Vorteile für Elektrofahrzeuge bei der Kfz-Steuer

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Elektromobilität hat Zukunft

Diesel- und Benzinfahrzeuge nutzen Verbrennungsmotoren für ihren Antrieb. Diese stoßen erhebliche Schadstoffe aus, die die Umwelt verschmutzen. Aus dem Jahr 2011 stammt das Ziel der deutschen Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 mehr als eine Millionen Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen zuzulassen. Der Anspruch ist ambitioniert. Mit Blick auf die hohen Schadstoffemissionen der Dieselautos und der wachsenden Anzahl von Lastkraftwagen ist die Förderung der Elektromobilität dringend notwendig. Als Kaufanreiz gilt auch die geringere Steuerlast bei Elektromobilen im Vergleich zum Diesel und zum Benziner. In vielen Städten sieht man heute bereits flinke Elektroautos, die leise und ohne Abgase durch die Straßen cruisen. In ländlichen Bereichen sowie auf Fernstrecken sind sie aber bisher weniger im Einsatz, da die Reichweite der Batterie noch zu begrenzt ist und das Netz der Aufladestationen noch nicht weit genug ausgebaut ist.

Der Begriff Elektrofahrzeug

Verkehrsmittel, die für ihren Antrieb ausschließlich elektrische Energie einsetzen, werden als Elektrofahrzeuge bezeichnet. Bekannt sind auch Bezeichnungen wie E-Fahrzeug oder Elektromobil. Der Antrieb beruht dabei auf der Drehbewegung eines Rotors, der durch wechselnde Widerstände von Magneten in Bewegung gehalten wird. Der dafür benötigte Strom wird über eine fahrzeugeigene Batterie oder von außen, etwa über eine Oberleitung, zugeführt. Hybridautos zählen nicht zu den Elektromobilen, da hier der Elektroantrieb mit einem zweiten Antrieb kombiniert wird. Auch Pedelecs, also Fahrräder, bei denen die menschliche Kraft durch einen Elektromotor ergänzt wird, zählen nicht zu den Elektrofahrzeugen.

Die steuerlichen Vorschriften für Elektrofahrzeuge

In Deutschland unterliegen eigentlich alle motorisierten Fahrzeuge der Zulassungspflicht und damit auch der Kfz-Steuer. Festgelegt sind alle Regelungen in Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG). Hier wird im Paragraph 9 eine Ermäßigung der Kfz-Steuer für alle Elektrofahrzeuge auf 50 Prozent des üblichen Steuersatzes definiert. In den ersten zehn Jahren sind die Elektromobile gar von jeder Steuerzahlung befreit, wie es im Paragraph 3 KraftStG geschrieben wird. Das gilt jedoch nur für Fahrzeuge, die zwischen dem 11. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2020 zugelassen worden sind bzw. noch werden. Die Steuerbefreiung ist an den Wagen gebunden und kann nicht übertragen werden. Nur bei einem Halterwechsel kann sie mitgenommen werden. Fahrzeughalter entnehmen ihrer Zulassungsbescheinigung, ob ihr Wagen zu den steuerbegünstigten Elektrofahrzeugen gehört. Die Befreiung von der Kfz-Steuer gilt aber auch für solche Autos, die nach dem 19. Mai 2016 zu einem E-Mobil umgerüstet wurden oder noch werden.

Beispiel für die Besteuerung eines Elektroautos

Ein Dieselfahrzeug, Erstzulassung 2011, wurde auf einen Elektromotor umgerüstet. Die Zulassungsbehörde prüfte den Umbau und bestätigte am 27. Juni 2016 die Anerkennung als Elektromobil. Das Fahrzeug ist damit bis zum 26. Juni 2026 von der Pflicht zur Zahlung von Kfz-Steuern befreit. Danach muss es nur 50 Prozent der Steuern bezahlen, die ein vergleichbares –Verkehrsmittel zahlen müsste. Wie viel das genau ist, richtet sich nach dem Gewicht des Fahrzeugs und nach der Einteilung in die Schadstoffklasse. Die Tarife je 200 kg Gesamtgewicht können Sie im Paragraph 9 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes nachlesen. Für Elektromobile gelten die Ziffern 3 und 4. Zuerst wird also nach dem Gewicht der Fahrzeuge unterschieden. Das zulässige Gesamtgewicht finden sie in Ihrem Zulassungsschein, gemeint in das Eigengewicht plus der möglichen Zuladung.

Diese Steuersätze gelten nach der 10-jährigen Steuerbefreiung Erst 10 Jahre nach der ersten Zulassung fallen für Elektromobile auch Kfz-Steuern an.
Stand: 2018

Für Kraftwagen mit Elektromotor mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3.500 Kilogramm erfolgt die Berechnung mit diesen Steuersätzen:

Gesamtgewicht Steuer je angefangenem 200 kg-Schritt
bis 2.000 kg 50 v.H. von 11,25 €: 5,625 €
2.000 kg – 3.000 kg 50 v.H. von 12,02 €: 6,01 €
3.000 kg – 3.500 kg 50 v.H. von 12,78 €: 6,39 €
Für alle Fahrzeuge mit einem Gewicht über 3.500 Kilogramm werden zusätzlich die Schadstoffklasse sowie die Geräuschklasse berücksichtigt. Die Steuersätze dafür finden sich in §9 Abs. 1 Nr. 4. Die hier angegeben Beträge halbieren sich wieder für die Elektromobile.

Fazit zur Kfz-Steuer für Elektro-PKWs

Steuerlich gesehen sind Elektrofahrzeuge also eine echte Alternative, sie punkten mit einem geringen Geräuschpegel und wenig Luftverschmutzung in den Städten. Damit haben sie im Wettlauf um die Umweltfreundlichkeit die Nase vorn vor Kraftwagen mit Erd- oder Flüssiggasantrieb oder mit Hybridmotoren. Für die Erhöhung der Zulassungszahlen ist aber ein weiterer Ausbau der Ladestellen unverzichtbar. Noch umweltfreundlicher werden die Fahrzeuge dann, wenn sie Strom aus Erneuerbaren Quellen tanken können. Stromzapfstellen direkt am Windrad oder am Solarpark sind noch Zukunftsmusik. Außerdem muss die Autoindustrie an der Verlängerung der Reichweite der Batterien arbeiten. Dann werden die Zulassungszahlen der Elektromobile weiter steigen.

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