Kfz-Steuern für Wohnmobile

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    Anhand Motorart, Hubraum und CO2-Ausstoß können Sie die Höhe der Kfz-Steuer feststellen.

In Deutschland waren im letzten Jahr mehr als 400.000 Wohnmobile bei den Zulassungsbehörden registriert (Quelle: statista.de). Dabei definiert der Autoexperte ein Wohnmobil als Fahrzeug mit einer Inneneinrichtung, die zum Wohnen geeignet ist. Gemäß der Rahmenrichtlinien für Kraftfahrzeuge und Anhänger 2007/46/EG Anh. II Nr. 5 gelten „Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung“ dann als „Wohnmobil“ (Aufbauart SA) wenn sie diese Ausstattung aufweisen:

  • Tisch und Sitzgelegenheiten
  • Schlafgelegenheiten (die tagsüber als Sitze dienen können)
  • Kochmöglichkeit
  • orrichtungen zur Unterbringung von Gepäck und sonstigen Utensilien.

Wie jedes motorisierte Fahrzeug in unserem sind die Caravans, wie die mobile Behausungen auch genannt werden, steuerpflichtig. Grundlage dafür ist das Kraftfahrzeugsteuergesetz, hier der Paragraph 8 Nr. 1a in Verbindung mit Paragraph 9 Abs. 1 Nr. 2a.

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Beliebt bei Campern: das Wohnmobil

Komfortabel ausgestattete Wohnwagen und Wohnmobile stehen bei Urlaubern hoch im Kurs. Moderne Fahrzeuge lassen keine Wünsche hinsichtlich Sanitäreinrichtung und Medienausstattung mehr offen. Während der Wohnwagen während der Ferien meist fest auf einem Campingplatz steht, kann mit dem Reisemobil der Ort häufig gewechselt werden. Daher sind sie als Übernachtungsmöglichkeit auch bei Monteuren oder Schaustellern so beliebt. Heute komplettieren viele Autohersteller ihre Produktpalette mit einem Wohnmobil. Oft basieren sie auf der Plattform von Kleintransportern. Für große Wohnmobile werden sogar auf die Fahrgestelle von LKW montiert.

Die Kfz-Steuer für Caravans

Als Ausgleich für die Nutzung der Straßen-Infrastruktur in Deutschland unterliegen die Wohnmobile natürlich der KFZ-Steuer. Früher wurden sie als LKW eingestuft, die fällige Steuer dann anhand des Hubraumes berechnet. Seit 2006 gelten jedoch neue Regelungen. Mit der Reform der Fahrzeugbesteuerung in diesem Jahr wurde für die Caravans eine eigene Fahrzeugklasse eingeführt. Die Besteuerung wird nun aufgrund des Gewichts und einer Schadstoffklasse vorgenommen. Damit soll der unterschiedlichen Beeinträchtigung der Umwelt durch die verschiedenen Fahrzeuggrößen Rechnung getragen werden.

Die Schadstoffklassen in der Besteuerung der Wohnmobile

Zulassung An die grünen und gelben Plaketten an den Fahrzeugen haben sich Autofahrer längst gewöhnt. Sie dokumentieren, in welcher Schadstoffklasse der Wagen aufgrund seiner Emissionswerte eingestuft worden ist. Bei einer hohen Feinstaubbelastung können Städte und Kommunen so die Zufahrt nicht umweltfreundlich ausgestatteter Fahrzeuge verhindern. Auch Wohnmobile werden so klassifiziert und erhalten die entsprechende Plakette. Gleichzeitig dienen die Schadstoffklassen auch als Grundlage für die Ermittlung der Kfz-Steuer bei Wohnmobilen. Ermitteln lässt sich die Zuordnung zur richtigen Schadstoffklasse mit einem Blick in die Zulassung. Im Feld 14.1 findet sich die Emissions-Schlüsselnummer. So erfolgt die Einteilung:

Schadstoffklasse Emissions-Schlüsselnummer laut Zulassung
Wohnmobile bis 2800 kg Gesamtgewicht Wohnmobile über 2800 kg Gesamtgewicht
S1 11, 12, 13, 14, 16, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 28, 29, 34, 40, 77 10, 11, 12, 30, 31, 32, 40, 41, 42, 43, 50, 51, 52, 53
S2 25-27, 35, 41, 49, 50, 51, 52, 71 20, 21, 22, 33, 44, 54, 60, 61
S3 30, 31, 36, 37, 42, 44-48, 67, 68, 69, 70, 72 34, 45, 55, 70, 71
S4 32, 33, 38, 39, 43, 53, 54, 55, 56,57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 73 35, 80, 81
S5 74 83, 84
EEV 75 90, 91
Sonstige 0, 1, 2, 3, 4, 5 ,6, 7, 8 ,9, 10, 15, 17, 88, 98 00, 01, 02, 88, 98

So wird das Gewicht berücksichtigt

Die Ermittlung der korrekten Kfz-Steuer für das Wohnmobil erfolgt auf Basis des Gesamtgewichtes, gestaffelt in Schritten von 200 Kilogramm. Zusätzlich wird unterschieden zwischen Fahrzeugen mit einem Gewicht bis zu 2.000 Kilogramm und darüber. Die hier angegebenen Euro-Werte verstehen sich also je angefangenem 200 Kilogramm Gewicht:

Fahrzeuge mit einer Schadstoffklasse Gesamtgewicht bis zu 2.000 kg Gesamtgewicht über 2.000 kg Gesamtgewicht über 5.000 kg Gesamtgewicht über 12.000 kg Höchstens jedoch
S4 und höher 16,00 € 10,00 € 800,00 €
S2, S3 24,00 € 10,00 € 1.000,00 €
S1 und Sonstige 40,00 € 10,00 € 15,00 € 25,00 €
(Stand: 2017)

Die Berechnung der Steuer

Jedes Wohnmobil, unabhängig von seinem Gesamtgewicht, wird zuerst mit dem Sockelbetrag von 16,00 € je 200 kg belastet. Erst über einem Gewicht von 2.000 kg hinaus wird der geringere Wert laut Tabelle herangezogen. Der errechnete Wert ist ein Jahreswert. Er wird nur anteilig fällig, wenn das Fahrzeug nicht ab dem Januar eines Jahres angemeldet wurde bzw. es vorzeitig abgemeldet wird.

Beispiel-Berechnung der Wohnmobil- und Caravan-Steuer:

Wohnmobil 1

  • wiegt 1.900 kg und wurde in die Schadstoffklasse S3 eingestuft
  • Gewichtsermittlung: 1.800 = 9 x 200 kg
  • 100 = 1 x 200 kg als angefangener 200 kg-Bereich

Fällige Steuer: 10 x 24,00 € = 240,00 €
Wohnmobil 2

  • wiegt 3.780 kg und wurde in die Schadstoffklasse S1 eingestuft
  • Gewichtsermittlung: Sockelwert 2.000 kg = 10 x 200 kg
  • Darüber hinaus: 1.600 kg = 8 x 200 kg
  • 180 kg = 1 x 200 kg als angefangener 200 kg-Bereich

Fällige Steuer: Sockelbetrag 10 x 40,00 € = 400,00 €
9 x 10,00 € = 90,00 €
Gesamt: 490,00 €
(Stand: 2017)

Mit Saisonkennzeichen sparen

Für Reisemobile, die nicht winterfest sind und daher auch nur zeitweise genutzt werden können, bietet sich mit der Saisonzulassung einiges an Sparpotential. Die Fahrzeuge werden dann mit einem speziellen Kennzeichen ausgestattet, auf dessen rechten Rand der begrenzte Anmeldezeitraum vermerkt wird. Eigentümer können hier selbst bestimmen, zu welchen Monaten sie ihren Caravan bewohnen. Allerdings darf das Fahrzeug in der nicht zugelassenen Zeit auch nicht bewegt werden. Eine Unterstellung auf privaten Stellflächen ist dann Pflicht. Die Kfz-Steuer fällt in diesen Monaten nicht an, auch die Versicherung erübrigt sich.

Fazit zur Wohnmobil-Steuer

Hohe Kosten für die Nutzung des Wohnmobils können den Urlaubsspaß beeinträchtigen. So können Sie Kosten sparen:

  • Erwerben Sie ein modernes Gefährt mit einer hohen Schadstoffklasse. So sparen Sie außerdem Treibstoff.
  • Achten Sie auf ein möglich geringes Gesamtgewicht. Der Einbau besonders leichter Materialien wie Kunststoff und Aluminium spart Steuern!
  • Mit einem Saisonkennzeichen verringern Sie Steuerlast und Versicherung.

Die 10 wichtigsten Fragen zu Kfz-Steuer

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