Kindesunterhalt - Das Wichtigste zum Unterhalt für Kinder

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  • Unterhaltsrechner
    Kindesunterhalt für voll- und minderjährige Kinder sowie der Ehegattenunterhalt werden mit Hilfe des Unterhaltsrechners bestimmt. Grundlage ist die Düsseldorfer Tabelle (DT). Berücksichtigt werden auch die offiziellen Anmerkungen zur DT, wonach die Einstufung in eine entsprechende Einkommensgruppe auch abhängig von der Anzahl Unterhaltsberechtigter und vom Bedarfskontrollbetrag ist. Zahlreiche Erklärungen und Herleitungen machen jeden Rechenschritt nachvollziehbar.

Mit folgendem Rechner können Sie den Kindesunterhalt gleich hier ermitteln. Viele Tipps zur Bedienung der Rechners und ein Berechnungsbeispiel erhalten Sie auf der speziellen Seite mit dem Kindesunterhalt-Rechner.

  • 01.

    Worauf begründet sich der Unterhaltsanspruch von Kindern?

    In Deutschland können Minderjährige und auch junge Erwachsene, die finanziell noch nicht auf eigenen Füßen stehen, Unterhalt von ihren Eltern beanspruchen. Dieses Recht ist schon im Familienrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs verankert.

  • 02.

    Wie werden die Unterhaltsansprüche geregelt, wenn ein Elternteil nicht mehr in der Familie lebt?

    In einer intakten Familie versorgen Mutter und Vater gemeinsam den Nachwuchs, geben Liebe und Geborgenheit und kümmern sich gleichzeitig um Unterkunft, Ernährung und Bildung. In der Sprache der Juristen wird das auch als Naturalunterhalt verzeichnet. Damit ist der Unterhaltsanspruch der Kinder abgegolten. Unter einer Trennung der Eltern leiden vor allem die Kinder. Oft ist es der Vater, der die Familie verlässt. Dann fehlt nicht nur sein Einkommen für die Versorgung der Nachkommen, sondern auch eine wichtige Bezugsperson, an der sich Tochter oder Sohn orientieren können. Der Elternteil, bei dem das Kind weiter lebt, leistet nicht nur seinen Naturalunterhalt, sondern übernimmt auch meist die Erziehung. Laut Statistik sind etwa 20 Prozent aller Familien in Deutschland Kleinfamilien, in denen Alleinerziehende sich um den Nachwuchs kümmern (Quelle: statista.de). In den meisten Familien ist es die Mutter. Der Nachwuchs hat gegenüber dem Vater dann Anspruch auf Barunterhalt. Kommen die Zahlungen nicht freiwillig, so müssen die Ansprüche gerichtlich durchgesetzt werden. In diesen Auseinandersetzungen wird dann die Höhe des Unterhalts festgelegt. Dabei wird sowohl das Alter des Kindes berücksichtigt als auch die gesamten Unterhaltsverpflichtungen des Vaters und seine Einkommensverhältnisse. Bei Kindern wird auch ihr Einkommen mit einberechnet.

  • 03.

    Wie lange besteht die Unterhaltsverpflichtung?

    Grundsätzlich müssen Eltern ihre Kinder bis zur Volljährigkeit, also bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, versorgen. Doch auch volljährige Söhne und Töchter haben noch Anspruch auf Unterhalt, wenn sie sich noch in einer Ausbildung befinden, studieren oder zur Schule gehen. Doch Eltern sind zeitlich nicht unbegrenzt unterhaltspflichtig. Der Nachwuchs muss sich ernsthaft bemühen, die Erstausbildung abzuschließen und selbst einen Verdienst zu erzielen. Werden mehrere Ausbildungen abgebrochen oder das Studienende unnötig verzögert, wird der Unterhaltsanspruch verwehrt.

  • 04.

    Wie erfolgt die Berechnung des Kindesunterhalts nach der Düsseldorfer Tabelle?

    Die Düsseldorfer Tabelle 2017 ist die Richtlinie für die Berechnung des Kindesunterhalts in Deutschland. Sie gilt sowohl für minderjährige Kinder als auch für junge Erwachse, die noch bei den Eltern (oder bei einen Elternteil) leben. Volljährige dagegen, die schon selbständig leben, haben Anspruch auf einen Mindestbetrag. Dieser liegt derzeit (Stand 2017) bei 735 Euro.

    Die Düsseldorfer Tabelle wurde im Jahr 2017 an die aktuelle Entwicklung in Deutschland angepasst. Von den hier genannten Beträgen darf die Hälfte des Kindergeldes abgezogen werden, wenn es die Mutter (oder der Vater) für das im Haushalt lebende minderjährige Kind erhält. Die Düsseldorfer Tabelle ist dabei immer auf genau zwei Unterhaltsberechtigte ausgelegt. Bei mehreren Kindern gibt es geringe Abschläge. Die Tabelle benennt den Unterhaltsanspruch, mit dem die regelmäßigen Kosten des alltäglichen Lebens abgedeckt werden sollen. Zusätzlich kann es Anspruch auf einen Ausgleich von Mehr- oder Sonderbedarf geben, zum Beispiel durch sehr hohe Arzneikosten, durch Klassenfahrten oder hohe Kinderbetreuungskosten.

    Düsseldorfer Tabelle 2017 (Bedarfssätze)
    Einkommensgruppe bei
    unterhaltsrelevantem
    Nettoeinkommen
    Altersstufen in JahrenBedarfskon-
    trollbetrag
    0-56-1112-17ab 18
    10 bis 1.500 €342 €393 €460 €527 €
    21.501 bis 1.900 €360 €413 €483 €554 €1.180 €
    31.901 bis 2.300 €377 €433 €506 €580 €1.280 €
    42.301 bis 2.700 €394 €452 €529 €607 €1.380 €
    52.701 bis 3.100 €411 €472 €552 €633 €1.480 €
    63.101 bis 3.500 €438 €504 €589 €675 €1.580 €
    73.501 bis 3.900 €466 €535 €626 €717 €1.680 €
    83.901 bis 4.300 €493 €566 €663 €759 €1.780 €
    94.301 bis 4.700 €520 €598 €700 €802 €1.880 €
    104.701 bis 5.100 €548 €629 €736 €844 €1.980 €
    ab 5.101 € nach den Umständen des Falles

    Bei einem Einkommen darüber hinaus wird also der Unterhalt im Einzelfall entschieden.

  • 05.

    Was versteht man unter der Leistungsfähigkeit als Voraussetzung für die Unterhaltszahlung?

    Unterhaltspflichtige können den Forderungen nur dann nachkommen, wenn sie selbst Einkommen erzielen, also leistungsfähig sind. Dabei müssen sie alles tun, um erwerbstätig zu sein. Wer mehreren Kindern oder auch anderen Personen unterhaltspflichtig ist, muss sogar überdurchschnittlich viel arbeiten, um den Forderungen nachzukommen. Dazu zählt auch die Aufnahme eines zweiten Jobs. Wer arbeitsfähig ist, muss das auch tun - wer sich auf staatlichen Leistungen ausruhen und damit Unterhalt sparen will, hat schlechte Karten. Zwar erhalten Kinder bis zum 12. Lebensjahr einen Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt, doch diesen fordert das Amt vom Unterhaltspflichtigen wieder zurück. Werden die Ansprüche tituliert, verjähren sie erst nach 30 Jahren! Wird nicht freiwillig gezahlt, kommt es auch zur Pfändung von Lohn beim Arbeitgeber.

  • 06.

    Wie viel Selbstbehalt muss dem Unterhaltspflichtigen bleiben?

    Auch wer Unterhalt zahlen muss, darf einen Teil seines Einkommens für seinen eigenen Lebensbedarf behalten. Dieser Selbstbehalt richtet sich auch danach, wer die Forderungen nach Unterhalt stellt. Bei Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Kindern beträgt er aktuell

    • 1.080 Euro, wenn der Unterhaltspflichtige selbst erwerbstätig ist
    • 880 Euro, wenn er selbst nicht erwerbstätig ist
    • 1.300 Euro, wenn er Unterhalt an volljährige Kinder zahlen muss, die selbst im eigenen Haushalt leben.

    Kann ein Unterhalspflichtiger unter Wahrung seines Selbstbehalts nicht alle Unterhaltsansprüche befriedigen, spricht man von einem Mangelfall.

  • 07.

    Gilt das Nettoeinkommen als Berechnungsgrundlage?

    Ausgangspunkt für die Berechnung des Unterhaltsanspruchs ist das bereinigte Nettoeinkommen des Vaters bzw. der Mutter, wenn sie leistungsverpflichtet sind. Unterhaltsberechtigte dürfen die Einsicht in die Verdienstnachweise verlangen. Angestellte Arbeitnehmer müssen ihre Lohnabrechnung vorlegen. Bei Selbständigen werden die Einkommenssteuererklärungen der letzten drei Jahre herangezogen.

    So wird gerechnet:

    Nachgewiesenes Nettoeinkommen3.000 €
    + Sonstiges Einkommen (z.B. Mieten)300 €
    − 5% Berufsbedinger Aufwand (mindestens 50 Euro, höchstens 150 Euro)150 €
    Bereinigtes Nettoeinkommen3.150 €

  • 08.

    Was muss getan werden, wenn der Unterhalt ausbleibt?

    Gesetzlicher Vertreter von minderjährigen, unterhaltsberechtigten Kindern ist der erziehungsberechtigte Elternteil. Bleiben die Zahlungen aus, so muss dieser sich um die Durchsetzung der Interessen des Kindes kümmern. Dabei hilft auch das Jugendamt, welches für Kinder bis zu 12 Jahren den Unterhalt auch vorstreckt. Klagen wegen ausbleibendem Kindesunterhalt beschäftigen die Familiengerichte sehr häufig. Sind die Beträge mit einem Urteil tituliert, sind sie vollstreckbar. Dann drohen Lohn- und Kontopfändungen. Titulierte Unterhaltsansprüche minderjähriger Kinder verjähren übrigens nicht.

Die 10 wichtigsten Fragen zu Unterhalt

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