Firmenwagenrechner - Vergleich 1%-Regel mit dem Fahrtenbuch

Wenn Ihnen von Ihrem Arbeitgeber ein Firmenwagen zur Verfügung gestellt wird, dürfen Sie diesen häufig auch privat nutzen. Diese private Nutzung ist ein sogenannter geldwerter Vorteil und muss von Ihnen im Rahmen der Einkommensteuer­erklärung angegeben werden. Nach welcher Berechnungs­grundlage dies erfolgen sollte, verrät Ihnen unser Firmenwagenrechner.

Allgemeine Informationen zum Firmenwagenrechner

Die Möglichkeit zur Nutzung eines Firmenwagens ist ein geldwerter Vorteil, der vom Staat als zusätzliches Einkommen eingestuft und deshalb besteuert wird. Zur Berechnung dieses geldwerten Vorteils und damit der zusätzlichen Steuerlast gibt es zwei Methoden, zwischen denen Sie zur privaten Nutzung frei wählen können. Im Firmenwagenrechner können Sie wählen, ob Sie die zusätzliche Steuerbelastung allein anhand der 1%-Methode (Pauschalwert­methode) berechnen möchten, oder diese zusätzlich mit der Steuerlast gemäß der Fahrtenbuchmethode vergleichen möchten.

1%-Methode bzw. Pauschalwertmethode

trans Die 1%-Methode wird auch Pauschalwertmethode genannt. Der geldwerte Vorteil wird anhand von Pauschalen für die eigentliche Nutzung des Firmenfahrzeugs berechnet und für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bestimmt. Die Höhe der Pauschalen ist abhängig vom Bruttolistenpreis des Fahrzeugs. Monatlich werden für die private Nutzung 1 Prozent dieses Listenpreises veranschlagt.

Bei Anschaffung eines Plug-in Hybrids zwischen 2019 und 2030 wird die Bemessungsgrundlage, also der Listenpreis zur Berechnung halbiert. Bei Anschaffung eines reinen Elektroautos zwischen 2020 und 2030, welches eine Brutttolistenpreis von 60.000 Euro nicht überschreitet, wird nur ein Viertel davon für die Berechnung berücksichtigt. Für den Weg zur Arbeitsstätte werden weitere 0,03 Prozent von der Bemessungsgrundlage, also bei Verbrennern vom Listenpreis, bei Plug-in Hybriden vom halben Listenpreis und bei E-autos vom viertel Listenpreis, je einfachem Entfernungs-Kilometer, also nur Hin- oder Rückfahrt berechnet.

Tipp: Steuervorteile

Hier finden Sie spezielle Informationen zu Steuervorteilen von E-Auto-Firmenwagen und Plug-in Hybrid-Firmenwagen.

Näheres zur Abfrage der Antriebsart im Rechner

trans Wählen Sie hier bitte aus, mit welchem der drei aufgeführten Antriebsarten der Firmenwagen bzw. Dienstwagen ausgestattet ist.

Verbrenner

Sofern es sich um ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, also etwa einem Benziner oder Diesel handelt, wird die allgemeine Berechnung für den geldwerten Vorteil durchgeführt. D.h., für Dienstwagen, die auch privat genutzt werden, sind 1 Prozent des Listenpreises (Bemessungsgrundlage) im Monat als geldwerter Vorteil zu versteuern.

Plug-in Hybrid

Ab 2019 bis 2030 erworbene Plug-in Hybride erhalten für die Berechnung der Besteuerung des Firmenwagens Vorteile: Der geldwerte Vorteil berechnet sich hier anhand der halben Bemessungsgrundlage, also von der Hälfte des Bruttolistenpreises. Entsprechend dieser Halbierung der Bemessungsgrundlage für die Anwendung der 1%-Methode bei Plug-in Hybrid Fahrzeugen wird die zu berücksichtigende Abschreibung bei der Fahrtenbuchmethode ebenfalls halbiert. Das Jahr der Erstzulassung ist für diese Regelungen unerheblich. Insofern gilt die Halbierung ebenso für ab 2019 gebraucht erworbene Plug-in Hybride.

E-Auto

Ab 2020 bis 2030 erworbene reine E-Autos erhalten für die Berechnung der Besteuerung des Firmenwagens in vielen Fällen einen noch größeren Vorteil: Der geldwerte Vorteil wird bei E-Autos nur noch anhand einem Viertel der Bemessungsgrundlage, also von einem Viertel des Bruttolistenpreises berechnet. Jedoch darf der Bruttolistenpreis höchstens 60.000 Euro betragen. Auch hier wird entsprechend dieser Viertelung der Bemessungsgrundlage für die Anwendung der 1%-Methode bei E-Autos die zu berücksichtigende Abschreibung bei der Fahrtenbuchmethode ebenfalls geviertelt. Liegt der Bruttolistenpreis über 60.000 , beträgt der Anteil die Hälfte, wie es auch bei den Plug-in Hybriden geregelt ist. Dies wird vom Firmenwagen-Rechner automatisch berücksichtigt. Auch für E-Autos ist das Jahr der Erstzulassung unerheblich. Bei der Regelung geht es um das Jahr des Erwerbs, wehalb auch gebrauchte E-Autos mit Erstzulassung vor 2020 davon profitieren.

Näheres zum Bruttolistenpreis im Rechner

trans Der Bruttolistenpreis (Inland) des Fahrzeugs ist definiert inkl. Zubehör und Mehrwertsteuer, aber ohne Rabatte. Auch, wenn für das Fahrzeug aufgrund von Rabatten ein geringerer Preis bezahlt wird, oder das Fahrzeug als Gebrauchtwagen erstanden wurde, wird für die 1%-Regelung immer der Bruttolistenpreis als Berechnungs­grundlage herangezogen.

Fahrtenbuch-Methode

Die Fahrtenbuch-Methode ist genauer, aber aufwendiger. Hier werden alle Kosten, also

  • Benzinkosten,
  • KFZ-Steuer,
  • KFZ-Versicherung,
  • Reparaturen etc. und
  • die jährlichen Abschreibungen (6 Jahre linear) auf den Anschaffungspreis

zu den privat gefahrenen Kilometern in Relation gesetzt, um den geldwerten Vorteil zu bestimmen.

Begünstigung für elektrisch betriebene Fahrzeuge auch bei Fahrtenbuchmethode

Auch bei der Fahrtenbuchmethode wurde eine Begünstigung von Plug-in Hybriden und E-Autos analog zur Pauschalwertmethode eingeführt. Die Anschaffung eines Plug-in Hybrids zwischen 2019 und 2030 bewirkt, dass nur die Hälfte der jährlichen Abschreibung als geldwerter Vorteil berechnet wird. Für reine E-Autos mit Anschaffung zwischen 2020 und 2030 und einem Listenpreis bis 60.000 Euro wird nur noch ein Viertel der jährlichen Abschreibung veranschlagt.

Näheres zum Anschaffungspreis

Während bei der 1%-Methode der Bruttolistenpreis die Berechungsgrundlage im Firmenwagenrechner bzw. Dienstwagenrechner ist, wird bei der Fahrtenbuchmethode zur Berechnung der Abschreibung der tatsächlich bezahlte Preis für das Fahrzeug inklusive Mehrwertsteuer berücksichtigt. Dieser liegt meist unter dem Bruttolistenpreis, da Rabatte gewährt wurden oder das Fahrzeug beispielsweise gebraucht erstanden wurde. Der Firmenwagenrechner ermittelt aus dem Anschaffungspreis zunächst den Nettopreis und anschließend die jährliche Abschreibung des Kfz bei einer üblichen Abschreibungsdauer von 6 Jahren.

1%-Methode oder Fahrtenbuch?

Die formal einfachste Methode ist die pauschale Abrechnung nach der 1-%-Regel. Falls Sie den Wagen privat jedoch kaum nutzen, können Sie auch die tatsächliche Nutzung des Firmenwagens versteuern lassen. Um diese Methode nutzen zu können, müssen Sie ein detailliertes Fahrtenbuch führen. Nur so lassen sich die dienstlich und privat gefahrenen Kilometer zuverlässig trennen. Auch diese Frage beantwortet ihnen unser Firmenwagenrechner.

Vor- und Nachteile der 1%-Methode

Wenn Sie die pauschale Berechnung wählen, wissen Sie bereits am Anfang des Jahres, wie hoch Ihre steuerliche Belastung für den Firmenwagen ausfallen wird. Wenn Ihnen von Ihrem Unternehmen ein Dienstwagen angeboten wird, können Sie auf diese Weise leicht ausrechnen, welchen Vorteil Sie tatsächlich aus dem Angebot ziehen können. Nicht für jeden Angestellten ist der privat genutzte Dienstwagen ein angenehmes Geschenk. Je nachdem, wie häufig Sie den Wagen privat nutzen, kann die pauschale Versteuerung jedoch teuer sein. Der angenommene geldwerte Vorteil liegt zum Beispiel weit über Ihrem tatsächlichen Vorteil, wenn Sie den Wagen kaum nutzen.

Vor- und Nachteile der Fahrtenbuch-Methode

Wenn Sie sich für ein Fahrtenbuch entscheiden, müssen Sie bei Ihrer Steuererklärung nur angeben, was Sie auch tatsächlich genutzt haben. Wenn der Unterschied zur 1%-Methode in der Besteuerung relativ gering ist, ist es allerdings eine Überlegung wert, auf den finanziellen Vorteil des Fahrtenbuches zu verzichten. Gerade wenn Sie Fahrten gerne miteinander kombinieren, wird die exakte Besteuerung recht kompliziert. Zudem müssen Sie alle beruflich angefahrenen Ziele exakt mit Datum und Adresse angeben. Falls Sie einer Umleitung folgen mussten, muss auch diese im Fahrtenbuch festgehalten werden, sonst riskieren Sie, dass Ihre Aufzeichnungen nicht anerkannt werden.

Beispiel zum Vergleich beider Methoden

Frau Wagner ist Pharmareferentin und bekommt für ihre Außendiensttätigkeit einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt, den sie auch privat nutzen darf. Das Fahrzeug hatte einen Bruttolistenpreis inkl. Zubehör von 40.000 Euro. Ihrem Arbeitgeber wurde ein Rabatt von 20% auf das Fahrzeug gewährt, so dass der Anschaffungspreis nur 32.000 Euro betrug. Die jährlichen Kosten des Fahrzeugs für Benzin, Kfz-Steuer, Reparaturen und Versicherung betragen 5.000 Euro. Der Weg von Frau Wagners Wohnung zur Arbeit beträgt 20 km. Ihr Einkommen wird mit einem Steuersatz von 30% versteuert.

Beispielrechnung 1%-Methode

Frau Wagners monatliche steuerliche Mehrbelastung bei der Pauschalwertmethode beträgt 192 Euro. Denn dies entspricht 30 Prozent (ihr Steuersatz) des monatlichen geldwerten Vorteils von 640 Euro, der sich nach dieser Methode ergibt.

Herleitung

Der geldwerte Vorteil beträgt monatlich 1 Prozent vom auf volle Hundert abgerundeten Listenpreis (40.000 Euro), also 400 Euro zuzüglich monatlich 0,03 Prozent vom abgerundeten Listenpreis (= 12 Euro) je gefahrenem Kilometer zur Arbeit, also 240 Euro. Der geldwerte Vorteil entspricht der Summe aus beiden Beträgen, also 400 + 240 = 640 Euro.

Beispielrechnung Fahrtenbuch-Methode

Frau Wagner führt ein Fahrtenbuch, um den Anteil ihrer geschäftlichen und privaten Nutzung genau festzuhalten. Es zeigt sich, dass der Anteil ihrer privaten Nutzung bei 20 Prozent liegt. Demnach beträgt Frau Wagners monatliche steuerliche Mehrbelastung bei der Fahrtenbuchmethode 47,41 Euro. Dies entspricht 30 Prozent (ihr Steuersatz) des monatlichen geldwerten Vorteils von 158,03 Euro, der sich nach dieser Methode ergibt.

Herleitung:

Der monatliche geldwerte Vorteil entspricht einem Zwölftel des jährlichen geldwerten Vorteils (1.896,36/12 = 158,03 Euro). Der jährliche geldwerte Vorteil beträgt 20% (Anteil der privaten Nutzung) der jährlichen Gesamtkosten des Fahrzeugs in Höhe von 9.481,79 Euro. Die jährlichen Gesamtkosten setzen sich zusammmen aus den laufenden Kosten in Höhe von 5.000 Euro sowie der Abschreibung in Höhe von 4.481,79 Euro. Die Abschreibung beträgt gemäß der für Kfz üblichen sechsjährigen Abschreibungsdauer ein Sechstel des Netto-Anschaffungspreises von 26.890,76 Euro, also des Anschaffungspreises abzüglich der darin enthaltenen Mehrwertsteuer.

Fragen unserer Nutzer und Antworten der Redaktion

  • KommentarWie erfolgt die Berechnung des geldwerten Vorteils für ein Leasing-Fahrzeug?

    Unser Nutzer C.....n.de hatte am 01.11.2020 folgende Frage:
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    vielen Dank für Ihre hilfreichen Infos in Ihrem Smart-Rechner. Leider vermisse ich die Aussage/Berechnung des geldwerten Vorteils für ein Leasing-Fahrzeug. Geht man in der jährlichen Berechnung vom jährlichen Leasing-Betrag (12x monatliche Rate) oder vom Bruttolistenpreis des Fahrzeugs aus? Können Sie dazu eine Aussage treffen?
    Freundliche Grüße
    i.A. Cornelia M.
    Antwort der Smart-Rechner-Redaktion vom 01.11.2020:
    Sehr geehrte Frau M.,
    vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr positives Feedback. Auch bei Leasing-Fahrzeugen wird der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs für die Berechnung des geldwerten Vorteils nach der 1-Prozent-Methode herangezogen. Daher finden Leasing-Fahrzeuge im Rechner auch keine gesonderte Erwähnung.
    Mit herzlichen Grüßen
    Stefan Banse
  • FrageHaben Sie auch eine Frage zum Thema Firmenwagen?

    Haben Sie fachliche Fragen, dann hilft Ihnen unsere fachliche Beratung gerne weiter.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Firmenwagen" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 27.11.2020

Die letzten Änderungen in der Themenwelt "Firmenwagen" wurden am 27.11.2020 umgesetzt durch Michael Mühl. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • 27.11.2020: Veröffentlichung zweier Ratgeber Firmenwagen: Steuervorteile E-Auto und Steuervorteile Plug-in Hybride
  • 26.11.2020: Erweitern des Firmenwagen-Rechners um die bis 2030 geltenden Regelungen für Elektro-Dienstwagen, nach der 1 Prozent von einem Viertel des Listenpreises im Monat als geldwerter Vorteil versteuert werden, sofern es sich um ein reines Elektroauto handelt. Für Plug-in Hybridautos gilt der halbe Listenpreis als Bemessungsgrundlage.
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt
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