Grunderwerbsteuer berechnen

Bei jedem Kauf einer Immobilie bzw. eines Grundstücks wird Grunderwerbsteuer (GrESt) gemäß Grunderwerbsteuergesetz erhoben. Der Grunderwerbsteuersatz kann von jedem Bundesland festgelegt werden. Die Höhe des Steuersatzes ist demnach abhängig davon, in welchem Bundesland sich das Grundstück befindet. Die Grunderwerbsteuer wird auf den Kaufpreis der Immobilie inkl. Grundstück laut notariellem Kaufvertrag erhoben.

Höhe der Grunderwerbsteuer (Stand 2017)

Seit 01.01.2017 erheben die Bundesländer folgende Grunderwerbsteuersätze:

BundeslandSteuersatz
Baden-Württemberg 5,0%
Bayern3,5%
Berlin6,0%
Brandenburg6,5%
Bremen5,0%
Hamburg4,5%
Hessen6,0%
Mecklenburg-Vorp.5,0%
Niedersachsen5,0%
NRW6,5%
Rheinland-Pfalz5,0%
Saarland6,5%
Sachsen3,5%
Sachsen-Anhalt5,0%
Schleswig-Holstein6,5%
Thüringen6,5% *

*) seit 01.01.2017 Erhöhung von 5,0% auf 6,5%

Ausnahmen von der Besteuerung

Für die Grunderwerbsteuer gilt eine Freigrenze von 2.500 €. Das heißt, dass ein Grunderwerb bis zu dieser Höhe von der Grunderwerbsteuer befreit ist, jedoch ab diesem Betrag - anders als bei einem Freibetrag - zum vollem Betrag versteuert werden muss. Außerdem wird bei Grundstückserwerben durch Erbschaft bzw. Grundstücksschenkung keine Grunderwerbsteuer erhoben. Eine mögliche Besteuerung wird dann ggf. über das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz herbeigeführt. Wie sich die Besteuerung in diesen Fällen auswirkt, können Sie mit dem Erbschaftsteuerrechner oder dem Schenkungsteuerrechner ermitteln.

Weitere Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie

Neben der Grunderwerbsteuer fallen beim Kauf einer Immobilie typischerweise auch Notarkosten, die Kosten für die Eintragung ins Grundbuch sowie Maklerprovision an. Der Immobiliennebenkosten-Rechner hilft Ihnen und unterstützt Sie bei der Bestimmung der zu erwartenden Gesamtkosten beim Erwerb einer Immobilie.

News zur Grunderwerbsteuer

Kurz vor der Wahl 2017: NRW und Schleswig-Holstein beantragen beim Bundesrat, einen neuen Gesetzentwurf für die Geringere Belastung mit Grunderwerbsteuer vorzulegen. Die Bundesländer regen an, dass für von natürlichen Personen zur Selbstnutzung erworbene Immobilien und für den Erwerb unbebauter Grundstücke ein Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer eingeführt wird. Der Freibetrag je erwerbender Person sollte um einen zusätzlichen Freibetrag für jedes Kind erhöht werden. Konkrete Zahlen wurden zwar noch nicht an den Bundesrat herangetragen, aber im Koalitionsvertrag der Landesregierung NRW einigte man sich bereits auf einen Freibetrag von 250.000 Euro pro Person bei selbst genutztem Wohneigentum, sofern eine Beteiligung des Bundes erfolgt.


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