Schenkungssteuer­rechner - berechnen Sie die Steuer bei einer Schenkung

Aktualisiert am von Michael Mühl

Wenn ein naher oder entfernter Verwandter Ihnen ein sehr großzügiges Geschenk macht, kann es sein, dass Sie hierfür Schenkungssteuer zahlen müssen. Werden die Geschenke nach den richtigen Kriterien verteilt, kann die Familie hierdurch einige Steuern sparen, denn Geschenke gelten vor dem Finanzamt quasi als vorgezogene Erbfälle. Mit diesem Schenkungssteuer­rechner können Sie ermitteln, ob es für Sie lohnenswert ist, das Geschenk anzunehmen, oder ob Sie es lieber ausschlagen möchten.

Wie mit Geschenken Steuern gespart werden

Wenn die Freibeträge für Geschenke stets eingehalten werden, kann ein Vermögen steuerfrei von Eltern auf Kinder übertragen werden. Die Freibeträge gelten jeweils für zehn Jahre und werden auf das Erbe angerechnet, wenn der entsprechende Zeitraum zum Todes­zeit­punkt des Schenkenden noch nicht vorüber ist. Je näher der Verwandt­schafts­grad ist, umso höher darf der Wert des Geschenkes ausfallen, bevor Steuern fällig werden. Dabei ist zu beachten, dass auch bei Sachgeschenken eine Steuerpflicht entstehen kann. Hier ist es besonders wichtig, die zu erwartende Steuerlast zu berechnen, bevor das Geschenk angenommen wird. Im Zweifel ist jedoch der Schenkende selbst auch in der Pflicht, wenn der Beschenkte die Steuer nicht zahlen kann, ohne das Geschenk zu verkaufen. Dies ist im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuer­gesetz (ErbStG) von der Bundesregierung geregelt worden.

Tipp zum Schenkungssteuer Rechner: Sachwerte richtig einschätzen

Wenn das Eigenheim unter Eheleuten oder eingetragenen Lebenspartnern verschenkt wird, muss dafür laut ErbStG keine Schenkungssteuer gezahlt werden, sofern die Beschenkten weiterhin in dieser Wohnung wohnen. Falls der Schenkende dort nicht mehr wohnen konnte, weil er zum Beispiel pflegebedürftig wurde, genügt es, dass die Beschenkten die Immobilie als Wohnung weiter nutzen. Die eigene Nutzung muss für mindestens zehn Jahre nach der Schenkung fortbestehen, damit nicht nachträglich doch noch Steuern gezahlt werden müssen. Bei der Berechnung dieser Steuern gilt jedoch stets der Wert, der zum Zeitpunkt der Schenkung bestanden hat. Es ist also empfehlenswert einen Sach­verständigen hinzuzuziehen. So kann vermieden werden, dass durch Umbauten und Renovierungen bei einem späteren Umzug ein zu hoher Wert der Immobilie angenommen wird, um nachträglich fällige Steuern zu berechnen.

Tipp zum Schenkungssteuer Rechner: Geschenke beim Finanzamt melden

Geschenke müssen laut ErbStG innerhalb von drei Monaten beim zuständigen Finanzamt gemeldet werden. Zu einer Anmeldung sind sowohl der Beschenkte als auch der Schenkende (bei Erbschaft der Erblasser) verpflichtet. Allein das Wissen darum, dass aufgrund von Freibeträge keine Steuern zu zahlen sind, genügt noch nicht, um auf eine Anmeldung des Betrages bzw. des Wertes zu verzichten. Falls die Schenkung jedoch notariell oder vor einem Gericht beurkundet wird, dürfen beide Beteiligten davon ausgehen, dass die Anmeldung der Schenkung bereits auf offiziellen Wegen geschehen ist. In diesem Fall entscheidet das Finanzamt darüber, ob der Beschenkte eine gesonderte Steuererklärung einreichen muss oder nicht.

Bei der Anmeldung einer Schenkung muss angegeben werden, wer wem was warum schenkt. Also neben den Angaben aller Personendaten muss auch deutlich genannt werden, in welchem verwandtschaft­lichen Verhältnis beide Personen zueinanderstehen und ob es einen bestimmten Anlass zur Überlassung des Geschenkes gab. Das verwandtschaft­liche Verhältnis ist vor allem wichtig, um die Steuerklasse und die Freibeträge ermitteln zu können. Auch diese Freibeträge werden im Steuerbescheid ausgewiesen.

Unser Rechner ersetzt keinen Steuerberater! Der Steuerberater kann im Einzelfall die besten Steuertipps nennen, so dass Sie auf Ihrem Steuerbescheid nach der Erbschaft oder der Schenkung keine böse Überraschung erleben. Natürlich immer im Rahmen des ErbStG Gesetzes.

News zum Schenkungsteuer­rechner

09.11.2016
Bund und Länder haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, nachdem das Bundes­verfassungs­gericht bereits Ende 2014 Änderungen am bestehenden Erbschaftssteuer­gesetz (dort ist Schenkungssteuer geregelt) gefordert hatte. Der Gesetzgeber erfüllt nun mit den neuen Regelungen zur Verschonung betrieblichen Vermögens die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Diese Regelungen treten rückwirkend zum 01.07.2016 in Kraft. Alles Wissenswerte zu den Änderungen durch die Erbschaftsteuerreform erfahren Sie im Ratgeberteil zur Erbschaftsteuer.

01.12.2015
Das Bundes­verfassungs­gericht hat bereits Ende 2014 entschieden, dass die Vergünstigungen für die Übertragung von Betriebsvermögen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer verfassungswidrig sind. Dieses Urteil hat insbesondere Auswirkungen auf die Nachfolge bei Familienunternehmen. Vor allem großen Unternehmen droht eine Verschlechterung. Die Bundesregierung muss spätestens zum 30. Juni 2016 ein neues Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz vorlegen. Sobald das neue Gesetz verabschiedet ist, wird der Schenkungsteuer­rechner 2016 an die neue Gesetzgebung angepasst.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Schenkungssteuer" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 29.08.2018

Die Seiten der Themenwelt "Schenkungssteuer" wurden zuletzt am 29.08.2018 redaktionell überprüft durch Michael Mühl. Sie entsprechen alle dem aktuellen Stand.

Vorherige Änderungen am 09.11.2016

  • Anpassung unseres Schenkungsteuerrechners sowie aller Texte an die rückwirkend zum 01.07.2016 in Kraft getretene Reform zur Erbschaft- und Schenkungsteuer
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt