Unterhaltsrechner für Kindesunterhalt sowie Ehegattenunterhalt

Der Unterhaltsrechner berechnet den Kindesunterhalt für volljährige Kinder und für minderjährige Kinder sowie den Ehegattenunterhalt. Grundlage ist die Düsseldorfer Tabelle (DT) als Leitlinie für die Berechnung des Unterhalts. Gemäß der ofiziellen Anmerkungen zur DT wird die unterhaltsrelevante Einstufung in eine Einkommensgruppe der DT nicht nur anhand des Einkommens durchgeführt. Für die korrekte Einstufung wird anhand der Anzahl Unterhaltsberechtigter und ggf. aufgrund der Unterschreitung des jeweiligen Bedarfskontrollbetrags eine automatische Korrektur vorgenommen. Auch die Berechung für das in der Praxis häufig angewandte Wechselmodell, also die Betreuung des Kindes zu je 50% durch die getrennt lebenden Elternteile, kann durchgeführt werden. Über die Infobuttons im Ergebnisfenster werden sämtliche Unterhaltsberechnungen detailliert und nachvollziehbar hergeleitet. Sie können statt dieses universellen Unterhaltsrechners auch den Ehegattenunterhalt-Rechner oder den Kindesunterhalt-Rechner nutzen, um nur den Ehegattenunterhalt oder nur den Kindesunterhalt zu berechnen.

Beispiele und Musterkalkulationen

Eingabehilfe und Hintergrundinformation zum Unterhaltsrechner

Der Unterhaltsrechner berechnet den Unterhalt sowohl für die Kinder als auch für die Ehegatten. Da die Düsseldorfer Tabelle (DT), welche als Leitlinie für die Familiengerichte dient, zugrunde liegt, müssen Fälle mit großen Einkommensunterschieden zwischen den Expartnern oder mit Einkommen oberhalb der höchsten Einkommensgruppe der DT (Stand 2018: ab 5.501 Euro) nach den Umständen des Falles entschieden werden. Der Unterhaltsrechner berechnet diesbezüglich nur bedingt korrekte Ergebnisse für die Unterhaltszahlungen.

Ehegattenunterhalt

Wählen Sie bitte aus, ob neben dem Kindes­unter­halt auch Ehe­gatten­unter­halt berück­sich­tigt werden soll. Ansprüche auf nachehelichen Unterhalt kommen aufgrund des Grundsatzes der Eigenverantwortung nur in Betracht, wenn der Ehegatte sich nach der Scheidung nicht selber versorgen kann. Dies ist der Fall, wenn einer der folgenden Unterhaltstatbestände des BGB vorliegt:

  • § 1570 Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes
  • § 1571 Altersunterhalt
  • § 1572 Unterhalt wegen Krankheit oder Gebrechen
  • § 1573 Abs. 1 Nachehelicher Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit
  • § 1573 Abs. 2 Aufstockungsunterhalt
  • § 1575 Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung
  • § 1576 Unterhalt aus Billigkeitsgründen

OLG-Bezirk auswählen bei Ehegattenunterhalt bzw. Trennungsunterhalt

Vom Oberlandesgerichts-Bezirk abhängig ist die Höhe des Erwerbstätigenbonus beim Ehegattenunterhalt. Für die OLG Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart und Zweibrücken gilt die Quote von 1/10 nach den Süddeutschen Leitlinien. Für alle anderen OLG gilt die Quote von 1/7 gemäß Empfehlung der Düsseldorfer Tabelle. Das heißt, das dem Unterhaltspflichtigen zunächst 1/7 (1/10) seiner Erwerbseinkünfte zustehen. Von den verbleibenden 6/7 (9/10) des Erwerbseinkommens steht dem anderen Ehegatten grundsätzlich die Hälfte zu.

Leitliniencharakter der Düsseldorfer Tabelle

Grundsätzlich bilden die Düsseldorfer Tabelle (DT) sowie die anderen Leitlinien nur eine Empfehlung für die Entscheidungen der Familiengerichte. Daher sind auch die hier berechneten Werte nur eine darauf basierende Kalkulation, von der im Einzelfall stark abgewichen werden kann. In der Praxis ist jedoch oft ein höherer Kindesunterhalt als der reine Tabellenunterhalt zu entrichten, was durch Sonder- und Mehrbedarf der Kinder hervorgerufen wird.

Eingabe des Nettoeinkommens aus Erwerbstätigkeit

Bitte geben Sie das monatliche Nettoeinkommen aus nichtselbstständiger oder selbstständiger Arbeit an. Dabei gehört Kindergeld nicht zum unterhaltsrelevanten monatlichen Nettoeinkommen. Berücksichtigen Sie bitte nicht die berufsbedingten Aufwendungen. Der Rechner ermittelt die entsprechende Pauschale von 5% des monatlichen Nettoeinkommens (mindestens 50 Euro und höchstens 150 Euro). Das Nettoeinkommen entspricht dem Bruttoeinkommen abzgl. Steuern, Sozialabgaben und angemessenen Vorsorgeaufwendungen. Personen, die nicht der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen, können als angemessene Vorsorgeaufwendung regelmäßig 20% dieses Bruttoeinkommens aufwenden. Das Bruttoeinkommen umfasst -anteilig- Weihnachts- und Urlaubsgeld, sonstige Zuwendungen, wie z.B. Tantiemen, sowie geldwerte Leistungen, wie Firmenwagen etc. Einmalige höhere Zahlungen, wie z.B. Abfindungen oder Jubiläumszuwendungen, sind in der Regel auf mehrere Jahre zu verteilen. Bei Selbstständigen ist für die Ermittlung des Bruttoeinkommens grundsätzlich vom durchschnittlichen Gewinn während eines längeren Zeitraums von in der Regel der letzten drei Jahre auszugehen.

Eigenbedarf bei Erwerbstätigkeit

Der Eigenbedarf eines erwerbstätigen Unterhaltpflichtigen gegenüber den unterhaltsberechtigten Kindern liegt 2018 bei 1.080 Euro, der eines nicht erwerbstätigen Unterhaltpflichtigen liegt bei 880 Euro (Existenzminimum). Dieser Betrag muss dem Unterhaltspflichtigen nach Zahlung des Unterhalts mindestens übrig bleiben, so dass ggf. zum Erhalt des Eigenbedarfs nur ein Teilbetrag des Unterhalts gezahlt werden muss (so genannter Mangelfall).

Eingabe des sonstigen Einkommens

Bitte geben Sie sonstige monatliche Nettoeinkommen an. Dazu zählen:

  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Sozialleistungen, wie Arbeitslosengeld und Sozialhilfe
  • Lohnersatzleistungen wie Übergangs-, Verletzten-, Krankengeld sowie
  • Ausbildungs-, Kurzarbeiter- und Insolvenzgeld
  • Elterngeld
  • Unfall- und Versorgungsrenten sowie
  • Leistungen der Pflegeversicherung

Steuererstattungen werden in dem Jahr, in dem sie anfallen als Einkommen berücksichtigt.

Kindergeld ist hier nicht als Einkommen der Eltern zu berücksichtigen.

Angabe des Wohnvorteils

Falls Sie eine eigene Immobilie bewohnen, geben Sie bitte deren Mietwert an. Da keine Mietaufwendungen anfallen, resultiert daraus ein wirtschaftlicher Vorteil, der sogenannte Wohnvorteil. Dieser (fiktive) Wohnvorteil wird dem unterhaltsrelevanten bereinigten Nettoeinkommen hinzugerechnet.

Eingabe des Aufwands für ehebedingte Schulden

Bitte geben Sie den monatlichen Aufwand für ehebedingte Schulden (Zinsen und Tilgung) oder auch die bisher in der Ehe bezahlten Raten für Lebensversicherungen oder Bausparverträge an. Schulden, die noch aus der Ehezeit stammen und die im Einverständnis mit dem anderen Ehepartner gemacht wurden sind für die Unterhaltszahlung anrechenbar. Gleiches gilt für Schulden, die bereits aus der Zeit vor der Ehe stammen. Nacheheliche Schulden können grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Ausnahmen sind notwendige, unvermeidbare Anschaffungen wie z.B. die Finanzierung eines anlässlich der Trennung oder Scheidung vorgenommen Umzugs oder der Kauf eines PKW, der notwendig ist, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Schulden für reine Luxuszwecke, wie etwa ein teures Auto, Reitpferd, Weltreise und ähnliches sind nicht abziehbar. Ebenso sind Schulden, die der Vermögensbildung dienen, nicht absetzbar.

Anzahl der gemeinsamen Kinder

Nach der Anzahl der Kinder richtet sich zum einen die Höhe des Kindergelds, welche in die Berechnung der Unterhalts einfließt. Zum anderen wirkt sich die Anzahl der gemeinsamen Kinder auf die Einstufung in eine der Einkommensgruppen der „Düsseldorfer Tabelle“ aus. Diese ist nämlich für zwei Unterhaltsberechtigte konzipiert. Bei einer größeren bzw. geringeren Anzahl Unterhaltsberechtigter können Ab- oder Zuschläge durch Einstufung in niedrigere bzw. höhere Einkommensgruppen angemessen sein. Vom Unterhalts-Rechner wird dies entsprechend berücksichtigt.

Alter der Kinder

Anhand des Alters des unterhaltsberechtigten Kindes und dem bereinigten Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen kann mit Hilfe der Düsseldorfer Tabelle der jeweilige Tabellenunterhalt (Bedarf) bestimmt werden. Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Unterhaltsleitlinie in Abstimmung mit allen Oberlandesgerichten in Deutschland. Sie wird ergänzt durch die Unterhaltsleitlinien der einzelnen Oberlandesgerichte, die zusätzliche Erläuterungen enthalten. Volljährige Kinder sind nur dann unterhaltsberechtigt, wenn sie aufgrund einer Schulausbildung, Berufsausbildung oder eines Studiums nicht in der Lage sind, den eigenen Unterhalt zu bestreiten. Allerdings entfällt mit dem 18. Geburtstag die strikte Trennung von Bar- und Naturalunterhalt. Ab diesem Zeitpunkt sind beide Elternteile entsprechend ihrer Einkommen barunterhaltspflichtig. Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnen, bemisst sich der Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Bei Kindern, die nicht mehr zuhause wohnen, liegt der Gesamtunterhaltsbedarf 2018 bei 735 Euro. Darin sind allerdings auch Wohnkosten enthalten. Dieser Bedarfssatz kann auch für ein minderjähriges Kind mit eigenem Haushalt angesetzt werden.

Lebensmittelpunkt der Kinder

Wohnt ein minderjähriges Kind beim Vater oder bei der Mutter, so ist der jeweils andere Elternteil zum Barunterhalt verpflichtet (barunterhaltspflichtig). Wohnt ein minderjähriges Kind zu je 50% bei Vater und Mutter (Wechselmodell), so wird eine gesonderete Berechnung der Unterhaltsanteile durchgeführt. Wenn ein minderjähriges Kind mit Zustimmung der Eltern einen eigenen Haushalt führt, haben beide Elternteile anteilig Barunterhalt zu zahlen. Sie sind also beide barunterhaltspflichtig. Dabei orientiert man sich an dem Bedarfssatz für Volljährige. Wohnt das volljährige Kind noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils, bemisst sich der Unterhalt nach der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle. Wenn es nicht mehr zu Hause wohnt, wird stattdessen 2018 ein angemessener Gesamtunterhaltsbedarf in Höhe von 735 Euro zugrunde gelegt. Außerdem ist die Angabe auch für die Rangfolge mitbestimmend, mit der das volljährige Kind berücksichtigt wird. Falls nämlich mehrere Unterhaltsberechtigte existieren und der Unterhaltspflichtige außerstande ist, allen Unterhalt zu gewähren, erhalten zunächst die minderjährigen, unverheirateten Kinder Unterhalt. Im zweiten Rang stehen die Elternteile, die wegen der Betreuung eines Kindes unterhaltsberechtigt sind. Volljährige Kinder werden grundsätzlich in die vierte Rangstufe eingeordnet, außer sie befinden sich noch in allgemeiner Schulausbildung, sind unter 21, unverheiratet und wohnen noch zu Hause. Dann gelten sie als privilegiert und werden den minderjährigen Kindern in der Rangfolge gleichgestellt.

Status der Kinder

Ab einer Altersangabe von 14 Jahren wird der Ausbildungstatus des Kindes abgefragt. Wählen Sie "Arbeitssuchend" nur dann aus, wenn das Kind diesbezüglich beim Arbeitsamt gemeldet ist. Anhand des Status können für die Unterhaltsberechnung verschiedene Schlüsse gezogen werden. Zum einen unterscheidet sich abhängig vom Status die Berechnung der unterhaltsmindernden Einkünfte des Kindes. Zum anderen gibt der Status Aufschluss darüber, ob ein volljähriges Kind privilegiert sein könnte, also mit den minderjährigen Kindern in der Rangfolge des Unterhalts gleichgestellt wird. Zum Beispiel dient der Status der Herleitung, ob ein volljähriges Kind kindergeldberechtigt ist. Falls nicht, wird auch kein Kindergeld als unterhaltsminderndes Einkommen des Kindes berücksichtigt.

Einkommen aus Job bzw. Ausbildung des Kindes

Ab einer Altersangabe von 14 Jahren wird, falls vorhanden, das monatliche Nettoeinkommen aus Jobs bzw. der Ausbildung des Kindes abgefragt. Diese Einkommen mindern den Unterhaltsanspruch des Kindes, denn sie werden zum Teil darauf angerechnet. Je nach ausgewähltem Status ermittelt der Rechner, welcher Betrag im Einzelnen angerechnet wird: Von Einkommen aus Jobs bei Schülern und Studenten sind 50 Euro als berufsbedingte Aufwendungen anrechnungsfrei. Der Rest wird in der Regel nach Ermessen des Gerichts (und damit auch durch den Rechner) zur Hälfte mindernd angerechnet. Bei einem Azubi, der noch zu Hause wohnt, bleiben 100 Euro (vor 2018 90 Euro) der Ausbildungsvergütung anrechnungsfrei. Der Rest mindert in Gänze den Unterhaltsanspruch.

Sonstiges Einkommen des Kindes

Ab einer Altersangabe von 14 Jahren werden die sonstigen Einkünfte (außer Kindergeld) des Kindes abgefragt. Folgende Einkommen mindern grundsätzlich den Unterhaltsanspruch des Kindes in voller Höhe. Dazu gehören u.a.

  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus Vermietung ud Verpachtung
  • BAföG und Ausbildungsbeihilfen
    • Kindergeld bitte nicht angeben, denn dies berücksichtigt der Rechner gesondert.

      Kind verheiratet

      Ab einer Altersangabe von 18 Jahren wird abgefragt, ob das Kind verheiratet ist. Verheiratete Kinder sind in erster Linie gegenüber ihrem Ehepartner unterhaltsberechtigt und erst dann ggf. gegenüber ihren Eltern. Aus diesem Grund werden verheiratete Kinder für die Berechnung des Unterhalts in diesem Rechner nicht weiter berücksichtigt.


      Beispiel für die Berechnung des Kindesunterhalts und des Ehegattenunterhalts bzw. Trennungsunterhalts

      Herr und Frau Schulze sind geschieden und haben zwei gemeinsame Kinder

      • Paul, das erste Kind ist bereits 20 und studiert.
      • Paul jobt nebenher und bezieht monatlich rund 200 €
      • Klara ist 16 und besucht noch die Schule.
      • Beide Kinder wohnen noch bei ihrer Mutter.
      • Herr Schulze hat ein monatliches Nettoeinkommen von 3.000 Euro.
      • Frau Schulze bezieht 1.500 Euro netto.

      1. Bereinigtes Nettoeinkommen berechnen

      Das bereinigte Nettoeinkommen ist für die Unterhaltsberechnung relevant.

      Berechnung für Herrn Schulze
      Netto aus Erwerbstätigkeit3.000 €
      − Berufsbedingte Aufwände150 €
      + Sonstige Einkommen0 €
      − Aufwand Schulden0 €
      = Bereinigtes Netto2.850 €

      Berechnung für Frau Schulze
      Netto aus Erwerbstätigkeit1.500 €
      − Berufsbedingte Aufwände75 €
      + Sonstige Einkommen0 €
      − Aufwand Schulden0 €
      = Bereinigtes Netto1.425 €

      Das Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit wird um eine Pauschale für berufsbedingte Aufwände von 5% (mindestens 50 Euro und höchstens 150 Euro) gemindert. Die sonstigen Einkommen werden addiert und die Aufwände für ehebedingte Schulden subtrahiert.

      2. Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle (DT) berechnen

      Die DT weist anhand der Einkommensgruppe und dem Alter der Kinder den Unterhaltsbedarf bezogen auf zwei Unterhaltsberechtigte aus.

      Herr Schulze ist anhand seines bereinigten Nettos in Einkommensgruppe 4 einzustufen. Er ist aber gegenüber 3 Berechtigten unterhaltspflichtig. Deshalb wird er gemäß A 1 zur DT um eine Stufe niedriger in Einkommensgruppe 3 eingestuft.

      Frau Schulze ist anhand ihres bereinigten Nettos in Einkommensgruppe 1 einzustufen. Sie ist aber nur gegenüber einem Berechtigten unterhaltspflichtig. Deshalb wird sie gemäß Anmerkung 1 zur DT in die nächst höhere Gruppe, also Einkommensgruppe 2 eingestuft.

      Tabelle der Einkommensgruppen der DT (Bereinigtes Nettoeinkommen)
      Einkommensgruppe 10 €bis1.900 €
      Einkommensgruppe 21.901 €bis2.300 €
      Einkommensgruppe 32.301 €bis2.700 €
      Einkommensgruppe 42.701 €bis3.100 €
      Einkommensgruppe 53.101 €bis3.500 €
      Einkommensgruppe 63.501 €bis3.900 €
      Einkommensgruppe 73.901 €bis4.300 €
      Einkommensgruppe 84.301 €bis4.700 €
      Einkommensgruppe 94.701 €bis5.100 €
      Einkommensgruppe 105.101 €bis5.500 €
      ab 5.501 € nach den Umständen des Falles

      3. Gemeinsame Einkommensgruppe der Eltern berechnen

      Da Paul bereits volljährig ist, sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Daher muss zur Unterhaltsberechnung deren gemeinsame Einkommensgruppe bestimmt werden. Es wird also für die (DT) die Summe der bereinigten Einkommen beider Elternteile, also 4.275 € zugrunde gelegt. Die DT stellt den jeweiligen Unterhaltsanspruch bei zwei Unterhaltsberechtigten dar. Die Eltern gemeinsam sind nur gegenüber einem Berechtigten unterhaltspflichtig. Deshalb werden sie gemäß Anmerkung 1 zur DT statt in die Gruppe 7 in die höhere Einkommensgruppe 8 eingestuft.

      4. Unterhalt für Klara berechnen

      Der Unterhaltsanspruch besteht gegen den Vater, da der Lebensmittelpunkt bei der Mutter ist. Der Vater ist also barunterhaltspflichtig und die Mutter erhält den Unterhalt. Klara ist in Rangfolge 1, da sie minderjährig ist. 514 € ist der Bedarfssatz von ihr gemäß der Einkommensgruppe 3 des Vaters aus der Düsseldorfer Tabelle.

      Unterhaltsminderndes Einkommen von Klara
      Minderndes Kindergeld97 €
      = Mindernd gesamt97 €

      Unterhaltsanspruch bezüglich Klara
      Bedarfssatz514 €
      − Mindernd gesamt97 €
      = Unterhaltsanspruch417 €

      5. Ehegattenunterhalt für Frau Schulze berechnen

      Das für den Ehegattenunterhalt bereinigte Netto von Herrn Schulze setzt sich zusammen aus seinem um Kindesunterhalt verminderten bereinigten Erwerbseinkommen von 2.433 € und den sonstigen Einkünften von 0 €. Das von Frau Schulze setzt sich ebenso zusammen aus deren bereinigten Erwerbseinkommen von 1.425 € und den sonstigen Einkünften von 0 €.

      Ehegattenunterhalt
      Aufgrund des Erwerbstätigenbonus beträgt der Zahlbetrag von Herrn Schulze 3/7 der Differenz der um Kindesunterhalt verminderten Einkommen aus Erwerbstätigkeit, also 3/7 × (2.433 − 1.425) = 432 €

      Nach Addition der Zahlbeträge für Erwerbs- und sonstige Einkommen sowie ggf. der Verrechnung mit Zahlbeträgen von Frau Schulze, beträgt der Zahlbetrag von ihm 432 €. Herr Schulze kann den Unterhalt von 432 € auch unter Berücksichtigung seines Selbstbehalts von 1.200 € zahlen.

      6. Unterhalt für Paul berechnen

      Der Anspruch besteht gegen beide Elternteile, da Paul volljährig ist. Als volljähriges Kind erhält er den Unterhalt. Er ist in Rangfolge 4, da er nicht privilegiert volljährig ist. 717 € ist Pauls Bedarfssatz anhand der gemeinsamen Einkommensgruppe 7 der Eltern aus der Düsseldorfer Tabelle.

      Unterhaltsminderndes Einkommen von Paul
      Einkommen aus Job200 €
      − Berufsbedingte Aufwände50 €
      =150 €
      abzgl. 50%75 €
      = Minderndes Einkommen75 €
      + Minderndes Kindergeld194 €
      = Mindernd gesamt269 €

      Unterhaltsanspruch von Paul
      Bedarfssatz717 €
      − Mindernd gesamt269 €
      = Unterhaltsanspruch448 €

      Das Netto des Vaters nach vorrangigen Unterhaltsleistungen (nachdem er Unterhalt für die vorrangige Klara und die vorrangige Mutter geleistet hat) beträgt 2.001 €. Abzüglich seines Selbst­behalts von 1.300 € verbleibt ihm eine Verteilungsmasse von 701 €. Demnach schuldet er Paul anteilig 233 €. Entsprechend bei der Mutter: Ihr Netto nach vorrangigen Unterhaltsleistungen von ihrem Exmann beträgt 1.857 €. Abzüglich ihres Selbst­behalts von 1.300 € verbleibt ihr eine Verteilungsmasse von 557 €. Demnach schuldet sie Paul anteilig 215 €.

      Infos zur Rangfolge

      Sind mehrere Unterhaltsberechtigte vorhanden und ist der Unterhaltspflichtige außerstande, allen Unterhalt zu gewähren, gilt folgende Rangfolge: Im ersten Rang stehen die minderjährigen unverheirateten Kinder sowie die privilegiert volljährigen Kinder. Im zweiten Rang zu berücksichtigen sind Elternteile, die wegen Kinderbetreuung unterhaltsbedürftig sind oder im Falle der Scheidung wären sowie Ehegatten und geschiedene Ehegatten bei einer Ehe von langer Dauer. Nicht privilegierte volljährige Kinder stehen erst in der vierten Rangfolge, erhalten also nur dann Unterhalt, nachdem die Leistungen an die ersten beiden Ränge komplett erfüllt werden konnten.

      Infos zu "Privilegiert"

      Grundsätzlich sind minderjährige Kinder beim Unterhalt privilegiert. Für sie ist also vorrangig der Unterhaltsanspruch zu erfüllen. Volljährige Kinder stehen in der Rangfolge an vierter Stelle, also noch nach betreuenden Elternteilen oder Ehegatten. Dies ist damit begründet, dass Volljährigen zugemutet werden kann, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Jedoch werden volljährige Kinder, die jedes der folgenden vier Kriterien erfüllen, privilegiert und stehen somit mit minderjährigen Kindern in der ersten Rangfolge beim Unterhalt.

      Ein volljähriges Kind ist privilegiert, wenn es

      • das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und
      • im Elternhaus bzw. bei einem Elternteil wohnt und
      • sich in allgemeiner Schulausbildung befindet und
      • unverheiratet ist.

      Infos zu Mangelfall

      Ein Mangelfall tritt ein, wenn der Unterhaltspflichtige den eigentlich geschuldeten Unterhalt nicht zahlen kann, weil sonst sein Selbstbehalt unterschritten würde. Tritt der Mangelfall bei Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt ein, so sind die Ansprüche der Kinder vorrangig zu erfüllen. Der nachrangige Ehegatte erhält erst dann Unterhalt, nachdem für alle erstrangigen Kinder der volle Anspruch gezahlt wurde. Im Zweifel, also im Mangelfall geht der Ehegatte leer aus. Betrifft der Mangelfall mehrere Berechtigte des gleichen Ranges, so wird im Rahmen der Mangelfallberechnung zunächst der Unterhaltsanspruch eines jeden Einzelnen gesondert ermittelt. Hiernach werden alle Ansprüche der Gleichberechtigten um den selben Faktor gekürzt.

      7. Mehrbedarf und Sonderbedarf beachten

      Zu beachten ist, dass es beim Kindesunterhalt weiteren Mehr- und Sonderbedarf geben kann, der über die Bedarfssätze der Düsseldorfer Tabelle (DT) hinaus geht.

      Mehrbedarf

      Der Mehrbedarf ist ein Ausgabenbedarf, der regelmäßig während eines längeren Zeitraums anfällt und das Übliche so übersteigt, dass er mit dem Bedarfssatz der DT nicht erfasst werden kann. Er ist aber kalkulierbar und kann daher berücksichtigt werden. Zum Beispiel gehören die Mehrkosten für ein krankes oder behindertes Kind dazu, ebenso wie der Besuch einer Privatschule, eines Internates oder Nachhilfekosten. Auch Kindergartenkosten gehören zum Mehrbedarf.

      Sonderbedarf

      Der Sonderbedarf stellt im Gegensatz zum Regelbedarf und Mehrbedarf einen unregelmäßigen, außerordentlich hohen Bedarf dar. Dieser besteht nicht auf Dauer und es kann daher zu einem einmaligen Ausgleich kommen. Sonderbedarf muss überraschend und der Höhe nach nicht abschätzbar sein. Zum Beispiel sind Zahnspangen, Operationskosten, soweit sie nicht von der Krankenversicherung getragen werden, Umzugskosten, Säuglingserstausstattung und Klassenfahrten typischer Sonderbedarf.


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