Erbschaftsteuerrechner 2020 2019 - Berechnung der Steuern auf einer Erbschaft

Erbschaftsteuer­rechner - berechnen Sie die Steuer bei Erbschaft und Schenkung

Ein unerwartetes Erbe kann für manche Menschen ein Segen sein. Doch auch wenn im Trauerfall finanzielle Fragen meist in den Hintergrund rücken, müssen Erben sich mit dem Thema Erbschaftssteuer auseinandersetzen. Dieser Erbschaftsteuer­rechner kann einen ersten Überblick über die fällige Steuer verschaffen.

Grundsätzliches zur Erbschaftsteuer

Grundsätzlich muss jeder, der ein kleines oder großes Vermögen erbt, hierfür Steuern bezahlen. Dies ist im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) von der Bundesregierung geregelt worden. Falls das Erbe aus Sachwerten besteht, wird deren finanzieller Wert geschätzt und für die Steuern herangezogen. Das sogenannte Ertragswert­verfahren wird zur Ermittlung der Werte herangezogen. Auch Schulden können vererbt werden, doch jedem Erben ist es freigestellt, ein Erbe auszuschlagen. Dies gilt jedoch nur ganz oder gar nicht. Der Staat gestattet es den Erben nicht, sich die Rosinen herauszupicken.

Tipp zum Erbschaftsteuerrechner: Freibeträge für Familienangehörige

Je nachdem, wie eng ein Erbe mit dem Verstorbenen verwandt war, kann er einen entsprechenden Freibetrag geltend machen. Auch der eigentliche Steuersatz, also der Prozentsatz, mit dem die Erbschaft besteuert wird, hängt neben der Höhe der Erbschaft vom Verwandt­schaftsd­grad ab. Dazu werden die Erben in eine von drei Steuerklassen eingeordnet, so dass man den Steuersatz aus der zugehörigen Tabelle ablesen kann. Für Kinder gilt dabei ein höherer Freibetrag als beispiels­weise für Enkel oder Neffen und Nichten. Erbt der Ehepartner, wird zunächst im Rahmen des Zugewinnausgleichs ermittelt, welches Vermögen tatsächlich vererbt wird und welches dem Ehepartner ohnehin zusteht. Nur für den vererbten Teil, also in der Regel die Hälfte des gemeinsamen Vermögens, muss tatsächlich Erbschaftsteuer gezahlt werden. Bei Erbschaften, welche ein Betriebsvermögen umfassen, gelten weitere Regelungen und Freibeträge, die dazu dienen, den Betrieb zu erhalten und nicht durch eine unerwartete Steuerzahlung in den Bankrott zu treiben. Weitere Infos zu den Freibeträgen gibt es in diesem Artikel.

Populäre Rechner zu einzelnen Verwandschaftsverhältnissen

Tipp zum Erbschaftsteuer­rechner: Rechtzeitige Schenkung

Wer seinen Erben später die Zahlung hoher Steuern ersparen möchte, sollte rechtzeitig beginnen, sein Vermögen zu verschenken. Freibeträge für Schenkungen können alle zehn Jahre geltend gemacht werden. Liegt die letzte Schenkung also weniger als zehn Jahre zurück, werden diese Beträge auf die Freibeträge der Erbschaft angerechnet. Auch das beliebte Berliner Testament, bei dem ein Ehepartner grundsätzlich das ganze Vermögen erbt und die Kinder erst bei dessen Tod mit ihren Pflichtteilen bedacht werden, ist steuerlich meist ungünstig. Die Steuern müssen im ersten Erbfall auf das ganze Vermögen gezahlt werden und die Freibeträge der Kinder werden nur einmal berücksichtigt. Unser Rechner ersetzt keinen Steuerberater : Er kann im Einzelfall die besten Steuertipps nennen, so dass Sie auf Ihrem Steuerbescheid nach der Erbschaft oder der Schenkung keine böse Überraschung erleben.

News zum Erbschaftsteuer­rechner

09.11.2016
Nachdem das Bundes­verfassungs­gericht bereits im Dezember 2014 Änderungen am bestehenden Erbschaft­steuer­gesetz gefordert hatte, haben sich Bund und Länder auf einen Kompromiss verständigt. Mit den neuen Regelungen zur Verschonung betrieblichen Vermögens erfüllt der Gesetzgeber nun die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts, die rückwirkend zum 01.07.2016 in Kraft treten. Alles zu den wesentlichen Änderungen durch die Erbschaft­steuer­reform erfahren Sie in unserem Ratgeberteil.

01.12.2015
Das Bundes­verfassungs­gericht hat bereits Ende 2014 entschieden, dass die Vergünstigungen für die Übertragung von Betriebsvermögen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer verfassungswidrig sind. Dieses Urteil hat insbesondere Auswirkungen auf die Nachfolge bei Familienunternehmen. Vor allem großen Unternehmen droht eine Verschlechterung. Die Bundesregierung muss spätestens zum 30. Juni 2016 ein neues Erbschaft- und Schenkung­steuer­gesetz vorlegen. Sobald das neue Gesetz verabschiedet ist, wird der Erbschaftsteuerrechner 2016 an die neue Gesetzgebung angepasst.

12.09.2014
Laut einer Studie der Postbank wurde in Deutschland noch nie soviel vererbt wie heute. Die Erbschaft­steuer­einnahmen und die Einnahmen aus der Schenkungssteuer sind in den vergangenen 20 Jahren stärker gestiegen als das Vermögen der deutschen Bürger.

Fragen unserer Nutzer und Antworten der Redaktion

  • Steuerfreibetrag wenn das Kind eines verheirateten Paares stirbt

    Unser Nutzer J.....net hatte am 17.09.2019 folgende Frage:
    Guten Tag,
    ich habe eine für mich im Moment sehr wichtige Frage zum Thema Erbe.
    Wenn das Kind eines verheirateten Paares stirbt, kann dann jeder der Ehepartner steuerfrei 100.000 € erben, oder nur in Summe 100.000 €?
    Danke!
    Freundliche Grüße
    Jürgen H
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 17.09.2019:
    Sehr geehrter Herr H.,
    vielen Dank für Ihre Anfrage. Gemäß § 16, Abs. 1, Satz 4 Erbschaftsteuergesetz (https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html) heißt es "Steuerfrei bleibt […] der Erwerb der übrigen Personen der Steuerklasse I in Höhe von 100 000 Euro“. Mit übrigen Personen sind hier unter anderem die Eltern des Erblassers gemeint. Ich gehe davon aus, dass damit beide Elternteile gemeint sind, so dass jedem ein Freibetrag von 100.000 Euro zusteht.
    Mit besten Grüßen
    Unser Nutzer J.....net hatte am 18.09.2019 noch eine Nachfrage:
    Guten Morgen Herr Banse,
    ich danke Ihnen vielmals für die schnelle und informative Auskunft!
    Freundliche Grüße
    Jürgen H.
  • Bruder als Erbe. Wie ist der Prozentsatz?

    Unser Nutzer si....e.de hatte am 08.04.2019 folgende Frage:
    Sehr geehrte Damen und Herren.
    Ich habe heute Ihren Erbschaftssteuerrechner benutzt (08.04.2019).
    Nach Abzug des Freibetrages kommt Ihr Rechner, immer auf 20 Prozent Erbschaftssteuer?
    Sind es nicht 30 Prozent Erbschaftssteuer als Bruder-Bruder Erbe?
    In meinem Fall ist das ein Unterschied von 24000.- EUR ( Von 20 Prozent zu 30 Prozent )
    Da Ihre letzte Aktualisierung am 29.06.2018 stattfand, würden Sie mich bitte über diese Diskrepanz aufklären:
    Zahle ich als Bruder-Erbe nun 20 Prozent oder 30 Prozent Erbschaftssteuer?
    Ich bedanke mich,
    mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang L.
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 08.04.2019:
    Sehr gehrte Herr L.,
    vielen Dank für Ihre Anfrage.
    Ich habe gerade erneut in den aktuelle Text der Erbschaftsteuergesetzes unter http://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html geschaut.

    In § 15 (http://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__15.html) geht hervor, dass Sie als Bruder zur Erbschaftsteuerklasse II gehören.
    Gemäß § 16 (http://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__16.html) haben Sie mit Erbschaftsteuerklasse II einen Freibetrag von 20 Euro.
    Die Steuersätze in § 19 (http://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__19.html) sind dann noch gestaffelt nach der Höhe der Erbschaft. In Ihrem Fall müssten dies bis 300.000 sein und somit ergibt sich ein Steuersatz von 20 Prozent.

    Wir ersetzen allerdings nicht die Beratung eines Steuerberaters oder Anwalts. Insofern sollten Sie zur Sicherheit noch entsprechenden fachkundigen Rat einholen.
    Mit besten Grüßen
    Stefan Banse
    Unser Nutzer si....e.de hatte am 10.04.2019 noch eine Nachfrage:
    Sehr geehrter Herr Banse.
    Ich möchte mich für Ihre Antwort bedanken.
    Mit freundlichen Grüsse
    Wolfgang L
  • Fehler beim Verwandtschaftsverhältnis Neffe / Nichte?

    Unser Nutzer ut....e.de hatte am 20.04.2018 folgende Frage:
    Guten Tag,
    Der Erbschaftsteuer Rechner enthält einen Fehler. Beim Verwandtschaftsverhältnis Neffe / Nichte wird anstatt der Steuerklasse 2 die Steuerklasse 3 mit einem höheren Steuersatz angenommen.
    MFG
    Ute L
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 20.04.2018:
    Hallo Frau L.,
    vielen Dank für Ihre Anmerkung. Nur leider kann ich den Fehler nicht finden. Sowohl Geschwister des Verstorbenen, als auch deren Kinder (also Nichten und Neffen) sind eigentlich im Rechner der Steuerklasse 2 zugeordnet. Könnten Sie mir vielleicht mitteilen, bei welchem Bespiel Sie auf den vermeintlichen Fehler gestoßen sind?
    Mit besten Grüßen
    Unser Nutzer ut....e.de hatte am 20.04.2018 noch eine Nachfrage:
    Hallo Smart-Rechner, danke für die schnelle Antwort. Bei der Nacherstellung meines Berechnungsbeispiels ist mir aufgefallen , dass ich mich bei der Eingabe des Betrages um eine "0" zuviel vertippt habe und dadurch der höhere Steuersatz entstanden ist . Mein Fehler , bitte entschuldigen Sie das Missverständnis .
    Gruß , Ute L.
  • Haben Sie auch eine Frage zum Thema Erbschaftsteuer?

    Haben Sie fachliche Fragen, dann hilft Ihnen unsere fachliche Beratung gerne weiter.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Erbschaftsteuer" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 28.05.2020

Die Seiten der Themenwelt "Erbschaftsteuer" wurden zuletzt am 28.05.2020 redaktionell überprüft durch Michael Mühl. Sie entsprechen alle dem aktuellen Stand.

Vorherige Änderungen am 14.09.2019

  • 14.09.2019: Erweiterung um Ratgeberartikel Steuersätze und Steuerklassen bei der Erbschaft
  • 11.09.2019: Ergänzung um Rechner für einzelne Verwandschaftsverhältnisse, z.B. Nichten und Neffen
  • Anpassung unseres Erbschaftsteuerrechners sowie aller Texte an die rückwirkend zum 01.07.2016 in Kraft getretene Reform zur Erbschaftsteuer
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt