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Der Nettolohn

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Gehaltsrechner 2019

Wie viel bleibt von Ihrem Bruttolohn übrig?
Aktualisiert am von Michael Mühl

Als Nettolohn wird der Teil des Entgelts eines Arbeitnehmers bezeichnet, der ihm nach Abzug aller Steuern und Abgaben von seinem Arbeitgeber ausgezahlt wird. In der Regel wird in einem Arbeitsvertrag der Bruttolohn vereinbart, entweder als festes Gehalt oder als Stundenlohn. Multipliziert mit der festgelegten Arbeitszeit ergibt sich dann das Bruttoentgelt. Wie hoch die einzelnen Abzüge vom Bruttolohn sind, bestimmen die persönlichen Verhältnisse des Angestellten.

Das gehört zum Entgelt

Neben dem vereinbarten Lohn bzw. Gehalt gibt es weitere Elemente, die in die Berechnung des Nettolohns einbezogen werden. Dazu zählt zum Beispiel auch der geldwerte Vorteil aus der privaten Nutzung eines Firmenfahrzeugs.

Diese Abzüge vom Brutto ergeben den Nettolohn

Bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung lassen sich die abzuziehenden Beträge in zwei Gruppen einteilen:

  • die Steuern des Staates auf das Einkommen
  • die Sozialversicherungsbeiträge

Zu Beginn der Beschäftigung müssen Arbeitnehmer ihrem Chef die Lohnsteuerkarte als Grundlage für die Berechnung der Steuern vorlegen und außerdem mitteilen, in welcher Krankenkasse sie versichert sind. Für die Anmeldung bei den Behörden sowie die korrekte Ermittlung der einzelnen Abgaben ist dann der Arbeitgeber verantwortlich. Er behält auch die entsprechenden Beträge gleich ein und führt sie ab. Übrig bleibt der Nettolohn, der heute meist auf das Girokonto der Mitarbeiter überwiesen wird. Wie hoch die Abzüge bei jedem Arbeitnehmer sind, kann mit unserem Gehaltsrechner leicht ermittelt werden.

Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

In Deutschland als Sozialstaat gehört es zu den Grundsätzen der Steuergesetzgebung, dass die Steuern auf das Einkommen der Bürger unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit erhoben werden. Die nicht selbstständig tätigen Steuerpflichtigen werden daher in Lohnsteuerklassen eingeteilt:

SteuerklasseGilt fürBesonderheit
I Ledige, getrennt lebende oder geschiedene, verwitwete Steuerpflichtige
II Allein erziehende Steuerpflichtige
III Verheiratete Personen mit höherem Einkommen Nur in Kombination mit Steuerklasse V
IV Verheiratete Steuerpflichtige Mit etwa gleich hohem Einkommen
V Verheiratete Personen mit niedrigerem Einkommen Nur in Kombination mit Steuerklasse III
VI Bei Neben- oder Zweitjob

Die höchste Steuer wird in Steuerklasse VI fällig. Ein Grundfreibetrag von 9.168 Euro (2019) bleibt für jeden Arbeitnehmer jährlich steuerfrei. Danach steigen die Steuerbeträge stufenweise je nach Höhe des Einkommens an. Damit die Berechnung der Lohnsteuer und damit des Nettolohns vereinfacht wird, veröffentlicht das Finanzministerium regelmäßig Steuertabellen, die alle Sachverhalte berücksichtigen. Die Steuerschuld beginnt bei ca. 15 Prozent des Verdienstes und reicht bis zu 42 Prozent im Spitzensteuersatz. Verheiratete Steuerpflichtige werden zusammen steuerlich veranlagt, für sie gilt die sogenannte Splittingtabelle.

Zusätzlich zur Lohnsteuer wird derzeit auch noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent erhoben. Angehörige der christlichen Kirche müssen außerdem Kirchensteuern bezahlen, diese betragen je nach Bundesland 8 bzw. 9 Prozent. Lohnsteuer ist immer eine Jahressteuer. Zu viel gezahlte Steuern können sich Steuerpflichtige erstatten lassen. Dazu müssen sie nach Ablauf des Jahres eine Einkommensteuererklärung bei ihrem Finanzamt einreichen.

Mit Freibeträgen zu mehr Nettolohn

Freibeträge mindern die Steuerbelastung. Steuerpflichtige können sie sich auf ihrer Lohnsteuerkarte eintragen lassen, so dass sie jeden Monat davon profitieren. Entsprechende Formulare hält das Finanzamt bereit. Diese Freibeträge können beantragt werden:

  • der Kinderfreibetrag
  • Freibeträge für Fahrtkosten, die durch einen langen Weg zur Arbeitsstätte anfallen
  • Freibetrag für andere Werbungskosten (zum Beispiel für ein beruflich genutztes Arbeitszimmer)
  • Freibeträge für Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen
  • der Altersentlastungsfreibetrag (gilt nur für Arbeitnehmer, die mindestens 64 Jahre alt sind)

Beiträge zur Sozialversicherung mindern den Bruttolohn

In Deutschland gibt es ein umfangreiches Netz der Sozialversicherung, das die Arbeitnehmer bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit und im Alter finanziell absichert. Die Beiträge dafür zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen. Den Mitarbeiteranteil an der Sozialversicherung behalten Arbeitnehmer bei der Lohn- und Gehaltszahlung ein, überweisen ihn zusammen mit ihrem eigenen Anteil an die entsprechenden Kassen. Einige der Prozentsätze sind gesetzlich festgelegt, andere hängen von der Wahl der Kasse ab.

So hoch sind die Beiträge zur Sozialversicherung

Die Krankenversicherung

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht der freien Wahl der Krankenkasse, in Deutschland gibt es derzeit mehr als 100 gesetzliche Kassen. Staatlich festgelegt ist ein Beitragssatz von 14,6 Prozent. Die Krankenkassen dürfen jedoch Zusatzbeiträge verlangen, wenn sie damit nicht auskommen. Der durchschnittliche Satz für den Zusatzbeitrag beträgt 0,9 Prozent (2019). Die Gesamtbeiträge der Krankenkassen schwanken daher je nach Höhe des Zusastzbeitrags. Bei der Suche nach der richtigen Versicherung müssen die Versicherten aber auch das unterschiedliche Leistungsangebot der Kassen berücksichtigen. Für besserverdienende Angestellte gibt es auch die Möglichkeit, einer privaten Krankenversicherung beizutreten. Die monatliche Versicherungs­pflichtgrenze liegt 2019 bei über 5.062,50 Euro Verdienst. Auch bei privat Versicherten übernimmt der Arbeitgeber 50 Prozent der Beiträge, allerdings nur bis zur Bemessungsgrenze.

Die Rentenversicherung

Die gesetzliche Rente ist in Deutschland übersichtlicher organisiert, für Arbeitnehmer werden die Beiträge an die Deutsche Rentenversicherung Bund oder an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See abgeführt. Die Höhe der Beiträge wird vom Gesetzgeber festgelegt. Aktuell (2019) liegen sie bei 18,6 Prozent. Die Bemessungsgrenze bis zu der Beiträge berechnet werden, liegt 2019 in den alten Bundesländern bei 6.700 Euro, in den neuen Ländern über 6.150 Euro.

Die Pflegeversicherung

Der Bedarf an Pflege im Alter steigt in den deutschen Bundesländern stetig an. Das spüren Arbeitnehmer durch steigende Beiträge zur Pflegeversicherung, er beträgt 3,05 Prozent (2019) des Bruttolohns. Kinderlose Beschäftigte, die älter als 23 Jahre sind, zahlen sogar noch 0,25 Prozent mehr als die anderen. Die Beitragshöhe wird ebenfalls vom Gesetzgeber festgelegt.

Die Arbeitslosenversicherung

Obwohl die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik Deutschland sinkt, gab es bisher nur eine Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung auf 2,5 Prozent des Einkommens. Die Höhe dieser Abgabe ist für alle gleich und wird ebenfalls gesetzlich bestimmt.

Vom Brutto zum Netto – die Übersicht

Die Berechnung des Nettolohnes erfolgt nach diesem Schema

Bruttolohn
Lohnsteuer gemäß Lohnsteuerklasse
Solidaritätszuschlag
Kirchensteuer
eigener Anteil am Renten­versicherungs­beitrag
eigener Anteil am Kranken­versicherungs­beitrag
eigener Anteil am Arbeitslosen­versicherungs­beitrag
eigener Anteil am Pflege­versicherungs­beitrag
=Nettolohn

Lohn- und Gehaltsrechner nutzen

Wie viel Geld vom Brutto als Netto übrigbleibt, können Arbeitnehmer leicht mit unserem Nettolohnrechner ermitteln. Er eignet sich aber auch für Arbeitgeber, die wissen möchten, wie hoch die Lohnkosten insgesamt für einen Mitarbeiter bei einer bestimmten Lohnhöhe sind.

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Lohn und Gehalt" verwendet:

Letzte Aktualisierung am 11.02.2019

Die letzten Änderungen in der Themenwelt "Lohn und Gehalt" wurden am 11.02.2019 umgesetzt durch Michael Mühl. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • 11.02.2019: Erweitern der Themenwelt "Gehalt" um einen Ratgeberartikel zum Thema Nettolohn.
  • 05.12.2018: Beheben eines kleinen Rundungsfehlers bei der Berechnung der Sozialversicherungs­beiträge für das Jahresbrutto im Brutto Netto Rechner.
  • 10.11.2018: Anpassung des Brutto Netto Rechners und der Texte an die Gehaltsberechnung für 2019 (siehe auch die News vom 10.11.18 auf der Seite des Gehaltsrechners).
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt