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Kurzarbeit in Corona-Krise - Infos für Arbeitgeber

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Rechner zum Thema

Kurzarbeitergeld-Rechner

Prüfen und berechnen Sie mit Hilfe des Kurzarbeitergeld-Rechners Ihr Kurzarbeitergeld und damit die Auswirkungen von Kurzarbeit auf Ihr individuelles Gehalt.
Aktualisiert am von Stefan Banse

Wenn Unternehmen aufgrund der weltweiten Krankheitsfälle durch das Corona-Virus Kurzarbeit anordnen und es dadurch zu Entgeltausfällen kommt, können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Diese Leistung muss vom Arbeitgeber beantragt werden. Voraussetzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ist, dass die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert sind.

Wichtig: Betriebe, die aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie Kurzarbeitergeld beantragen möchten, müssen die Kurzarbeit zuvor bei der zuständigen Agentur für Arbeit melden. Diese prüft dann, ob die Voraussetzungen für die Leistung erfüllt sind.

Wie wird das Kurzarbeitergeld berechnet?

Das Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Netto-Entgeltausfall. Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten grundsätzlich 60 Prozent des pauschalierten Netto-Entgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts. Die maximale gesetzliche Bezugdauer beträgt 12 Monate.

Mit unserem Kurzarbeitergeld-Rechner können Sie dies direkt berechnen.


Dauer der Kurzarbeitergeld-Zahlungen

Kurzarbeitergeld kann für eine Dauer von bis zu zwölf Monaten bewilligt werden. Kurzarbeitergeld wird in derselben Höhe wie Arbeitslosengeld bezahlt und beträgt 67 bzw. 60 Prozent der Differenz zwischen dem pauschalierten Nettoentgelt, das ohne Arbeitsausfall gezahlt worden wäre, und dem pauschaliertem Nettoentgelt aus dem tatsächlich erhaltenen Arbeitsentgelt.

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Wann tritt die Neuregelung zum Kurzarbeitergeld in Kraft?

Die Bundesregierung setzt die gesetzlichen Maßnahmen und die entsprechende Verordnung rückwirkend ab 1. März 2020 in Kraft.

Praxistipp

Die Änderungen beim Kurzarbeitergeld stellen für die Betriebe Erleichterungen und Leistungsverbesserung dar. In Anbetracht der begrenzten Dauer des Kurzarbeitergeldbezugs (max. zwölf Monate) kann es für Betriebe von Vorteil sein, den durch das Coronavirus bedingten Arbeitsausfall zunächst durch innerbetriebliche Maßnahmen (z. B. Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten, Fort- und Weiterbildungen, Betriebsurlaub, Abbau von Überstunden) abzufangen und möglichst spät einen Antrag auf Gewährungen von Kurzarbeitergeld zu stellen.

Kurzarbeit - Alle Fragen und Antworten im Video

Voraussetzung zum Kurzarbeitergeld (Kug)

Ob die Voraussetzungen für die Gewährung des Kurzarbeitergelds vorliegen, prüft die zuständige Agentur für Arbeit im Einzelfall. Hier die Regularien:

1. Arbeitsausfall als Voraussetzung für Kurzarbeitergeld

Es muss ein erheblicher Ausfall von Arbeit vorliegen. Rein finanzielle Verluste können nicht über Kurzarbeit ausgeglichen werden. Ursachen für den Arbeitsausfall sind:

  • a. wirtschaftliche Gründe
    • Fehlen von Folgeaufträgen
    • Verschiebung des Auftragsbeginns
    • Fehlende Zulieferung
    • Arbeitsausfall, der dem üblichen Betriebsrisiko zuzuordnen ist
  • b. ein unabwendbares Ereignis
    • Brand
    • Unwetterschäden
    • Behördlich angeordnete Maßnahmen
  • c. Unvermeidbar
    • Wenn der Arbeitgeber alles getan hat, um die Arbeitnehmer auch anderweitig zu beschäftigen
  • d. Vorübergehend
    • Wenn absehbar ist, wann/dass wieder zur Vollarbeit übergegangen wird
  • e. Mindesterfordernisse
    • Wenn mindestens 1/3 der Beschäftigten (inkl. Geringverdiener, ohne Azubis) von einem Entgeltausfall von mindestens 10 Prozent (Bruttolohn) betroffen ist.

      Erleichterung Corona: Nur mindestens 10 Prozent der Arbeitnehmer von Verdienstausfall betroffen

    • Wenn 1/3 betroffen ist, dann können auch andere Arbeitnehmer mit weniger Entgeltausfall in Kurzarbeit gehen
  • 2. Betriebliche Gründe als Voraussetzung für Kurzarbeitergeld

    • a. Sozialversicherungs­pflichtige Arbeitnehmer
    • b. Es kann auch nur für einzelnen Abteilungen Kurzarbeitergeld eingereicht werden

    3. Persönliche Gründe als Voraussetzung für Kurzarbeitergeld

    • a. Nicht in Kündigung oder Aufhebung
    • b. Arbeitnehmer dürfen nicht wegen Krankheit ausgeschlossen werden

    Die Anzeige zum Kurzarbeitergeld

    Die Anzeige für das Kurzarbeitergeld muss bei der Arbeitsagentur gemeldet werden. Dies geht online über „meine E Services“. Die Anzeige muss spätestens am letzten Tag des Monats, in dem sie eingetreten ist gemeldet werden.

    Ablauf und Formalien

    1. Es müssen zunächst alle Arbeitnehmer, die von der Kurzarbeit betroffen sind, informiert werden und dieser schriftlich zustimmen.
    2. Achtung Ankündigungsfristen einhalten!
    3. Dann erst kann die Anzeige bei der Agentur für Arbeit gestellt werden
    4. Dann erfolgt Berechnung des Kurzarbeitergeldes durch den Steuerberater.
    5. Auszahlung ergibt sich dann durch das Gehalt der reduzierten Stunden plus Kurzarbeitergeld für die Ausfallstunden
    6. Bei der Arbeitsagentur beantragen wir dann monatlich, nachträglich die Erstattung des Kurzarbeitergeldes (Leistungsantrag, muss spätestens nach drei Monaten vorliegen)
    7. Nach Rückkehr zum Normalbetrieb erfolgt eine Abschlussprüfung seitens der Arbeitsagentur, ggf. mit Korrekturen

    Kosten für den Arbeitgeber

    Die Arbeitgeber müssen bisher die Beiträge zur Sozialversicherung für das ausgefallene Brutto Entgelt in Höhe von 80 Prozent (AG und AN Anteil, ohne jedoch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung) tragen.

    Erleichterung Corona: Vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit

    Sonstige Regularien

    • Kurzarbeit muss unterbrochen werden, wenn zwischendurch wieder Aufträge eingehen
    • Nicht beanspruchte Monate führen zu einer Verlängerung des 12monatigen Anspruchs
    • Bei mehr als dreimonatiger Unterbrechung ist eine neue Anzeige erforderlich
    • Urlaubsansprüche sind vor der Kurzarbeit zu verplanen und Resturlaub aus dem Vorjahr muss vor der Kurzarbeit genommen werden.

      Erleichterung Corona: Teilweise oder vollständiger Verzicht auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden.

    • Kein Kurzarbeitergeld für Leiharbeitnehmer.

      Erleichterung Corona: Ermöglichung des Kurzarbeitergeldbezugs auch für Leiharbeitnehmer

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    Quellenangaben

    Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Kurzarbeitergeld" verwendet:

    Letzte Aktualisierung am 16.03.2020

    Die letzten Änderungen in der Themenwelt "Kurzarbeitergeld" wurden am 16.03.2020 umgesetzt durch Stefan Banse. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert: