Zumutbare Belastung als Eigenanteil für das Absetzen außergewöhnlicher Belastungen

Die zumutbare Belastung gemäß § 33  des Einkommensteuergesetzes ist ein Eigenanteil bei der steuerlichen Geltendmachung von außergewöhnlichen Belastungen, wie z.B. nicht erstattete Krankheitskosten. Die Berechnung dieses Eigenanteils nimmt Ihnen der Rechner gleich hier online ab.

Berechnung der zumutbaren Belastung

Die Berechnung gemäß § 33 EStG bemisst sich in Prozent des jährlichen Gesamtbetrags der Einkünfte. Dieser Gesamtbetrag der Einkünfte entspricht dem Brutto­jahres­einkommen, gemindert um - falls zutreffend - den Altersentlastungsbetrag, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie den Abzug für Land- und Forstwirte.

Der Prozentsatz für die zumutbare Belastung steigt mit der Höhe des Einkommens. Außerdem ist die Höhe des Prozentsatzes abhängig von Ihrem Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder, für die Sie noch einen Anspruch auf einen Kinderfreibetrag bzw. auf Kindergeld haben. Die zumutbare Belastung ist bei kinderlosen Singles etwas höher als bei kinderlosen Ehepaaren. Paare mit Kindern haben, egal, ob verheiratet oder unverheiratet die gleichen Sätze für die zumutbare Belastung. Hier wird nur zwischen Steuerzahlern mit bis zu zwei Kindern und ab drei Kindern unterschieden. Ab drei Kindern hat man die geringsten Sätze für die zumutbare Belastung. Der Eigenanteil ist also hier relativ gering, weshalb die höchsten Beträge für das Absetzen außergewöhnlicher Belastungen anerkannt werden.

Tabelle gemäß § 33 EStG (Stand 2021)

Familien­stand Jahreseinkünfte in Euro
bis 15.340 bis 51.130 über 51.130
Ledige ohne Kind 5 % 6 % 7 %
Verheiratete ohne Kind 4 % 5 % 6 %
mit 1 oder 2 Kindern 2 % 3 % 4 %
mit mehr als 2 Kindern 1 % 1 % 2 %

Änderung seit April 2017: Bundesfinanzhof sorgt für geringere Steuerlast

Gerichte und Finanzämter gingen bis Ende März 2017 davon aus, dass für die Einkünfte jeweils der höhere Prozentsatz der Tabelle als zumutbare Belastung gilt. Dies führte schon dann zu höheren zumutbaren Belastungen, wenn die nächste Stufe nur geringfügig überschritten war. Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied nun, dass jede der drei Einkunftsstufen der Tabelle für sich betrachtet werden müsse. Es darf also jeweils nur der Teil der Einkünfte mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet werden, der den im Gesetz genannten Grenzbetrag übersteigt.

Beispielrechnung für Einkommen über 51.130 Euro

  • Prozentsatz aus erster Spalte mal 15.340 Euro
  • Prozentsatz aus zweiter Spalte mal (51.130 − 15.340 Euro)
  • Prozentsatz aus dritter Spalte mal (Einkommen − 51.130 Euro)

Die vorherige Regelung sah vor, dass der Prozentsatz der 3. Spalte mal dem gesamten Einkommen als zumutbare Belastung galt. Somit kann nunmehr ein höherer Betrag abgesetzt werden.

Fragen unserer Nutzer und Antworten der Redaktion

  • KommentarBasis zur Berechnung ist nicht das Bruttoeinkommen sondern die Einkünfte. Stimmt dies?

    Unser Nutzer e.....x.de hatte am 05.06.2019 folgende Frage:
    Liebes Team von Smart-Rechner.de,
    Ihre Darstellung ist nicht richtig:
    Die Basis zur Berechnung ist nicht das Bruttoeinkommen sondern die Einkünfte.
    Bekanntlich sind Einkünfte das Bruttoeinkommen abzüglich Werbungskosten. Das ist schon ein deutlicher Unterschied.
    Bitte korrigieren Sie Ihren Rechner.
    Gruß
    E. H.
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 16.06.2019:
    Sehr geehrte Frau/Herr H.,

    vielen Dank für Ihren Hinweis und entschuldigen Sie bitte, dass wir uns jetzt erst melden.

    Meines Erachtens war unsere Darstellung tendenziell richtig. Zur Erklärung: Die Basis für die Berechnung ist gemäß § 33 EStG der Gesamtbetrag der Einkünfte (https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__33.html). Dieser entspricht dem Brutto­jahres­einkommen, gemindert um - falls zutreffend - den Altersentlastungsbetrag, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und den Abzug für Land- und Forstwirte (https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/gesamtbetrag-der-einkuenfte-34908). Insofern entsprach das für die Eingabe geforderte Brutto­jahres­einkommen aus Vereinfachungsgründen in vielen Fällen dem Gesamtbetrag der Einkünfte.

    Das Bruttoeinkommen abzüglich der Werbungskosten bildet in der Tat, wie Sie feststellen, meist einen deutlichen Unterschied zum Bruttoeinkommen. Dies ist -vereinfacht- allerdings gemäß EStG dann das „zu versteuernde Einkommen“.

    Dank Ihres Hinweises fragen wir nun im entsprechenden Infofenster des Rechners und im begleitenden Text aber ganz korrekt den Gesamtbetrag der Einkünfte statt des Bruttoeinkommens ab.

    Nochmals Danke und herzliche Grüße

    Stefan Banse
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Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Zumutbare Belastung" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 22.11.2020

Die Seiten der Themenwelt "Zumutbare Belastung" wurden zuletzt am 22.11.2020 redaktionell überprüft durch Michael Mühl. Sie entsprechen alle dem aktuellen Stand.

Vorherige Änderungen am 03.11.2019

  • 16.06.2019: Klarstellung der Definition für den Gesamtbetrag der Einkünfte, welcher für die Berechnung der zumutbaren Belastung gemäß § 33 EStG zugrunde zu legen ist.
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt
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