Grunderwerbsteuer berechnen

Aktualisiert am von Michael Mühl

Bei jedem Kauf einer Immobilie bzw. eines Grundstücks wird Grunderwerbsteuer (GrESt) gemäß Grunderwerbsteuergesetz erhoben. Der Grunderwerbsteuersatz kann von jedem Bundesland festgelegt werden. Die Höhe des Steuersatzes ist demnach abhängig davon, in welchem Bundesland sich das Grundstück befindet. Die Grunderwerbsteuer wird auf den Kaufpreis der Immobilie inkl. Grundstück laut notariellem Kaufvertrag erhoben.

Höhe der Grunderwerbsteuer (Stand 2018)

Seit 01.01.2017 erheben die Bundesländer folgende Grunderwerbsteuersätze:

BundeslandSteuersatz
Baden-Württemberg 5,0%
Bayern3,5%
Berlin6,0%
Brandenburg6,5%
Bremen5,0%
Hamburg4,5%
Hessen6,0%
Mecklenburg-Vorp.5,0%
Niedersachsen5,0%
NRW6,5%
Rheinland-Pfalz5,0%
Saarland6,5%
Sachsen3,5%
Sachsen-Anhalt5,0%
Schleswig-Holstein6,5%
Thüringen6,5%

Ausnahmen von der Besteuerung

Für die Grunderwerbsteuer gilt eine Freigrenze von 2.500  Euro. Das heißt, dass ein Grunderwerb bis zu dieser Höhe von der Grunderwerbsteuer befreit ist, jedoch ab diesem Betrag - anders als bei einem Freibetrag - zum vollem Betrag versteuert werden muss. Außerdem wird bei Grundstückserwerben durch Erbschaft bzw. Grundstücksschenkung keine Grunderwerbsteuer erhoben. Eine mögliche Besteuerung wird dann ggf. über das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz herbeigeführt. Wie sich die Besteuerung in diesen Fällen auswirkt, können Sie mit dem Erbschaftsteuerrechner oder dem Schenkungsteuerrechner ermitteln.

Weitere Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie

Neben der Grunderwerbsteuer fallen beim Kauf einer Immobilie typischerweise auch Notarkosten, die Kosten für die Eintragung ins Grundbuch sowie Maklerprovision an. Der Immobiliennebenkosten-Rechner hilft Ihnen und unterstützt Sie bei der Bestimmung der zu erwartenden Gesamtkosten beim Erwerb einer Immobilie.

News zur Grunderwerbsteuer

13.06.2018: Grunderwerbsteuer-Freibetrag abgelehnt. Gemäß der Meldung des Deutschen Bundestags hat der Finanzausschuss die Forderung abgelehnt, einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer anzuheben und damit für eine Erhöhung der Wohneigentumsquote zu sorgen.

Kurz vor der Wahl 2017: NRW und Schleswig-Holstein beantragen beim Bundesrat, einen neuen Gesetzentwurf für die Geringere Belastung mit Grunderwerbsteuer vorzulegen. Die Bundesländer regen an, dass für von natürlichen Personen zur Selbstnutzung erworbene Immobilien und für den Erwerb unbebauter Grundstücke ein Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer eingeführt wird. Der Freibetrag je erwerbender Person sollte um einen zusätzlichen Freibetrag für jedes Kind erhöht werden. Konkrete Zahlen wurden zwar noch nicht an den Bundesrat herangetragen, aber im Koalitionsvertrag der Landesregierung NRW einigte man sich bereits auf einen Freibetrag von 250.000 Euro pro Person bei selbst genutztem Wohneigentum, sofern eine Beteiligung des Bundes erfolgt.

Den Grunderwerbsteuer-Rechner finden Sie in diesen Rubriken

Wohnen, Steuerrechner

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Grunderwerbsteuer" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 29.07.2018

Die Seiten der Themenwelt "Grunderwerbsteuer" wurden zuletzt am 29.07.2018 redaktionell überprüft durch Michael Mühl. Sie entsprechen alle dem aktuellen Stand.

Vorherige Änderungen am 01.01.2017

  • Anpassung des Steuersatzes für die Grunderwerbsteuer in Thüringen von 5,0% auf 6,5%
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt