanten Daten eingegeben werden. Sollten natürlich Ausgaben bestehen, die unabhängig von den üblichen Pauschalen von der Einkommenssteuer abgesetzt werden können, kann sich die tatsächliche Steuerlast vom angegebenen Ergebnis unterscheiden.


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Steuerrechner, Arbeit & Soziales