Beiträge zur freiwilligen Krankenversicherung für hauptberuflich Selbstständige

Als hauptberuflich Selbstständiger können Sie sich im Rahmen einer freiwilligen Krankenversicherung bei der gesetzlichen Krankenkasse gegen Krankheitskosten absichern. Grundsätzlich müsen Sie den vollen Beitrag aufbringen, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei einem Beschäftigungsverhältnis ansonsten teilen. Beim Selbstständigen wird zudem generell ein Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze angenommen, um die prozentualen Beiträge davon zu berechnen. Die genaue Höhe der Beiträge, die Berücksichtigung von Krankentagegeld oder Beitragsermäßigungen können Sie mit dem Beitragsrechner gleich hier ermitteln.

Der Rechner berücksichtigt u.a. folgende Besonderheiten

Beitragsbemessungsgrenze, Pflegeversicherung Sachsen, Pflegeversicherung für kinderlose, Krankengeld, Gründungszuschuss, Min­dest­be­mes­sungs­grundla­ge, Bezugsgröße, kassenindividueller Zusatzbeitrag.

Info für Krankenkassen

Sofern Sie als Krankenkasse den Rechner auf Ihrer Internet-Seite verwenden möchten, kann das Eingabefeld für den Zusatzbeitragssatz ausgeblendet werden und ein kassenindividueller Satz von Ihnen hinterlegt werden. Wir sind bei der Einrichtung sehr gerne behilflich.

Allgemeiner und ermäßigter Beitragssatz sowie Zusatzbeitrag zur freiwilligen Krankenversicherung

Grundsätzlich wird für hauptberuflich Selbstständige ein beitragspflichtiges Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze (2017: 4350 €) angenommen und für die prozentuale Beitragsberechnung zugrunde gelegt. Der allgemeine Beitragssatz zur freiwilligen Krankenversicherung beträgt wie bei der gesetzlichen 14,6 % (2017). Verzichten Sie auf die Versicherung für Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit, gilt der ermäßigte Beitragssatz in Höhe von 14,0 %. Dazu kommt noch ein kassenindividueller Zusatzbeitrag, den die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Finanzierung erheben können. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag beträgt 1,1 Prozent (2017) und gilt als Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze.

Beitrag Selbstständige
Krankenversicherung ohne Krankengeld14,0 % von Beitragsbemessungsgrenze, also 609,00 €
Krankenversicherung mit Krankengeld14,6 % von Beitragsbemessungsgrenze, also 635,10 €
Kassenindividueller Zusatzbeitrag≈1,1 % von Beitragsbemessungsgrenze, also 47,85 €

Allgemeine Beitragssätze für die freiwillige Pflegeversicherung

Die freiwillige Pflegeversicherung wird zusammen mit den Beiträgen zur Krankenversicherung von der Krankenkasse erhoben. Ihr allgemeiner Beitragssatz beträgt 2,55 Prozent (2017). Selbstständige, die noch keine Kinder haben, aber bereits 23 Jahre oder älter sind, müssen einen um 0,25 Prozentpunkte höheren Beitrag, also 2,6 Prozent zur Pflegeversicherung leisten.

Beitrag Selbstständige
Pflegeversicherung normal2,55 % von Beitragsbemessungsgrenze, also 110,93 €
Pflegeversicherung kinderlos2,80 % von Beitragsbemessungsgrenze, also 121,80 €

Beiträge bei einem Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze

Auf Antrag können Sie als hauptberuflich Selbsständiger auch dafür sorgen, dass anstelle der Beitragsbemessungsgrenze Ihr geringeres, beitragspflichtiges Einkommen für die Berechnung der prozentualen Beiträge herangezogen wird. Zum beitragspflichtigen Einkommen zählen alle Einnahmen aus der Selbstständigkeit sowie sonstige Einnahmen, wie z.B. Kapitalerträge und Mieteinnahmen.

Beitrag Selbstständige
Krankenversicherung ohne Krankengeld14,0 % vom Einkommen
Krankenversicherung mit Krankengeld14,6 % vom Einkommen
Zusatzbeitrag≈1,1 % vom Einkommen
Pflegeversicherung  2,55 % vom Einkommen

Mindestbeitrag

Sofern Ihr Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt und Sie auf Antrag nur einen einkommensabhängigen Beitrag leisten, gilt ein Mindestbeitrag. Die Beiträge werden dann prozentual mindestens von monatlich 2.231,25 Euro (2017) berechnet. Dies ist die Min­dest­be­mes­sungs­grundla­ge und entspricht 75% der so­genann­ten Bezugs­größe. Die Bezugsgröße ist definiert als das Durch­schnitts­entgelt der gesetzlichen Renten­versicherung im vorver­gangenen Kalenderjahr und beträgt derzeit monatlich 2.975 Euro. Die Anbindung an diese Bezugsgröße erspart die jährliche Anpassung von Rechengrößen in vielen Vorschriften der Sozial­versi­cherung. In der gesetz­li­chen Kran­ken- und Pflege­ver­sicherung gilt da­bei die Be­zugs­grö­ße West bun­des­ein­heit­lich.

Mindestbeitrag Selbstständige
ohne Gründungszuschuss
Krankenversicherung ohne Krankengeld14,0 % von ¾ der Bezugsgröße, also 312,38 €
Krankenversicherung mit Krankengeld14,6 % von ¾ der Bezugsgröße, also 325,76 €
Zusatzbeitrag≈1,1 % von ¾ der Bezugsgröße, also 24,54 €
Pflegeversicherung 2,55 % von ¾ der Bezugsgröße, also 56,90 €

Mindestbeitrag mit Gründungszuschuss

Sofern Ihr Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, Sie auf Antrag nur einen einkommensabhängigen Beitrag leisten und sofern Sie einen Gründungszuschuss erhalten, gilt ein anderer Mindestbeitrag. Die Beiträge werden dann prozentual mindestens von monatlich 1487,50 Euro (2017) berechnet. Dies ist die Min­dest­be­mes­sungs­grundla­ge und entspricht 50% der Bezugs­größe.

Mindestbeitrag Selbstständige
mit Gründungszuschuss
Krankenversicherung ohne Krankengeld14,0 % von der halben Bezugsgröße, also 208,25 €
Krankenversicherung mit Krankengeld14,6 % von der halben Bezugsgröße, also 217,18 €
Zusatzbeitrag≈1,1 % von der halben Bezugsgröße, also 16,36 €
Pflegeversicherung 2,55 % von der halben Bezugsgröße, also 37,93 €

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Medizin & Gesundheit, Arbeit & Soziales