Zumutbare Belastung als Eigenanteil für das Absetzen außergewöhnlicher Belastungen

Die zumutbare Belastung gemäß § 33  des Einkommensteuergesetzes ist ein Eigenanteil bei der steuerlichen Geltendmachung von außergewöhnlichen Belastungen, wie z.B. nicht erstattete Krankheitskosten. Die Berechnung dieses Eigenanteils nimmt Ihnen der Rechner gleich hier online ab.

Berechnung der zumutbaren Belastung

Die Berechnung gemäß § 33 EStG bemisst sich in Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens. Der Prozentsatz steigt mit der Höhe des Einkommens. Außerdem ist die Höhe des Prozentsatzes abhängig von Ihrem Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder, für die Sie noch einen Anspruch auf einen Kinderfreibetrag bzw. auf Kindergeld haben. Die zumutbare Belastung ist bei kinderlosen Singles etwas höher als bei konderlosen Ehepaaren. Paare mit Kindern haben, egal, ob verheiratet oder unverheiratet die gleichen Sätze für die zumutbare Belastung. Hier wird nur zwischen Steuerzahlern mit bis zu zwei Kindern und ab drei Kindern unterschieden. Ab drei Kindern hat man die geringsten Sätze für die zumutbare Belastung. Der Eigenanteil ist also hier relativ gering, weshalb die höchsten Beträge für das Absetzen außergewöhnlicher Belastungen anerkannt werden.

Tabelle gemäß § 33 EStG (Stand 2018)

Familien­stand Jahreseinkünfte in Euro
bis 15.340 bis 51.130 über 51.130
Ledige ohne Kind 5 % 6 % 7 %
Verheiratete ohne Kind 4 % 5 % 6 %
mit 1 oder 2 Kindern 2 % 3 % 4 %
mit mehr als 2 Kindern 1 % 1 % 2 %

Änderung seit April 2017: Bundesfinanzhof sorgt für geringere Steuerlast

Gerichte und Finanzämter gingen bis Ende März 2017 davon aus, dass für die Einkünfte jeweils der höhere Prozentsatz der Tabelle als zumutbare Belastung gilt. Dies führte schon dann zu höheren zumutbaren Belastungen, wenn die nächste Stufe nur geringfügig überschritten war. Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied nun, dass jede der drei Einkunftsstufen der Tabelle für sich betrachtet werden müsse. Es darf also jeweils nur der Teil der Einkünfte mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet werden, der den im Gesetz genannten Grenzbetrag übersteigt.

Beispiel für Einkommen über 51.130 Euro

  • Prozentsatz aus 1. Spalte mal 15.340 €
  • Prozentsatz aus 2. Spalte mal (51.130 − 15.340 €)
  • Prozentsatz aus 3. Spalte mal (Einkommen − 51.130 €)

Die vorherige Regelung sah vor, dass der Prozentsatz der 3. Spalte mal dem gesamten Einkommen als zumutbare Belastung galt. Somit kann nun ein höherer Betrag abgesetzt werden.


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