Minijob - 450-Euro-Job - Geringfügige Beschäftigung

Drei Begriffe für den gleichen Sachverhalt. Erfahren Sie hier mehr zu den erforderlichen Steuern und Abgaben des Arbeitgebers und den sozialversicherungsrechtlichen und steuerlichen Besonderheiten des Minijobs. Wer zieht welchen Vorteil aus diesem Beschäftigungsverhältnis und was kann man zudem noch steuerlich geltend machen? Die Antworten finden Sie hier.

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Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Minijob

  • 01.

    Was ist ein Minijob?

    Minijob bzw 450 €-Job, früher auch 400-Euro-Job sind gebräuchliche Begriffe für den unter § 8 SGB IV geregelten Begriff der ‘geringfügigen Beschäftigung’. Eine geringfügige Beschäftigung ist ein Beschäftigungsverhältnis, das hinsichtlich der Sozialversicherungsabgaben und damit auch bezüglich der Lohnsteuer Besonderheiten unterliegt. Ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis liegt einerseits bei einem geringen Arbeitsentgelt bis zu monatlich 450 Euro vor (sogenannte geringfügig entlohnte Beschäftigung) oder bei einer kurzfristigen Beschäftigung, also einem Beschäftigungsverhältnis von kurzer Dauer.

  • 02.

    Was sind die Besonderheiten eines Minijobs?

    Ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis ist für den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei. Eine Ausnahme bildet die Rentenversicherungspflicht bei geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen. Jedoch ist eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht möglich. Auch bei der Lohnsteuer gibt es Besonderheiten. Die sogenannte Arbeitsentgeltgrenze bei geringfügig entlohnter Beschäftigung (Geringfügigkeitsgrenze) wurde zum 1. Januar 2013 von 400 Euro auf 450 Euro angehoben. Der Begriff 400-Euro-Job ist daher vereinzelt noch im Umlauf.

  • 03.

    Was ist der Vorteil für Minijobber?

    Aus der Sicht des geringfügig Beschäftigten liegt der große Vorteil darin, dass der Arbeitgeber sämtliche Steuern und Sozialabgaben übernimmt und er sein Gehalt selbst dann "Brutto für Netto" bekommt, wenn er außerdem noch einen Hauptberuf ausübt. Lediglich einen Anteil des Rentenversicherungsbeitrags muss er selber zahlen, sofern er sich nicht davon befreien lässt.

  • 04.

    Was sind die Vorteile für Arbeitgeber?

    Für Arbeitgeber lohnt sich die Beschäftigung von Minijobbern, denn sie können dadurch besser auf konjunkturelle Schwankungen reagieren. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass dem Beschäftigten ein geringeres Gehalt geboten werden kann, da er dieses ohne Abzüge erhält und das Geld auch nicht die Steuerprogression für sein übriges Einkommen ansteigen lässt.

  • 05.

    Hat man als Minijobber Abgaben oder Steuern zu tragen?

    Jein. Grundsätzlich ist nur der Beitragsanteil zur Rentenversicherung durch den Minijobber zu tragen. Von dieser Pflicht kann er sich aber über seinen Arbeitgeber befreien lassen. Ansonsten sind keinerlei Abgaben notwendig.

  • 06.

    Wie hoch ist der Beitragsanteil zur Rentenversicherung?

    Falls sich der Minijobber nicht von den Beiträgen der Rentenversicherung befreien lässt, sind dies die einzigen Abgaben, die er tragen muss. Hierbei muss der Minijobber den Beitragsanteil, den sein Arbeigeber leisten muss, auf den derzeit (2017) gültigen Rentenversicherungssatz von 18,7% aufstocken. Falls die Ausübung des Minijobs als Haushaltshifle in einem Privathaushalt erfolgt, trägt der Arbeitgeber einen Anteil von 5% der Bruttoentlohnung. Der Minijobber muss dann die restlichen 13,7% übernehmen. Bei einer anderen gewerblichen Beschäftigung trägt der Arbeitgeber einen Anteil von 15%, der Minijobber demnach nur noch 3,7%, um auf 18,7% aufzustocken.

  • 07.

    Gibt es einen Unterscheid zwischen der Beschäftigung in einem Privathaushalt und der Ausübung des Minijobs in einem Betrieb?

    Ja. Bei einem Beschäftigungsverhältnis als Haushaltshilfe in einem Privathaushalt hat der Arbeitgeber wesentlich geringere Abgaben zu tragen als bei einem gewerblichen Beschäftigungsverhältnis. Der Beitragsanteil zur Rentenversicherung beträgt nur 5% statt 15% und der Anteil für die Krankenversicherung beträgt 5% statt 13%. Außerdem entfällt die Insolvenzumlage, die in einem Betrieb 0,09% (2017) ausmacht.

  • 08.

    Wie hoch sind die Abgaben für den Arbeitgeber einer Haushaltshilfe insgesamt?

    Bei einem haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnis in einem Privathaushalt beträgt die Summe aller Abgaben 14,8% des Bruttolohns. Die Summe setzt sich zusammen aus 5% für die Rentenversicherung, 5% für die Krankenversicherung (nur, wenn die Haushaltshilfe nicht privat versichert ist), 1,6% für die Unfallversicherung, 2% als Steuerpauschale für Lohnsteuer sowie Kirchensteuer und Soli, und schließlich 1,2% für die sogenannten Umlagen (Aufwendungsersatz für Entgeltfortzahlung bei Krankheit sowie Aufwendungsersatz bei Mutterschaft und Beschäftigungsverboten während der Schwangerschaft)

  • 09.

    Wie hoch sind die Abgaben für den Arbeitgeber in einem Betrieb?

    Bei einem gewerblichen Beschäftigungsverhältnis beträgt die Summe aller Abgaben 31,29% des Bruttolohns zzgl. dem individuellen Betrag zur Unfallversicherung, der im Mittel 1,3% gemäß der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) liegt. Die Summe setzt sich zusammen aus 15% für die Rentenversicherung, 13% für die Krankenversicherung (nur, wenn die Haushaltshilfe nicht privat versichert ist), 2% als Steuerpauschale für Lohnsteuer sowie Kirchensteuer und Soli, und schließlich 1,29% für die sogenannten Umlagen (Aufwendungsersatz für Entgeltfortzahlung bei Krankheit; Aufwendungsersatz bei Mutterschaft und Beschäftigungsverboten während der Schwangerschaft; Insolvenzumlage)

  • 10.

    Kann man die Aufwände für eine Haushalthilfe steuerlich geltend machen?

    Ja. Der finanzielle Aufwand für Minijobber, die als Haushaltshilfe im Privathaushalt tätig sind, kann als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend gemacht werden. Sie erhalten für Aufwände bis zu 2.550 Euro je Jahr (212,50 Euro je Monat) eine echte Steuerermäßigung in Hohe von 20% der Aufwände. Sie können sich also am Jahresende 20% der Kosten z.B. für Ihre Putzfrau wieder vom Fiskus zurückholen.

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