Steuerklassen - Ratgeber zu optimale Auswahl

Welche Steuerklasse ist für Sie und Ihren Partner optimal? Die Kombination der jeweiligen Steuerklassen im Steuerklassenrechner beeinflusst eventuelle Steuernachzahlungen und Erstattungen.

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Die wichtigsten Fragen zum Thema Steuerklassen

  • 01.

    Was versteht man unter Steuerklassen?
    Jeder Arbeitnehmer wird zur Erhebung von Einkommenssteuer in eine bestimmte Steuerklasse eingeteilt. Der zu zahlende Steuerbetrag richtet sich nach Familienstatus, Kinderanzahl , Art des Einkommens sowie den jeweils geltenden Freibeträgen. Die Steuerklasse entscheidet darüber, wie viel Lohnsteuer, Solidaritätsbeitrag sowie evtl. Kirchensteuer monatlich von dem Bruttolohn zu entrichten sind. Auf der Basis der jährlich stattfindenden Steuererklärung stellt das Finanzamt fest, ob ausreichend, zu viel oder zu wenig Steuern gezahlt worden sind. Alleinstehende werden vom Finanzamt automatisch der Steuerklasse I zugeordnet bzw. erhalten die Steuerklasse II, sofern Sie mindestens ein Kind zu betreuen haben. Nur Ehepaare haben die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Steuerklassen zu wählen.

  • 02.

    Wie unterscheiden sich die einzelnen Steuerklassen?
    Man unterscheidet im deutschen Einkommensteuergesetz sechs verschiedene Lohnsteuerklassen:
    Steuerklasse I: Hierein fallen alle Alleinstehenden ohne Kinder oder Verheiratete, die von ihrem Partner dauerhaft getrennt leben.
    Steuerklasse II: Dieser Steuerklasse werden Ledige mit Kindern (Alleinerziehende) zugeordnet.
    Steuerklasse III: Für verwitwete Steuerzahler, verheiratete Alleinverdiener oder Verheiratete, deren Ehepartner Steuerklasse V gewählt hat, gilt Steuerklasse III.
    Steuerklasse IV: Verheiratete Doppelverdiener können beide die Steuerklasse IV wählen. Diese Lösung kann sinnvoll sein, wenn beide etwa gleich viel Einkommen haben.
    Steuerklasse V: Diese kann von Verheirateten gewählt werden, wenn deren Partner Steuerklasse III wählt. Diese Variante empfiehlt sich vor allem dann, wenn die Ehepartner unterschiedlich hohe Einkünfte haben.
    Steuerklasse VI: Sie bewirkt die höchste Steuerbelastung, da hier keine Freibeträge geltend gemacht werden können. Sie gilt für Arbeitnehmer mit Zweit- oder Drittjob, die eine andere Steuerklasse schon für ihren Erstjob verwenden.

  • 03.

    Wann sollten Ehe- oder Lebenspartner eine Steuerklasse wechseln?
    Gleichverdienende Ehepartner bzw. eingetragene Lebenspartner werden der Lohnsteuerklasse IV zugeordnet. Wenn allerdings ein Partner wesentlich mehr verdient als der andere (etwa 60% des Gesamteinkommens), sollte der besser verdienende sich in Steuerklasse III veranlagen lassen, während der Partner mit dem geringeren Einkommen (mindestens 40%) in Steuerklasse V wechselt. Dies hat ein wesentlich höheres Nettoeinkommen zur Folge. Allerdings muss bei der Kombination von Steuerklassen III/V am Jahresende eine Steuererklärung abgegeben werden, was bei der Kombination IV/IV nicht erforderlich ist. In den meisten Fällen wird dann erfahrungsgemäß eine Steuernachzahlung verlangt. Anhand des Steuerklassenrechners können Sie berechnen, wie sich die verschiedenen Steuerklassenkombinationen bei Ihnen auswirken würden. So können sie eine Steuerklassenkombination bestimmen, die Steuernachzahlungen und -erstattungen am Jahresende minimiert und somit eine sinnvolle Anpassung Ihrer monatlichen Lohnsteuer erzielen.

  • 04.

    Wie können Ehe- und Lebenspartner ihre Steuerklasse ändern?
    Ausschließlich Ehepaare sowie eingetragene Lebensgemeinschaften sind befugt, ihre Steuerklassen zu wählen. Die Zustimmung des Ehepartners zu einem Wechsel ist immer erforderlich. Eine Änderung der Steuerklasse kann beim zuständigen Finanzamt vorgenommen werden. Benötigt wird hierzu das entsprechende Antragsformular sowie, bei Neuvermählten, das Familienstammbuch.

  • 05.

    Was beinhaltet das Faktorverfahren bei Steuerklasse IV?
    Verheiratete oder verpartnerte Paare mit etwa gleichem Monatsgehalt können seit dem Veranlagungszeitraum 2010 ein "optionales Faktorverfahren" in Kombination mit Steuerklasse IV (§ 39f EStG) wählen. Dieses Verfahren bietet den Vorteil, Steuernachzahlungen weitgehend zu vermeiden. Der Faktor wird aus dem Verhältnis zweier Beträge errechnet: der Jahreseinkommensteuerschuld, die wahrscheinlich von beiden Partnern nach dem Splittingverfahren zu zahlen wäre (Y), und der Lohnsteuersumme, die jeweils gemäß Steuerklasse IV zu zahlen wäre (X). Ist das Ergebnis des Dividierens von Y durch X kleiner als 1, kann das Faktorverfahren kann angewandt werden.

  • 06.

    Wann ist man gezwungen, eine Steuerklasse zu ändern?
    Eine Änderung der Steuerklasse wird zwingend notwendig, wenn sich die Familienverhältnisse eines Arbeitnehmers ändern. Dies ist der Fall bei Heirat, Trennung oder Scheidung, Tod des Ehe- oder Lebenspartners oder der Geburt eines Kindes bei Alleinstehenden.

  • 07.

    In welche Lohnsteuerklasse wird man nach einer Trennung oder Scheidung eingestuft?
    Nach einer Trennung oder Scheidung werden die ehemaligen Partner in die Steuerklasse I oder II eingestuft und vergleichbar wie Ledige besteuert. Der Wechsel der Steuerklasse muss jedoch nicht gezwungermaßen unmittelbar nach der Trennung stattfinden; vielmehr wird für das Trennungsjahr eine Übergangsphase gewährt, in der die Betreffenden in der bisherigen Steuerklasse bleiben können.

  • 08.

    In welcher Steuerklasse muss ich eine Einkommensteuererklärung abgeben?
    Grundsätzlich ist man als Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, wenn man als lediger Arbeitnehmer in der Steuerklasse I ist. Ebenso sind Ehepaare, bei denen beide Partner in der Steuerklasse IV sind, nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Durch eine Änderung der Steuerklasse kann die monatlich zu zahlende Steuerlast deutlich sinken, allerdings ist man in diesem Fall auch dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

  • 09.

    Wie häufig ist ein Wechsel der Steuerklassen möglich?
    Während eines Kalenderjahres kann eine Steuerklasse generell einmal gewechselt werden. Allerdings sind weitere Wechsel in Ausnahmefällen möglich, wenn z. B. der Ehe- oder Lebenspartner keinerlei Einkommen mehr aus nichtselbstständiger Arbeit erhält - oder umgekehrt, wenn (z. B. nach Arbeitslosigkeit oder Erziehungsurlaub) erneut diese Art von Einkommen bezogen wird sowie beim Tod eines Ehepartners.

  • 10.

    Führt der Wechsel in eine günstigere Steuerklasse zu mehr Einkommen?
    Zwar ist es möglich, durch den Wechsel in eine andere Steuerklasse ein monatlich höheres Nettoeinkommen zu beziehen. Diese Mehreinnahmen nivellieren sich jedoch weitgehend bei der Jahreseinkommensteuererklärung.

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