Außerplanmäßige Abschreibungen

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Abschreibungsrechner

Berechnung der linearen Abschreibung anhand der Nutzungsdauer (AfA-Tabelle), den Kosten sowie dem Zeitpunkt der Anschaffung. Bei unterjährigen Anschaffungszeitpunkten wird der Abschreibungsbetrag im ersten und im letzten Jahr auf die Nutzungsmonate des Wirtschaftsguts umgerechnet. Das Ergebnis liefert einen Abschreibungsplan zu allen betreffenden Steuerjahren. Anschauliche Charts zur Entwicklung von Abschreibung und Restwert des Wirtschaftsguts machen den Rechner zu einem nützlichen Werkzeug.
Aktualisiert am von Michael Mühl

Abnutzbare Vermögensgegenstände werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer hinweg abgeschrieben. Anschaffungskosten wirken sich also nicht bereits beim Kauf der Gegenstände gewinnmindernd aus. Erst die jährlichen Abschreibungen werden als Kosten im Unternehmen gebucht. Diese Buchungen entsprechen dem Vorsichtsprinzip des deutschen Rechnungswesens – Wirtschaftsgüter dürfen nicht höher in der Bilanz ausgewiesen werden, als sie tatsächlich Wert sind. Gesetzlich ist das für bilanzierende Firmen im Handelsgesetzbuch (HGB) §253 festgehalten, für Einnahme-/Überschuss­rechner gilt der Paragraph 7 des Einkommensteuer­gesetzes. Doch betriebliche Abläufe lassen sich nicht immer genau planen. Durch besondere Ereignisse wie Unfälle oder Brände können die Wirtschaftsgüter zusätzlich an Wert verlieren. Dann sind außergewöhnliche Abschreibungen notwendig.

Der Normalfall: gleichmäßige Abschreibungsraten

Schon kurz nach der Anschaffung entscheidet das Rechnungswesen über die Art und Weise der jährlichen Abschreibung für abnutzbare Wirtschaftsgüter. Sowohl steuer- als auch handelsrechtlich ist im Moment nur die lineare Abschreibung gestattet. Diese muss sich über die voraussichtliche Nutzungsdauer des Vermögenswertes verteilen.

Mit Hilfe der amtlichen AfA-Tabellen (Auflistungen für die Absetzung für Abnutzung) kann die übliche Nutzungsdauer abgelesen und die jährlichen Abschreibungsbeträge berechnet werden.

Beispiel

Der Reisebus eines Busunternehmens, Anschaffungskosten 420.000 Euro, wird gemäß AfA-Tabelle für das Transportgewerbe über die Nutzungsdauer von 6 Jahren abgeschrieben. Der jährliche Abschreibungsbetrag liegt dann bei 70.000 Euro.

Ausnahmen: Abschreibungen bei dauerhafter Wertminderung

In der Bilanz aufgeführte Gegenstände, deren Wert durch besondere Umstände gemindert wurde, müssen jedoch auf diesen Wert abgeschrieben werden (nachzulesen ebenfalls im HGB, §253). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Wirtschaftsgüter zu den Sachanlagen oder zum Umlaufvermögen zählen oder ob sie abnutzbar sind. Dauerhaft wertgemindert können diese Posten sein:

  • immaterielles und materielles Sachanlagevermögen
  • Finanzanlagen
  • Vorräte
  • Forderungen.

Beispiel

Der Bus aus dem obigen Beispiel hat im zweiten Jahr nach der Anschaffung einen Buchwert von 350.000 Euro. Kurz nach Beginn des zweiten Jahres hat der Bus einen Unfall. Der Schaden wird nurt teilweise repariert, das Fahrzeug verliert als Unfallwagen deutlich an Wert. Der Gutachter bescheinigt dem Bus einen aktuellen Wert von 230.000 Euro. Die Abschreibung im zweiten Jahr beträgt also 120.000 Euro und ist so zu verbuchen.

Änderung des Abschreibungsplans notwendig

Auch durch die außerplanmäßige Abschreibung verändert sich die voraussichtliche Nutzungsdauer nicht. Für das dritte Jahr muss der Ausgangswert der Abschreibung deshalb verändert werden. Der neue Abschreibungsplan sieht so aus:

Nutzungsdauer Abschreibung 31. Dezember Buchwert
Anschaffungskosten
1. Januar
420.000 €
Jahr 1 70.000 € 350.000 €
Jahr 2 120.000 € 230.000 €
Jahr 3 Neu: 230.000 € / restliche Nutzungsdauer von 4 Jahren = 57.500 € 172.500 €
Jahr 4 57.500 € 115.000 €
Jahr 5 57.500 € 57.500 €
Jahr 6 57.499 € 1 €

Wertaufholung bei Wegfall der Abschreibungsgründe

Jedes Jahr ist bei der Aufstellung des Jahresabschlusses zu überprüfen, ob die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung noch bestehen. Fallen sie weg, muss sie rückgängig gemacht werden, der Betrag muss wieder zugeschrieben werden. Diese Buchungen dürfen allerdings nicht zu einer höheren Bewertung führen, als das Wirtschaftsgut bei einer weiteren planmäßigen Abschreibung gehabt hätte.

Beispiel

Anfang des fünften Nutzungsjahres entschließt sich das Unternehmen, den Bus doch wieder vollständig herzustellen. Die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung sind damit entfallen. Wären die Abschreibungen planmäßig erfolgt, hätte das Fahrzeug Anfang des fünften Jahres einen Buchwert von 140.000 Euro. Daher ist eine Zuschreibung von 25.000 Euro vorzunehmen.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Abschreibung / AfA" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 10.11.2018

Die letzten Änderungen in der Themenwelt "Abschreibung / AfA" wurden am 10.11.2018 umgesetzt durch Michael Mühl. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt