Minijob - 450-Euro-Job - Geringfügige Beschäftigung

Aktualisiert am von Stefan Banse

Drei Begriffe für den gleichen Sachverhalt. Erfahren Sie hier mehr zu den erforderlichen Steuern und Abgaben des Arbeitgebers und den sozial­versicherungs­rechtlichen und steuerlichen Besonderheiten des Minijobs. Wer zieht welchen Vorteil aus diesem Beschäftigungs­verhältnis und was kann man zudem noch steuerlich geltend machen? Die Antworten finden Sie hier.

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Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Minijob

  • 01.Was ist ein Minijob?

    Minijob bzw 450 €-Job, früher auch 400-Euro-Job sind gebräuchliche Begriffe für den unter § 8 SGB IV geregelten Begriff der ‘geringfügigen Beschäftigung’. Eine geringfügige Beschäftigung ist ein Beschäftigungs­verhältnis, das hinsichtlich der Sozial­versicherungs­abgaben und damit auch bezüglich der Lohnsteuer Besonderheiten unterliegt. Ein geringfügiges Beschäftigungs­verhältnis liegt einerseits bei einem geringen Arbeitsentgelt bis zu monatlich 450 Euro vor (sogenannte geringfügig entlohnte Beschäftigung) oder bei einer kurzfristigen Beschäftigung, also einem Beschäftigungs­verhältnis von kurzer Dauer.

  • 02.Was sind die Besonderheiten eines Minijobs?

    Ein geringfügiges Beschäftigungs­­verhältnis ist für den Arbeitnehmer sozialversicherungs­frei. Eine Ausnahme bildet die Rentenversicherungspflicht bei geringfügig entlohnten Beschäftigungs­verhältnissen. Jedoch ist eine Befreiung von der Rentenversicherungs­pflicht möglich. Auch bei der Lohnsteuer gibt es Besonderheiten. Die sogenannte Arbeitsentgeltgrenze bei geringfügig entlohnter Beschäftigung (Geringfügigkeitsgrenze) wurde zum 1. Januar 2013 von 400 Euro auf 450 Euro angehoben. Der Begriff 400-Euro-Job ist daher vereinzelt noch im Umlauf.

  • 03.Was ist der Vorteil für Minijobber?

    Aus der Sicht des geringfügig Beschäftigten liegt der große Vorteil darin, dass der Arbeitgeber sämtliche Steuern und Sozialabgaben übernimmt und er sein Gehalt selbst dann "Brutto für Netto" bekommt, wenn er außerdem noch einen Hauptberuf ausübt. Lediglich einen Anteil des Rentenversicherungs­beitrags muss er selber zahlen, sofern er sich nicht davon befreien lässt.

  • 04.Was sind die Vorteile für Arbeitgeber?

    Für Arbeitgeber lohnt sich die Beschäftigung von Minijobbern, denn sie können dadurch besser auf konjunkturelle Schwankungen reagieren. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass dem Beschäftigten ein geringeres Gehalt geboten werden kann, da er dieses ohne Abzüge erhält und das Geld auch nicht die Steuerprogression für sein übriges Einkommen ansteigen lässt.

  • 05.Hat man als Minijobber Abgaben oder Steuern zu tragen?

    Jein. Grundsätzlich ist nur der Beitragsanteil zur Rentenversicherung durch den Minijobber zu tragen. Von dieser Pflicht kann er sich aber über seinen Arbeitgeber befreien lassen. Ansonsten sind keinerlei Abgaben notwendig.

  • 06.Wie hoch ist der Beitragsanteil zur Rentenversicherung?

    Falls sich der Minijobber nicht von den Beiträgen der Rentenversicherung befreien lässt, sind dies die einzigen Abgaben, die er tragen muss. Hierbei muss der Minijobber den Beitragsanteil, den sein Arbeigeber leisten muss, auf den derzeit (2019) gültigen Rentenversicherungs­satz von 18,6 Prozent aufstocken. Falls die Ausübung des Minijobs als Haushaltshifle in einem Privathaushalt erfolgt, trägt der Arbeitgeber einen Anteil von 5 Prozent der Bruttoentlohnung. Der Minijobber muss dann die restlichen 13,6 Prozent übernehmen. Bei einer anderen gewerblichen Beschäftigung trägt der Arbeitgeber einen Anteil von 15 Prozent, der Minijobber demnach nur noch 3,6 Prozent, um auf 18,6 Prozent aufzustocken.

  • 07.Gibt es einen Unterscheid zwischen der Beschäftigung in einem Privathaushalt und der Ausübung des Minijobs in einem Betrieb?

    Ja. Bei einem Beschäftigungs­verhältnis als Haushaltshilfe in einem Privathaushalt hat der Arbeitgeber wesentlich geringere Abgaben zu tragen als bei einem gewerblichen Beschäftigungs­verhältnis. Der Beitragsanteil zur Rentenversicherung beträgt nur 5 Prozent statt 15 Prozent und der Anteil für die Krankenversicherung beträgt 5 Prozent statt 13 Prozent. Außerdem entfällt die Insolvenzumlage, die in einem Betrieb 0,06 Prozent (2019) ausmacht.

  • 08.Wie hoch sind die Abgaben für den Arbeitgeber einer Haushaltshilfe insgesamt?

    Bei einem haushaltsnahen Beschäftigungs­verhältnis in einem Privathaushalt beträgt die Summe aller Abgaben 14,74 Prozent des Bruttolohns (Stand 2019). Die Summe setzt sich zusammen aus 5 Prozent für die Rentenversicherung, 5 Prozent für die Krankenversicherung (nur, wenn die Haushaltshilfe nicht privat versichert ist), 1,6 Prozent für die Unfallversicherung, 2 Prozent als Steuerpauschale für Lohnsteuer sowie Kirchensteuer und Soli, und schließlich 1,14 Prozent für die sogenannten Umlagen (Aufwendungsersatz für Entgeltfortzahlung bei Krankheit sowie Aufwendungsersatz bei Mutterschaft und Beschäftigungsverboten während der Schwangerschaft)

  • 09.Wie hoch sind die Abgaben für den Arbeitgeber in einem Betrieb?

    Bei einem gewerblichen Beschäftigungs­verhältnis beträgt die Summe aller Abgaben 31,2 Prozent des Bruttolohns zzgl. dem individuellen Betrag zur Unfallversicherung, der im Mittel 1,3 Prozent gemäß der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) liegt. Die Summe setzt sich zusammen aus 15 Prozent für die Rentenversicherung, 13 Prozent für die Krankenversicherung (nur, wenn die Haushaltshilfe nicht privat versichert ist), 2 Prozent als Steuerpauschale für Lohnsteuer sowie Kirchensteuer und Soli, und schließlich 1,2 Prozent für die sogenannten Umlagen (Aufwendungsersatz für Entgeltfortzahlung bei Krankheit; Aufwendungsersatz bei Mutterschaft und Beschäftigungsverboten während der Schwangerschaft; Insolvenzumlage)

  • 10.Kann man die Aufwände für eine Haushalthilfe steuerlich geltend machen?

    Ja. Der finanzielle Aufwand für Minijobber, die als Haushaltshilfe im Privathaushalt tätig sind, kann als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend gemacht werden. Sie erhalten für Aufwände bis zu 2.550 Euro je Jahr (212,50 Euro je Monat) eine echte Steuerermäßigung in Hohe von 20 Prozent der Aufwände. Sie können sich also am Jahresende 20 Prozent der Kosten z.B. für Ihre Putzfrau wieder vom Fiskus zurückholen.

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Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Minijob" verwendet:

  • Minijob-Zentrale (Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See)

Letzte Aktualisierung am 12.11.2018

Die letzten Änderungen in der Themenwelt "Minijob" wurden am 12.11.2018 umgesetzt durch Stefan Banse. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • Anpassen des Berechnungsvorschriften im Minijob-Rechnner für 2019
  • Erweitern des Minijob-Rechnners um eine Option zur Auswahl des Steuerjahres
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt