Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung für Arbeitnehmer und Auszubildende

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer und Auszubildende müssen neben Steuern einen Teil Ihres Gehalts für die gesetzliche Sozialversicherung aufbringen, zu der auch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gehört. Grundsätzlich werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber geleistet. Die genaue Höhe der Beiträge und deren Aufteilung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber können Sie mit dem Beitragsrechner gleich hier ermitteln.

Der Rechner berücksichtigt u.a. folgende Besonderheiten

Beitragsbemessungsgrenze, Minijob, Midijob, Gleitzonenentgelt, Pflegeversicherung Sachsen, Pflegeversicherung für kinderlose, Geringverdienergrenze, kassenindividueller Zusatzbeitrag.

Info für Krankenkassen

Sofern Sie als Krankenkasse den Rechner auf Ihrer Internet-Seite verwenden möchten, kann das Eingabefeld für den Zusatzbeitragssatz ausgeblendet werden und ein kassenindividueller Satz von Ihnen hinterlegt werden. Wir sind bei der Einrichtung sehr gerne behilflich.

Allgemeine Beitragssätze für die gesetzliche Krankenversicherung

Grundsätzlich beträgt der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung 14,6 % (2017) des monatlichen Bruttoeinkommens. Dazu kommt noch der kassenindividuelle Zusatzbeitrag, den die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Finanzierung erheben können. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag beträgt 1,1 Prozent (2017) und gilt als Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze. Während der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber grundsätzlich geteilt wird, ist der Zusatzbeitrag vollständig vom Arbeitnehmer zu tragen.

ArbeitnehmerArbeitgeber
Krankenversicherung   7,3 % vom Brutto7,3 % vom Brutto
Zusatzbeitrag≈ 1,1 % vom Brutto-

Allgemeine Beitragssätze für die gesetzliche Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung wird zusammen mit den Beiträgen zur Krankenversicherung von der Krankenkasse erhoben. Ihr allgemeiner Beitragssatz beträgt 2,55 Prozent (2017), den sich wiederum Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen, so dass jeder 1,275 Prozent vom Monatsbrutto zu leisten hat. Arbeitnehmer, die noch keine Kinder haben, aber bereits 23 Jahre oder älter sind, müssen einen um 0,25 Prozentpunkte höheren Beitrag zur Pflegeversicherung leisten, als die übrigen Arbeitnehmer. In Sachsen arbeitende Arbeitnehmer zahlen einen um 0,5 Prozenztpunkte höheren Beitrag zur Pflegeversicherung, als in den übrigen Ländern. Der Arbeitgeber zahlt dort entsprechend 0,5 Prozentpunkte weniger. Dies ist ein Ausgleich dafür, dass nur in Sachsen der Buß- und Bettag ein zusätzlicher gesetzlicher Feiertag ist.

ArbeitnehmerArbeitgeber
Pflegeversicherung normal1,275 % vom Brutto1,275 % vom Brutto
Pflegeversicherung kinderlos1,525 % vom Brutto1,275 % vom Brutto
Pflegeversicherung Sachsen1,775 % vom Brutto0,775 % vom Brutto
Pflegeversicherung kinderlos und Sachsen2,025 % vom Brutto0,775 % vom Brutto

Beiträge für Arbeitnehmer mit einem Monatsbrutto innerhalb der Beitragsbemessungsgrenze

Dies ist der "Normalfall" bei der Berechnung der Krankenkassen-Beiträge: Der vom Monatsbrutto berechnete allgemeine Beitragssatz zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung wird je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber getragen. Nur der Arbeitnehmer muss darüber hinaus noch den kassenindividuellen Zusatzbeitrag leisten, welcher im bundesweiten Durchschnitt 1,1 Prozent (2017) beträgt.

ArbeitnehmerArbeitgeber
Krankenversicherung   7,3 % vom Brutto7,3 % vom Brutto
Zusatzbeitrag≈ 1,1 % vom Brutto-
Pflegeversicherung   1,275 % vom Brutto1,275 % vom Brutto

Beiträge für Arbeitnehmer mit einem Monatsbrutto oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze

Beträgt das Monatsbrutto mehr als die Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von monatlich 4350 Euro (2017), ist die Grundlage für Berechnung der Beiträge eben diese Beitragsbemessungsgrenze . Da das Monatsbrutto oberhalb dieser Bemessungsgrenze liegt, werden die Beiträge auf diese Weise nach oben gedeckelt.

ArbeitnehmerArbeitgeber
Krankenversicherung   7,3 % von 4350 = 317,55 Euro7,3 % von 4350 = 317,55 Euro
Zusatzbeitrag≈ 1,1 % von 4350 = 47,85 Euro-
Pflegeversicherung   1,275 % von 4350 = 55,46 Euro1,275 % von 4350 = 55,46 Euro

Beiträge für Arbeitnehmer in einem Minijob

Bei einem Monatslohn bis zu 450 Euro gilt man als geringfügig beschäftigt, übt also einen Minijob aus. Dann müssen keine eigenen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt werden. Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale in Höhe von 5% oder 13% des Monatsbruttos, je nachdem, ob eine Beschäftigung als Haushaltshilfe im Privathaushalt oder im betrieblichen bzw. gewerblichen Bereich durchgeführt wird. Ist der Minijobber privat krankenversichert, so muss der Arbeitgeber keinen Beitrag zur Krankenversicherung leisten.

ArbeitnehmerArbeitgeber
Haushaltshilfe in Privathaushalt-5 % pauschal vom Monatsbrutto
Einsatz im betrieblichen
bzw. gewerblichen Bereich
-13 % pauschal vom Monatsbrutto
Privat versicherter Minijobber-0 %

Beiträge für Arbeitnehmer in einem Midijob

Bei einem Monatsbruto zwischen 450,01 und 850 Euro übt man einen sogenannten Midijob aus. In diesem Fall existiert eine besondere Beitragsberechnung für die Beschäftigten, welche deren Beitragsbelastung abmildert. Mit Hilfe einer Formel wird das sogenannte Gleitzonenentgelt bestimmt, welches unterhalb des Monatsbruttos liegt. Dann wird der Gesamtbeitrag (also von Arbeitnehmer und Arbeitgeber) prozentual vom Gleitzonenentgelt berechnet. Zieht man davon den sich weiterhin am gesamten Monatsbrutto orientierenden Beitragsanteil des Arbeitgebers ab, so erhält man den letztlich niedrigeren Arbeitnehmeranteil. Die Beitragssätze des Arbeitgebers orientieren sich weiterhin am Monatsbrutto.

Formel für Gleitzonenentgelt, wobei F = 0,7509 (2017)
Gleitzonenentgelt = F × 450 + (2,125 − 1,125 × F) × (Monatsbrutto − 450)
Berechnung Arbeitnehmeranteil anhand Gleitzonenentgelt
Gesamtbeitrag =Gleitzonenentgelt × Gesamtbeitragssatz
Arbeitgeberanteil =Monatsbrutto × Beitragssatz (Arbeitgeber)
Arbeitnehmeranteil =Gesamtbeitrag − Arbeitgeberanteil

Beiträge für Auszubildende mit einem Monatsbrutto unterhalb der Geringverdienergrenze

Für Auszubildende mit einem Monatsbrutto bis zur Geringverdienergrenze von 325 Euro (2017) trägt der Arbeitgeber die gesamten Beiträge zur Sozialversicherung alleine. Für den Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung gilt hier folgende Besonderheit: Während sonst der Arbeitnehmer seinen kassenindividuellen Zusatzbeitrag leisten muss (kann über oder unter dem Durchschnitt liegen), übernimmt der Arbeitgeber in diesem Fall generell den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von aktuell 1,1 % des Monatbruttos.

AuszubildenderArbeitgeber
Krankenversicherung-14,6 % vom Brutto
Zusatzbeitrag-1,1 % vom Brutto
Pflegeversicherung-2,55 % vom Brutto

Beiträge für Auszubildende mit einem Monatsbrutto oberhalb der Geringverdienergrenze

Die Beitragsberechnung für Auszubildende mit einem Monatsbrutto oberhalb der Geringverdienergrenze von 325 Euro (2017) erfolgt, wie bei Arbeitnehmern auch: Der Allgemeine Beitragssatz wird hälftig durch den Arbeitgeber und den Auszubildenden geleistet, der kassenindividuelle Zusatzbeitrag vom Auszubildenden alleine. Es gelten beim Azubi unabhängig vom Monatsbrutto jedoch nicht die Sonderregelungen vom Minijob bzw. Midijob.

AuszubildenderArbeitgeber
Krankenversicherung   7,3 % vom Brutto7,3 % vom Brutto
Zusatzbeitrag≈ 1,1 % vom Brutto-
Pflegeversicherung   1,275 % vom Brutto1,275 % vom Brutto

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Medizin & Gesundheit, Arbeit & Soziales