Abschläge bei vorzeitiger Rente berechnen mit dem Rentenabschlag-Rechner

Aktualisiert am von Stefan Banse

Berechnen Sie mit dem Rentenabschlag-Rechner die Höhe der Abschläge bei vorzeitiger Inanspruch­nahme der Altersrente. Der entsprechende Abschlag wird für jeden Monat, den Sie früher in Rente gehen, berechnet. Die in Frage kommenden Rentenarten werden dabei umfassend erläutert. Zudem wird eine abschlagsfreie Alternative aufgeführt, die ebenfalls einen früheren Beginn der Rente ermöglicht. Besuchen Sie unseren Rentenbeginn-Rechner, wenn Sie mehr Details zum möglichen Beginn der Altersrente erfahren möchten.

Beispielberechnung zum Rentenabschlag

Eingabehilfen zum Rentenabschlag-Rechner

Geburtsdatum

Geben Sie bitte Ihr Geburtsdatum ein. Anhand des Geburtsdatums berechnen wir das reguläre Renteneintrittsalter für die unterschiedlichen geeigneten Altersrenten sowie deren frühestmögliche Inanspruch­nahme. Dazu zählen die Altersente für langjährig Versicherte, die Altersrente für schwerbehinderte Menschen und die Altersrente für besonders langjährig Versicherte.

Schwerbehindert

Geben Sie bitte an, ob eine Schwerbehinderung, also eine Behinderung mit einem amtlich zuerkannten Grad von mindestens 50 Prozent vorliegt. Bei einer Schwerbehinderung und ausreichend langer Wartezeit haben Sie ein Anrecht auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen, deren Beginn bereits vor der Regelaltersrente, also der normalen Rente liegt. Darüber hinaus kann die Altersrente für schwerbehinderte Menschen vorzeitig in Anspruch genommen werden.

Folgende Renten können gegen Abschläge früher in Anspruch genomen werden

Gegen einen dauerhaften Abschlag von 0,3 Prozent der erwarteten Rente je vorzeitig in Anspruch genommenem Monat können die folgenden beiden gesetztlichen Renten bezogen werden.

Altersrente für langjährig Versicherte ("Rente ab 63")

Versicherte haben Anspruch auf "Altersrente für langjährig Versicherte", wenn

  • die Mindest­versicherungs­zeit (Wartezeit) von 35 Jahren erfüllt ist sowie
  • abhängig vom Geburtsjahr die Altersgrenze zwischen 65 und 67 Lebensjahren erreicht ist.

Im Vergleich zur Regelaltersrente, die bereits nach einer Versicherungs- bzw Wartezeit von 5 Jahren bezogen werden kann, kann man diese Rente mit Abschlägen in Höhe von 0,3 Prozent je Monat bereits vorzeitig ab 63 Jahren in Anspruch nehmen.

Altersgrenze abhängig vom Geburtsjahr

Grundsätzlich wird die Altersgrenze, also das Renteneintrittsalter für langjährig Versicherte mit Vollendung des 67. Lebensjahres erreicht. Diese Altersgrenze lag bei Renteneintritt bis einschließlich 2013 noch bei 65 Jahren und wird aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen höheren Rentenbezugszeit seit 2014 stufenweise gemäß folgender Tabelle auf 67 Jahre erhöht.

Tabelle Rentenabschlag bei vorzeitiger Inanspruch­nahme der Rente für langjährig Versicherte

GeburtsjahrReguläre Alters­grenzeFrüh­zei­ti­ge In­an­spruch­nahme abmax. Monate früherAbschlag bis
vor 19496563247,2%
1949 Jan65 + 1 Monat63257,5%
1949 Feb65 + 2 Monate63267,8%
1949 März–Dez65 + 3 Monate63278,1%
195065 + 4 Monate63288,4%
195165 + 5 Monate63298,7%
195265 + 6 Monate63309,0%
195365 + 7 Monate63319,3%
195465 + 8 Monate63329,6%
195565 + 9 Monate63339,9%
195665 + 10 Monate633410,2%
195765 + 11 Monate633510,5%
195866633610,8%
195966 + 2 Monate633811,4%
196066 + 4 Monate634012,0%
196166 + 6 Monate634212,6%
196266 + 8 Monate634413,2%
196366 + 10 Monate634613,8%
ab 196467634814,4%

Die vorzeitige Inanspruch­nahme dieser Rente ist also stets ab dem 63. Geburtstag möglich.

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Versicherte haben Anspruch auf "Altersrente für schwerbehinderte Menschen", wenn

  • die Mindest­versicherungs­zeit (Wartezeit) von 35 Jahren erfüllt ist,
  • bei Beginn der Altersrente mindestens eine 50%ige Schwerbehinderung anerkannt ist sowie
  • abhängig vom Geburtsjahr die Altersgrenze zwischen 63 und 65 Lebensjahren erreicht ist.

Diese Altersrente können Sie mit Abschlägen in Höhe von 0,3 Prozent je Monat bereits vorzeitig ab drei Jahre vor der Altersgrenze in Anspruch nehmen.

Altersgrenze abhängig vom Geburtsjahr

Grundsätzlich wird die Altersgrenze, also das Renteneintrittsalter für schwerbehinderte Menschen mit Vollendung des 65. Lebensjahres erreicht. Diese Altersgrenze lag bei Renteneintritt bis einschließlich 2014 noch bei 63 Jahren und wird aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen höheren Rentenbezugszeit seit 2015 stufenweise gemäß folgender Tabelle auf 65 Jahre erhöht.

Tabelle Rentenabschlag bei vorzeitiger Inanspruch­nahme der Rente für schwerbehinderte Menschen

GeburtsjahrAltersgrenzeFrüh­zei­ti­ge In­an­spruch­nahme abmax. Monate früherAbschlag bis
vor 195263603610,8%
1952 Jan63 + 1 Monat60 + 1 Monat3610,8%
1952 Feb63 + 2 Monate60 + 2 Monate3610,8%
1952 März63 + 3 Monate60 + 3 Monate3610,8%
1952 April63 + 4 Monate60 + 4 Monate3610,8%
1952 Mai63 + 5 Monate60 + 5 Monate3610,8%
1952 Juni–Dez63 + 6 Monate60 + 6 Monate3610,8%
195363 + 7 Monate60 + 7 Monate3610,8%
195463 + 8 Monate60 + 8 Monate3610,8%
195563 + 9 Monate60 + 9 Monate3610,8%
195663 + 10 Monate60 + 10 Monate3610,8%
195763 + 11 Monate60 + 11 Monate3610,8%
195864 613610,8%
195964 + 2 Monate61 + 2 Monate3610,8%
196064 + 4 Monate61 + 4 Monate3610,8%
196164 + 6 Monate61 + 6 Monate3610,8%
196264 + 8 Monate61 + 8 Monate3610,8%
196364 + 10 Monate61 + 10 Monate3610,8%
ab 196465623610,8%

Die vorzeitige Inanspruch­nahme dieser Rente ist also stets ab drei Jahre vor den regulären Altersgrenzen möglich.

Eventuell eine Alternative: Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Versicherte haben Anspruch auf "Altersrente für besonders langjährig Versicherte", wenn

  • die Mindest­versicherungs­zeit (Wartezeit) von 45 Jahren erfüllt ist sowie
  • abhängig vom Geburtsjahr die Altersgrenze zwischen 63 und 65 Lebensjahren erreicht ist.

Im Vergleich zur Altersrente für langjährig Versicherte (35 Jahre Wartezeit) besteht der Anspruch auf diese Rente bereits zwei Jahre früher. Jedoch kann die Rente für besonders langjährig Versicherte - auch gegen Abschläge - nicht vorzeitig in Anpruch genommen werden.

Altersgrenze abhängig vom Geburtsjahr

Grundsätzlich wird die Altersgrenze, also das Renteneintrittsalter für besonders langjährig Versicherte mit Vollendung des 65. Lebensjahres erreicht. Diese Altersgrenze lag bei Renteneintritt bis einschließlich 2015 noch bei 63 Jahren und wird aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen höheren Rentenbezugszeit seit 2016 gemäß folgender Tabelle stufenweise auf 65 Jahre erhöht.

Tabelle Rentenbeginn für besonders langjährig Versicherte

GeburtsjahrAltersgrenze
vor 195363
195363 + 2 Monate
195463 + 4 Monate
195563 + 6 Monate
195663 + 8 Monate
195763 + 10 Monate
195864
195964 + 2 Monate
196064 + 4 Monate
196164 + 6 Monate
196264 + 8 Monate
196364 + 10 Monate
ab 196465

Beispiel für die Berechnung des Rentenabschlags

Herr Schneider möchte ein Jahr früher in Rente gehen und wissen, mit welchen Abschlägen er rechnen muss.

  • Herr Schneider ist am 16.01.1958 geboren.
  • Er hat mit 17 seine Lehre absolviert und war seitdem ununterbrochen in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert.

1. Berechnung der frühestmöglichen Rente mit Abschlag

Herrn Schneider stehen grundsätzlich drei geeignete Altersenten zur Auswahl:

  • Dies ist zum einen die Regelaltersrente, also die normale Rente. Sie hat gegenüber den anderen Renten den Vorteil, dass Herr Schneider bei dieser unbegrenzt hinzuverdienen könnte.
  • Da Herr Schneider bereits über mehr als 35 Beitragsjahre verfügt, kann er auch vorzeitig die Rente in Form der Altersrente für langjährig Versicherte beziehen.
  • Sollte er noch auf 45 Beitragsjahre kommen, hätte er ein Anrecht auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte.

Die frühestmögliche Rente mit Abschlag für Herrn Schneider ist die Altersrente für langjährig Versicherte.

2. Berechnung des regulären Beginns der frühestmöglichen Rente

Das Eintrittsalter der frühestmöglichen Rente, also der Altersrente für langjährig Versicherte liegt grundsätzlich, wie auch für die normale Altersrente bei 67 Jahren. Herr Schneider ist aber bereits 1958 geboren und kann die Altersrente für langjährig Versicherte gemäß obiger Tabelle bereits mit einem Eintrittsalter von 66 Jahren und 0 Monaten am 1.2.2024 beziehen.

3. Berechnung der Abschläge bei vorzeitiger Inanspruch­nahme

Herr Schneider kann die Altersrente für langjährig Beschäftigte mit Abschlägen in Höhe von 0,3 Prozent je Monat bereits vorzeitig ab 63 in Anspruch nehmen. Sein Wunsch, 12 Monate früher in Rente zu gehen, ist damit möglich, so dass er mit 65 Jahren und 0 Monaten ab dem 1.2.2023 in Altersrente gehen kann. Neben den für 12 Monate weniger zu sammelnden Entgeltpunkten, werden 12 × 0,3 Prozent = 3,6 Prozent dauerhaft abgezogen.

4. Berechnung einer Alternative ohne Abschlag

Das Eintrittsalter bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte liegt grundsätzlich bei 65 Jahren. Gemäß obiger Tabelle kann Herr Schneider mit Jahrgang 1958 hier bereits mit 64 Jahren und 0 Monaten am 1.2.2022 in Rente gehen, sofern er die dafür erfoderlichen 45 Beitragsjahrte noch erzielt. Damit könnte er sogar zwei Jahre früher in Rente gehen, ohne Abschläge in Kauf nehmen zu müssen.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Rentenabschlag" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 09.11.2018

Die Seiten der Themenwelt "Rentenabschlag" wurden zuletzt am 09.11.2018 redaktionell überprüft durch Stefan Banse. Sie entsprechen alle dem aktuellen Stand.

Vorherige Änderungen am 11.02.2018

  • 09.11.2018: Optimierung von Texten im Rentenabschlag-Rechner.
  • 11.02.2018: Anpassung und Aktualisierung des Berechnungsbeispiels für den Rentenabschlag
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt