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Kirchensteuer Rechner - Wieviel erhält die Kirche von Ihrem Bruttogehalt?

Aktualisiert am von Michael Mühl

Wenn Sie einer Religions­gemeinschaft angehören und in Deutschland leben, kann es sein, dass Sie im Rahmen Ihrer Einkommensteuer auch einen Beitrag an Ihre Kirche leisten müssen. Neben den wichtigsten Kirchen in Deutschland, der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche erheben auch die alt-katholischen Kirchen, die freien Protestanten, die freireligiösen Gemeinden, die Unitarier und die jüdischen Gemeinden eine Kirchensteuer. Mit dem Kirchensteuer Rechner können Sie ermitteln, wie hoch Ihr Beitrag für Ihre Kirchengemeinde ist.

Erhebung vom Einkommen

Die Kirchensteuer wird von Ihrem Einkommen nur erhoben, wenn Sie einer der genannten Gemeinschaften angehören und auch tatsächlich in Deutschland leben. Wenn Sie Ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen, wird die Kirchensteuer auch dann nicht mehr erhoben, wenn Sie weiterhin in Deutschland einkommen­steuer­pflichtig sind. Solange Sie in Deutschland wohnen, kann nur ein Austritt aus der Religions­gemeinschaft einen Wegfall der Steuern bewirken.

Tipp zum Kirchensteuer Rechner: Wie berechnet sich die Kirchensteuer?

Kirchensteuer anteilig von der Lohnsteuer bzw. Einkommensteuer

Die Kirchensteuer ist ein Zuschlag auf die bereits berechnete Einkommensteuer bzw. Lohnsteuer. In Bayern und Baden-Württemberg werden 8 Prozent erhoben, in den anderen Bundesländern liegt der Anteil für die Kirchensteuer bei 9 Prozent.

Kappungsregelung bei hohem Einkommen

Außer in Bayern wird den Kirchenmitgliedern bei hohem Einkommen eine Kappung der Kirchensteuer ermöglicht. Ein Rechtsanpruch besteht jedoch nicht. Falls Ihr Einkommen über einer Kappungsschwelle liegt, können Sie beantragen, dass ein niedrigerer Steuersatz zum Tragen kommt. Nur in einigen Bundesländern wird automatisch der günstigste Beitrag eingefordert. Der Kirchensteuer­rechner berücksichtigt diese Kappung der Kirchensteuer bei hohem Einkommen. Im Detail soll die Kirchensteuer als 8 bzw. 9prozentiger Anteil der Lohn- bzw. Einkommensteuer nicht höher sein als der jeweils bundesland- und konfessions­abhängige Prozentanteil (zwischen 2,75 und 4 %) vom zu versteuernden Einkommen (zvE). Damit wird berücksichtigt, dass die Kirchensteuer bei hohen Einkommen nicht mehr mit der Steuerprogression der Lohn- bzw. Einkommensteuer wächst, sondern dann linear an das zu versteuernden Einkommen gekoppelt ist. Folgende Tabelle gibt Ihnen eine Übersicht über die Kappungsregelung in den verschiedenen Bundesländern:

Bundesland Kirchen­steuer­satz in % von der Einkommen­steuer Kap­pung in % des zu versteu­ernden Ein­kom­mens (zvE) Kappung wird berücksichtigt
Baden-Württemberg 8 % 2,75 % Ev. K. Württemberg auf Antrag
3,50 % Ev. K. Baden u. kath. Diözesen
Bayern 8 % - keine Kappung
Berlin 9 % 3,00 % von Amts wegen
Brandenburg 9 % 3,00 % von Amts wegen
Bremen 9 % 3,50 % von Amts wegen
Hamburg 9 % 3,00 % Ev. und kath. von Amts wegen
3,50 % Ev. luth. K. Hannover
Hessen 9 % 3,50 % Evangelisch auf Antrag
4,00 % Katholisch
Mecklenburg-Vorpommern 9 % 3,00 % von Amts wegen
Niedersachsen 9 % 3,50 % Ev. und kath. von Amts wegen
3,00 % Nordkirche
Nordrhein-Westfalen 9 % 3,50 % Evangelisch auf Antrag
4,00 % Katholisch
Rheinland-Pfalz 9 % 3,50 % Evangelisch auf Antrag
4,00 % Katholisch
Saarland 9 % 3,50 % Evangelisch auf Antrag
4,00 % Katholisch
Sachsen 9 % 3,50 % von Amts wegen
Sachsen-Anhalt 9 % 3,50 % von Amts wegen
Schleswig-Holstein 9 % 3,00 % von Amts wegen
Thüringen 9 % 3,50 % von Amts wegen

Sonderregelungen bei Ehen mit verschiedenen Konfessionen

Falls Sie in einer Ehe mit verschiedenen Konfessionen leben oder nur ein Partner verpflichtet ist, Kirchensteuer zu zahlen, kommen weitere Sonderregelungen zur Anwendung. Sofern beide Partner Kirchensteuer zahlen müssen, wird bei gemeinsamer Veranlagung die erhobene Steuer unter beiden Religions­gemeinschaften gleich verteilt. Ist ein Partner konfessionslos, kann ein sogenanntes Kirchgeld erhoben werden.

Tipp zum Kirchensteuer Rechner: Wem kommt das Geld zugute?

Die Kirchensteuer soll direkt den jeweiligen Religions­gemeinschaften zukommen. Die Bundesländer erheben lediglich einen Beitrag in Höhe zwischen 2 und 4,5 Prozent als Verwaltungskosten. Mit dem übrigen Geld finanzieren die Gemeinschaften die entsprechenden Infrastrukturen wie Kindertagesstätten oder Gemeindehäuser und zum Teil den notwendigen Personalaufwand. Weiter­führende Informationen zur Verwendung der Kirchensteuer finden Sie unten bei unseren Quellenangaben.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Kirchensteuer" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 21.08.2019

Die letzten Änderungen in der Themenwelt "Kirchensteuer" wurden am 21.08.2019 umgesetzt durch Michael Mühl. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • 21.08.2019: Im Kirchensteuerrechner wird nun die Kappung der Kichensteuer bei hohen Einkommen berücksichtigt (bundesland- und konfessions­abhängig zwischen 2,75 und 4 Prozent vom zu versteuernden Einkommen statt 8 bzw. 9 Prozent der Einkommensteuer).
  • 05.12.2018: Beheben eines kleineren Fehlers bei der Berechnung der Sozialversicherungs­beiträge nach Auswahl von "Jahresbrutto" im Kirchensteuerrechner.
  • 07.11.18: Anpassung unseres Kirchensteuerrechners sowie aller Texte an die Lohnsteuer- und damit an die Kirchensteuerberechnung für 2019
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt