Düsseldorfer Tabelle 2018 - die Unterhaltstabelle

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    Kindesunterhalt für voll- und minderjährige Kinder sowie der Ehegattenunterhalt werden mit Hilfe des Unterhaltsrechners bestimmt. Grundlage ist die Düsseldorfer Tabelle (DT). Berücksichtigt werden auch die offiziellen Anmerkungen zur DT, wonach die Einstufung in eine entsprechende Einkommensgruppe auch abhängig von der Anzahl Unterhaltsberechtigter und vom Bedarfskontrollbetrag ist. Zahlreiche Erklärungen und Herleitungen machen jeden Rechenschritt nachvollziehbar.

Die Düsseldorfer Tabelle, auch als Unterhaltstabelle bekannt, enthält Leitlinien für den Unterhaltsbedarf von Unterhaltsberechtigten. 1962 eingeführt durch das Oberlandesgericht Düsseldorf, ist sie abgestimmt mit den anderen Oberlandesgerichten und dem Deutschen Familiengerichtstag. Die Düsseldorfer Tabelle hat keine Gesetzeskraft, sie dient aber als Leitlinie für die Familiengerichte. Mit ihrer Hilfe soll die Rechtsprechung der Familiengerichte u.a. in Bezug auf den Kindesunterhalt standardisiert und damit gerechter gestaltet werden.

Sie besteht aus vier Teilen:

  • A: Kindesunterhalt,
  • B: Ehegattenunterhalt,
  • C: Mangelfälle und
  • D: Verwandtenunterhalt

Die einzelnen Oberlandesgerichte veröffentlichen zudem ergänzende Leitlinien, die zusätzliche Erläuterungen enthalten.

Teil A: Kindesunterhalt

Die folgende Tabelle weist abhängig von der Einkommensgruppe und dem Alter des Kindes den monatlichen Unterhaltsbedarf der unterhaltsberechtigten Kinder aus. Der Bedarf ist allerdings nicht identisch mit dem Zahlbetrag, was im weiteren erläutert wird.

Düsseldorfer Tabelle 2018 (Bedarfssätze)
Einkommensgruppe bei
unterhaltsrelevantem
Nettoeinkommen
Altersstufen in JahrenBedarfskon-
trollbetrag
0-56-1112-17ab 18
10 bis 1.900 €348 €399 €467 €527 €
21.901 bis 2.300 €366 €419 €491 €554 €1.300 €
32.301 bis 2.700 €383 €439 €514 €580 €1.400 €
42.701 bis 3.100 €401 €459 €538 €607 €1.500 €
53.101 bis 3.500 €418 €479 €561 €633 €1.600 €
63.501 bis 3.900 €446 €511 €598 €675 €1.700 €
73.901 bis 4.300 €474 €543 €636 €717 €1.800 €
84.301 bis 4.700 €502 €575 €673 €759 €1.900 €
94.701 bis 5.100 €529 €607 €710 €802 €2.000 €
105.101 bis 5.500 €557 €639 €748 €844 €2.100 €
ab 5.501 € nach den Umständen des Falles

Kinder mit eigenem Hausstand haben anderen Unterhaltsbedarf

Der Bedarf der Kinder, die schon alleine wohnen, richtet sich nicht nach der Tabelle, sondern ist mit monatlich 735 Euro (Stand 2018) festgelegt. Darin enthalten sind 300 Euro für die Unterkunftskosten einschließlich Nebenkosten.

Kindergeld kann vom Tabellenbedarf abgezogen werden

Die in der Tabelle dargestellten Werte entsprechen dem Unterhaltsbedarf der Kinder. Dieser Bedarf wird aber zum Teil durch das Kindergeld abgedeckt, so dass der Zahlbetrag für das Kind entsprechend gerigner ausfällt. Somit kann der Unterhaltspflichtige das Kindergeld vom Tabellenbetrag kürzen.

Kindergeld 2018
1. und 2. Kind194 €
3. Kind200 €
ab 4. Kind225 €

Das Kindergeld für minderjährige Kinder steht beiden Eltern zu. Insofern kann der Unterhaltsschuldner als Barunterhaltspflichtiger die Hälfte des Kindergelds vom Tabellenunterhalt abziehen, um seinen Zahlbetrag zu ermitteln. Das Kindergeld für volljährige Kinder steht den Kindern selbst zu. Hier kann das volle Kindergeld vom Tabellenunterhalt abgezogen werden.

In den Tabellen mit den Zahlbeträgen zum Kindesunterhalt erhalten Sie einen entsprechenden Überblick:

Eigenbedarf gegenüber den Kindern

Gegenüber den minderjährigen bzw. priviligiert volljährigen Kindern besteht ein Eigenbedarf von 1.080 Euro bei Erwerbstätigen bzw. 880 Euro bei nicht Erwerbstätigen (Stand 2018). Gegenüber nicht priviligierten volljährigen Kindern beträgt der Eigenbedarf 1.300 Euro.

Ermittlung des unterhaltsrelevanten Einkommens ("Bereinigtes Nettoeinkommen")

Das bereinigte Netto setzt sich u.a. zusammen aus den Einkünften aus Erwerbstätigkeit und allen anderen Einkunftsarten. Hinzu kommt z.B. der sogenannte Wohnvorteil, also die fiktive Mietersparnis bei Bewohnen eines Eigenheims. Abgezogen werden können Aufwände aus ehebedingten Schulden sowie berufsbedingte Aufwendungen. Letztere können auch pauschal mit 5% (min. 50 Euro, max. 150 Euro) vom Erwerbseinkommen berechnet werden.

Korrektur der Einkommensgruppe aufgrund der Anzahl Unterhaltberechtigter

Die obige Tabelle stellt den Unterhaltsbedarf bei genau zwei Unterhaltsberechtigten dar. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Kind und der Ehepartner unterhaltsberechtigt sind. Bei einer größeren/geringeren Anzahl Unterhaltsberechtigter können Ab- oder Zuschläge durch Einstufung in niedrigere/höhere Gruppen angemessen sein.

Korrektur der Einkommensgruppe aufgrund der Unterschreitung des Bedarfskontrollbetrags

Der Bedarfskontrollbetrag des Unterhaltspflichtigen ab Gruppe 2 ist nicht identisch mit dem Eigenbedarf. Er soll eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den unterhaltsberechtigten Kindern gewährleisten. Wird er unter Berücksichtigung anderer Unterhaltspflichten unterschritten, ist der Tabellenbetrag der nächst niedrigeren Gruppe, deren Bedarfskontrollbetrag nicht unterschritten wird, anzusetzen.

B: Ehegattenunterhalt

Die monatlichen Unterhaltsrichtsätze des berechtigten Ehegatten sind 3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren Erwerbseinkommen der Ehegatten. Für sonstige anrechenbare Einkünfte gilt der Halbteilungsgrundsatz. Grundsätzlich wird dabei der vorrangige Kindesunterhalt vorab vom Erwerbseinkommen abgezogen. Der Eigenbedarf beträgt 1.200 Euro (Stand 2018).

C: Mangelfälle

Ein Mangelfall tritt ein, sobald das Einkommen zur Deckung des Bedarfs des Unterhaltspflichtigen und der gleichrangigen Unterhaltsberechtigten nicht ausreicht. Dann muss die nach Abzug des notwendigen Selbstbehalts des Unterhaltspflichtigen verbleibende Verteilungsmasse auf die Unterhaltsberechtigten im Verhältnis ihrer jeweiligen Einsatzbeträge gleichmäßig verteilt werden.

Berechnung von Kindes- und Ehegattenunterhalt per Unterhaltsrechner

Überlassen Sie die Berechnung von Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt unter Berücksichtigung aller obigen Faktoren, wie die Korrektur der Einkommensgruppe, die Berücksichtigung des Bedarfskontrollbetrags oder Mangelfälle einfach unserem Unterhaltsrechner. Jeder einzelene Rechenschritt und die Herleitung des Ergebnisses werden dort anhand der Infobuttons im Berechnungsfenster detailliert erläutert. Möchten Sie Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt unabhängig voneinander berechnen, können sie auch den Kindesunterhalts-Rechner bzw. den Ehegattenunterhalts-Rechner nutzen.


D: Verwandtenunterhalt

Der angemessene Selbstbehalt gegenüber den Eltern beträgt mindestens monatlich 1.800 Euro (Stand 2018) zuzüglich der Hälfte des darüber hinausgehenden Einkommens.

Glossar zur Unterhaltstabelle

Altersstufe

Das Alter der jeweiligen Kinder hat Auswirkungen auf die Unterhaltshöhe bzw. den endgültigen Unterhaltsbetrag. Somit können Sie der obigen Unterhaltstabelle die Altersstufe entnehmen. Grob gesagt, je älter die Altersstufe ist, umso mehr steigt der Unterhaltsbetrag.

Einkommensstufe

Die Einkommensstufen definieren über das Nettogehalt des unterhaltspflichtigen Partners die Bedarfssätze jeweiligen Kinder, also die Höhe des zu zahlenden Unterhalts. In der obigen Tabelle verwenden wir den gleichbedeutenden Begriff Einkommensgruppe statt Einkommensstufe. Der Grundbedarf ist dabei in der 1. Einkommensstufe (unterhaltsrechtliches Nettoeinkommen bis 1.900 Euro) angesetzt.

Mindestunterhalt

Der Kindesunterhalt muss immer die Versorgung von minderjährigen Kindern von getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern sicher stellen. Die Kinder haben in diesem Fall einen gesetzlichen Anspruch auf Mindestunterhalt nach § 1612a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) gegen den nicht im Haushalt lebenden Partner, der Unterhaltspflichtige. Die Höhe des Mindestunterhalts richtet sich nach dem Existenzminimum des minderjährigen Kindes (§ 1612 Abs. 1 Satz 2 BGB neue Fassung). Diesen soll das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz alle zwei Jahre neu bestimmen.

Unterhaltsberechtigte

Generell sind Unterhaltsberechtigt Personen, die gem. § 1602 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) außerstande sind, sich selbst zu unterhalten (zu versorgen). Diese sind in der Regel Kinder, Eheleute, Enkelkinder aber auch eigene Eltern usw. Die Unterhaltsberechtigung erfolgt nach einem Rangverhältnis bzw. der Rangfolge.

Auf den Seiten des Oberlandesgerichts Düsseldorf finden Sie auch frühere Düsseldorfer Tabellen sowie ergänzende Leitlinien.


Die 10 wichtigsten Fragen zu Unterhalt

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