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Kurzarbeitergeld

Thema Kurzarbeitergeld

Der Winter ist kalt und lang, Zulieferer sind nicht pünktlich oder der sicher geglaubte Auftrag bleibt aus – wenn Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel. Sind solche Phasen kurzfristig, hilft der deutsche Staat mit Kurzarbeitergeld.

Steuerliche Mehrbeslastung für Arbeitnehmer beachten

Vorsicht: Eigentlich gilt Kurzarbeitergeld als steuerfreie Lohnersatzleistung. Schaut man jedoch genauer hin, ist Kurzarbeitergeld (Kug) jedoch nur bedingt steuerfrei. Denn Lohnersatzleistungen, wie es das Kug ist, unterliegen dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Damit ist steuerrechtlich geregelt, dass Kurzarbeitergeld zwar zunächst steuerfrei ist, aber den persönlichen Steuersatz erhöht. Berechnen kann man diese Steuernachzahlung (Mehrbelastung) mit unserem entsprechenden Rechner.

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Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Kurzarbeitergeld

  • 01.

    Was versteht man unter Kurzarbeit?

    Arbeitgeber können Kurzarbeit anmelden, wenn sie ihre Arbeitnehmer zeitweise nicht voll beschäftigen können. Der erwartete Ausfall der Beschäftigungszeit muss mindestens 10 Prozent betragen. Das Unternehmen bleibt auch in dieser Zeit verpflichtet, Aufträge zu generieren und die Vollbeschäftigung wieder herzustellen. Um die Verluste zu begrenzen, kann die Geschäfts­führung die Verkürzung der Arbeitszeit vereinbaren, wenn es tariflich vorgesehen ist. Als finanziellen Ausgleich übernimmt dann die Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeitergeld für die Betroffenen.

  • 02.

    Welche Vorteile gibt es für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

    Mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes sollen Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Phasen unterstützt werden. Durch die staatlichen Zuschüsse werden erfahrene und gut eingearbeitete Mitarbeiter im Betrieb gehalten. Kurzarbeitergeld bietet den betroffenen Mitarbeitern finanzielle Sicherheit. Sie verzichten zwar auf Einkommen, behalten aber ihren Arbeitsplatz.

  • 03.

    Wie läuft die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes ab?

    Sobald das Management des Unternehmens vermutet, dass sie die Vollbeschäftigung ihrer Belegschaft in den kommenden Wochen nicht sichern kann, darf es bei der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeit anmelden. Hier wird im Regelfall zeitnah entschieden, ob die Bedingungen für die Übernahme des Zuschusses erfüllt werden. Im Unternehmen selbst muss der Betriebsrat und auch jeder betroffene Mitarbeiter zustimmen. Während der Kurzarbeit kann die Arbeitszeit stunden­weise, aber auch vollständig gekürzt werden. Hiervon muss nicht die gesamte Belegschaft betroffen sein, mindestens jedoch ein Drittel. Die Arbeitszeit­verkürzung ist auch nur für einzelne Abteilungen möglich. Genehmigt das Amt die Maßnahmen, müssen Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld berechnen und auch an ihre Angestellten auszahlen. Später wird es ihnen dann von der Agentur für Arbeit wieder erstattet. Als Arbeitnehmer brauchen Sie selbst nichts beantragen und auch nicht beim Amt vorsprechen.

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  • 04.

    Wie viel Geld erhalten Sie in dieser Zeit?

    Einen guten Überblick über die Berechnung des Kurzarbeitergeldes bietet das Informations­blatt der Bundesagentur für Arbeit. Kurzarbeitergeld wird für den Verdienstausfall gezahlt, der aufgrund der Verkürzung der Arbeitszeit entsteht. Dabei gelten, ähnlich wie beim Arbeitslosengeld I, zwei Leistungssätze. Arbeitnehmer erhalten 60 Prozent des Nettolohns. Wenn sie Kinder versorgen müssen, steigt der Satz auf 67 Prozent.

    Dazu ein vereinfachtes Beispiel:

    Nettolohn bei einer 40-Stunde-Arbeitswoche2.000 Euro
    − Lohn bei Verkürzung der Arbeitszeit auf 80 Prozent1.600 Euro
    = Verdienstausfall400 Euro
    × 67 Prozent Kurzarbeitergeld (Kug) eines Familienvaters 268 Euro
    = Gesamtverdienst währen der Kurzarbeit netto1.868 Euro

  • 05.

    Wer erhält Kurzarbeitergeld?

    Als staatlicher Zuschuss der Arbeitslosen­versicherung wird Kurzarbeitergeld nur an jene Arbeitnehmer ausgezahlt, die auch arbeitslosen­versicherungs­pflichtig beschäftigt sind. Kurzarbeit kann daher nicht beantragt werden für

    Kurzarbeit wird in der Regel auch dann nicht gewährt, wenn durch arbeits­vertragliche Regelungen Arbeitszeit­konten geführt werden und diese ein erhebliches Guthaben aufweisen oder wenn noch Urlaubs­ansprüche bestehen.

  • 06.

    Wie lange zahlt das Amt?

    Kurzarbeitergeld kann für 12 Monate bewilligt werden, unter Umständen lässt sich diese Frist auf 28 Monate verlängern. Von Kurzarbeit sind Sie jedoch immer nur dann betroffen, wenn Ihre Arbeitszeit tatsächlich verkürzt wird.

  • 07.

    Wie wird das Kurzarbeitergeld berechnet?

    Für die genaue Ermittlung des Kurzarbeitergeldes veröffentlicht die Agentur für Arbeit Entgelttabellen, in denen sich die tatsächliche Vergütung leicht ablesen lässt. Grundlage für den Zuschuss ist nämlich nicht der exakte Nettobetrag des Verdienstausfalls, sondern ein darauf basierender pauschalisierter Betrag.

    Noch einfacher können Sie die Berechnung des Kurzarbeitergeldes mit unserem Kurzarbeitergeld-Rechner durchführen.

    Bestimmung des Kurzarbeitergeldes

    Soll-Entgelt brutto ohne Arbeitszeitverkürzung, gerundet auf den nächsten durch 20 teilbaren Betrag,

    abzüglich

    Ist-Entgelt brutto unter Berücksichtigung der Kurzarbeit, gerundet auf den nächsten durch 20 teilbaren Betrag,

    = pauschalierte Netto-Entgeltdifferenz

    Nur einmal gezahltes Entgelt (Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Prämien) sowie Mehrarbeitslohn bleibt dabei unberücksichtigt.

  • 08.

    Welche Auswirkungen hat Kurzarbeit auf die Sozialversicherung und Steuern?

    Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Sozialversicherung bleibt auch während der Kurzarbeit erhalten. Die Beitragshöhe für Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung richtet sich jedoch nach dem Bruttoarbeitsentgelt der reduzierten Arbeitszeit. Der Verdienstausfall unterliegt ebenfalls der Beitragspflicht, jedoch nur zu 80 Prozent. Die Beiträge hierfür muss der Arbeitgeber allein übernehmen.

    Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei, muss jedoch bei der Steuererklärung angegeben werden. Es wird zur Berechnung des Steuersatzes herangezogen und unterliegt dem Progressionsvorbehalt.

  • 09.

    Was sind Saison- und Transfer­kurzarbeitergeld?

    Für Bauunternehmen und Gerüstbauer sowie für Firmen im Garten- und Landschaftsbau und anderen Gewerken, die sehr stark vom Wetter beeinflusst werden, gibt es im Winter die Möglichkeit, Saison-Kurzarbeitergeld zu beantragen. Es wird nur in den Monaten von November (Gerüstbau) bzw. Dezember bis März gewährt. Im Gegensatz zum normalen Kurzarbeitergeld muss nicht mindestens ein Drittel der Belegschaft betroffen sein. Transfer­kurzarbeitergeld gibt es für Arbeitnehmer, die von Umstrukturierungen im Unternehmen betroffen sind und in eine Transfergesellschaft ausgegliedert werden. Ihr Verdienstausfall wird so kompensiert.

  • 10.

    Kann man trotz Kurzarbeit gekündigt werden oder selbst kündigen?

    Betroffene Arbeitnehmer können in der Kurzarbeit nicht aus betrieblichen Gründen gekündigt werden. Ordnet jedoch das Arbeitsamt Maßnahmen an, wie zum Beispiel Schulungen, so müssen sie daran teilnehmen. Dauert die Kurzarbeit länger, kann sie das Amt sogar in andere Unternehmen vermitteln. Folgt dann dennoch die Kündigung, wirkt sich das Kurzarbeitergeld nicht negativ auf die Berechnung des Arbeitslosengelds I aus. Die eigene Kündigung durch den Arbeitnehmer ist immer möglich.

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Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt "Kurzarbeitergeld" verwendet:

Letzte Aktualisierung

Diese Seite der Themenwelt "Kurzarbeitergeld" wurde zuletzt am 03.11.2023 redaktionell überprüft oder ergänzt durch Stefan Banse. Sie entspricht dem aktuellen Stand.

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